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zug entworfenen Plan aufdecken. Dein General Changar- nier soll die Präsidentschaft der Republik zugeführt werden. Es wird ein Monk gesucht. Man hoffte einen solchen in L. Bonaparte gefunden zu haben; man hat sich geirrt, der Versuch ist gescheitert. Wenn man den Namen Na­poleon trägt, so thut man nur zweierlei: entweder im Fall man redlich denkt und weise ist, auch gewissenhaft genug um ein anvertrautes Gut unangetastet zu lassen, und dabei nicht vergißt, das man in Boulogne war und nicht bei den Pyramiden, so wahrt man jenes anvertraute Gut und wird, vom Wunsch angeregt, den Glanz seines ruhmwürdigen Namens zu erhöhen, der Begründer der Demokratie; oder aber wenn Tollheit und Unredlichkeit sich begegnen, wenn man die Neffen für Oheime hält und die Zeiten verwechselnd 1850 für 1800, so macht man den waghalsigen Versuch, die Verfassung zu vernich­ten, die Vergangenheiten möglichst aufzuputzen, und zu persönlichem Vortheil das Kaisee-reich wieder zu beleben. Man ist ein Ebenbürtiger Washingtons, oder ein Plagiar des Kaisers, in keinem Fall aber der Thürhüter der für ein Trinkgeld Stehler ins Haus läßt über Nacht. Die Monarchisten haben begriffen, daß sie zu solcher That eines Glückshelden bedürfen, z. B. der so leicht von der Höhe der Gewalt herabzustcigen vermöge als er hinabgestiegen. Die Erhöhung eines solchen ist ein bloßer Zufall, und sein Rücktritt keine Schande, denn er tritt, indem er sich ins Privatleben zurückzieht, wieder ein in sein eigenstes normales Sein. Es bleiben für ihn der Belohnungen genug zurück. Auf den General Changarnier ist es ab­gesehen ; nur entsteht die Frage, ob der ehrenhafte Krieger die Hoffnungen erfüllen wird, welche die Führer der Rech­ten auf ihn glauben stellen zu dürfen. Die Herren möch­ten sich täuschen. Sie glauben von Changarnier was sie ihm zumuthen und von ihm hoffen, und bereiten auf Grund solcher Voraussetzung getrost seine Bewerbung vor. Durch seinen stets engern Anschluß an die Rechte hat sich L. Bonoparte dem freisinnigen Theile der Nation entfremdet und seinen Feinden in die Hände gegeben. Seit dem Ge­setz vom 31. Mai hängt er nicht mehr vom Volke ab, sondern von ihnen. Durch dieses Gesetz sind gerade die Stimmen, denen er seine Stellung verdankt, von den Wahl­listen gestrichen, und seine Zukunft hat er von den HH. Thiers, Berryer und Consorten zu erwarten. Um aber glauben zu können, daß diese ernstlich gewillt seyen, für eine Verlängerung seiner Befugnisse zu stimmen, dazu gehörte eine Beschränktheit sonder Gleichen. Wie dem auch sei, die Sachen stehen, wie wir sie ge­schildert. Die Monarchie sucht ihren Mann. Einen Bonaparte als Minister Heinrichs V, und unter diesem selbst als Großconnetable von Frankreich kann sich nur ein Träumer denken. Für einen Mann von Changarniers Geburt und Namen wäre eine solche Stellung glänzend und ehrenvoll genug. Für den einen vermag die Mo­narchie alles, für den andern nichts."

* Eine Reisebeschreibung der Baroneß Blaze de Bury unter dem Titel: „Germania , its Courts, and People“ scheint die Korrespondentin irgend eines großdeutschen Lieb­habers oder Verehrers empfangen zu haben, da sie über

Norddeutschland ganz in derselben wegwerfenden, von Vor­eingenommenheit zeugenden Weise schreibt, wie die meisten Süddeutschen über norddeutsche Zustände zu denken, zu sprechen und mitunter auch zu schreiben pflegen. Darnach giebt es in Wien, trotz des Spitzelwesms und anderer nicht gerade sehr gemüthlichen Einrichtungen nichts als himmlische Gemüthlichkeit, in Berlin nichts als Malice, in Wien nichts als warme Empfänglichkeit (für Strauß und Lanner!), in Berlin nichts als negirenden Spott u.J. w. Als Probe von der jedenfalls originellen Auf­fassung der Dame diene folgende Stelle über Leipzig, die wir nach der Uebersetzung der Grenzboten mittheilen. Die Dame beginnt die Schilderung Leipzigs mit dem klassischen Citat: „Mein Leipzig lob' ich mir, cs ist ein klein Pa­ris und bildet seine Leute", wozu sie bemerkt: „Ein klein Paris ist vielleicht un peu beaacoup, aber daß Leipzig eine einzige Stadt in Deutschland ist, steht außer Zwei­fel, und es ist auch gut so, denn wenn es mehrere der­gleichen gäbe, so wüßte man nicht, zu wessen Nutzen." Dann folgt: „Dem Völkchen hier wird jeder Tag zum Fest u. s. W,: This is Leipsic, the very Kernel of the democratic nut (! Der Kern der demokratischen Nuß!) the Capital of Professor-ism (1 must coin the word), and the headquarters of Sludentenwesen.“ — Alles Dinge, die uns bisher in Deutschland unbe­kannt waren. Der Vergleich mit Paris wird gerecht­fertigt durch die nach Gebühr gelobten Promenaden und durch den unlenksamen Geist seiner Bewohner. „Sobald sie Ihren Fuß nach Leipzig setzen, fühlen sic sich in einer anderen Atmosphäre, als in irgend einer andern Stadt. Sie fühlen sich frei, aber nicht ruhig, nicht sicher. Sie sind nicht länger in dem traditionellen Deutschland, son­dern in einem Mittelpunkt der Thätigkeit, des Handels und — des Kampfes!! Von Höflichkeit ist keine Rede, der Kellner betrachtet sich, wie in Amerika, als Ihres­gleichen , der Ihnen aus gutem Willen gefällig ist. Wenn sie zufällig sich im Speisesaal nach einer Zeitung umsehen (von denen wenigstens zehn Dutzend auf den Tischen lie­gen) , so sehen sie die Tafel besetzt mit Männern in Bril­len, blassen Gesichtern und schmutzigen Händen, von de­nen Jeder den Andern „Herr Doktor" anredet. Gehen sie in eine Buchhandlung, so wird der Mann hinter dem Laden Politik zu Ihnen sprechen, als verstände es sich von selbst, daß sie zu den Radikalen gehörten. Einer von diesen Ehrenmännern wollte mich verleiten, rie Por­traits der ungarischen Rebellen zu kaufen. Zufällig hatte sich eine Lithographie Haynau's herunter verirrt; als ihn der Buchhändler sah, warf er einen unwilligen Blick dar­auf und rief : „Was für ein vcrdammcnswürdiges Gesicht! Nicht wahr?" Mangel an praktischem Sinn, das ist der Fluch der Norddeutschen, und so eingewurzelt bei ihnen, daß er auch durch die ernsthaftesten Veranlassungen nicht ausgerottet werden kann. Manche verschwören sich gegen den' Staat, und lesen Klopstock (??) oder kultiviren Wirthshäuser ; manche reden davon, die Monarchie über den Haufen zu werfen, und sind nicht im Stande, ihre Pfeile und Kneipen aufzugeben, während andere am musi­kalischen oder malerischen Wahnsinn leiden, und drei