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Bundesgesandten vom 8. März über die Lage des Bundes. 18) Antrag desselben wegen Ausbildung der Bundesversammlung vom 9. März. 19) Vortrag des preußischen Bundesgesandten und Buudcs- beschluß wegen Wappen und Farben des deutschen Bundes. 20) Desgleichen des groß- herzogl. badischen BundeSgcsandtcu über die Lage des deutschen BuudeS vom 10. März (nebst Beschluß zurEinberufungderVert^rauensmänner). 21) Einladung des Heidelberger Siebener-Ausschusses. 22) Bundesbeschluß vom 13. März (wonach die Einleitung zur Revision der Bundesverfassung suspendirt wird, bis die Regierungm — welche Bevollmächtigte nach Dresden zu senden eingeladen sind — sich geäußert haben werden. 23) Rote des königl. baicri- schen Ministers des Auswärtigen vom 12. März. 24) Anzeige des königl. preußischen Gesandten über die Preßangelegenheiten vom 15. März, nebst Entwurf eines Bundesbeschlusses. Wir sehen dem zweiten Heft dieser Sammlung mit großem Verlangen in der Kürze entgegen. Z.
V e r m i s ch t e s.
(Klindworth.) Die „Deutsche Reichszeitung" gibt folgende Notizen über diesen schon etwas verschollenen Abenteurer. Klindworth, der Sohn eines Mechanikers in Göttingen, hat Philologie studirt, besitzt bedeutende Kenntnisse, namentlich in den alten Sprachen, und ist auch in der Geschichte bewandert. Schon früh hat er sich der Politik zugewandt und unter Anderen», irren wir nicht, in Laibach zur Zeit des Kongresses eine Zeitung heraus- gegeben. Er ist aber nicht sowohl Politiker als politischer Jntriguant. Nach manchen Lebensabenteuern und verfehlten oder verscherzten Laufbahnen ward er Lehrer an dem Gymnasium Anbreanum in Hildesheim und dort in dem Hause eines Mannes bekannt, dessen Stand hoch und dessen Frau liebenswürdig unb geistreich war. Das Verhältniß des Ehepaars mag schon früher getrübt gewesen sein, es erfolgte eine Trennung, die Dame zog nach Braunschweig, und auch Klindworth nahm daselbst seinen Aufenthalt. Dies siel in die Zeit der Regierung des Herzogs Karl, als dieser im bittern Ingrimm über die nach seiner Ansicht um einige Jahre unrechtmäßig verlängerte Regicrungsvormundschaft die bekannten Zerwürfnisse mit freut- König Georg IV. von England, seinen Ministern, seinen Ständen, und zuletzt mit dem ganzen Lande her- beigeführt hatte. Ob dies für Klindworth ein Beweg- grund gewesen ist, gerade hierher zu ziehen, können wir nicht mit Gewißheit behaupten, so viel aber ist gewiß, daß er sehr bald sich dem Herzog Karl zu empfehlen und Zutritt zu demselben zu erhalten wußte. Diesem mußte aber ein Mann wie Klindworth willkommen sein, denn er hatte Kämpfe nach allen Seiten zu bestehen, und in seiner ganzen Umgebung war Keiner, der in solchen Angelegenheiten als Diplomat oder auch nur zur Führung der Feder- brauchbar, während Klindworth schon damals für einen solchen Kämpf Diplomat genug, in der Führung der Feder
aber in einem bohen Grave gewandt war, Es konnte daher nicht fehlen, daß er bald die rechte Hand des Herzogs und sein Geheim- nnd Kabinetssekretär ward; das bekannte, gegen den Grafen von Münster gerichtete, bei Levrault in Straßburg erschienene Buch ist von Klindworth verfaßt, der auch persönlich in Straßburg den Druck und Verlag besorgt hat. Den französischen Theil der diplomatischen Korrespondenz soll, da Klindworth damals der französischen Sprache nicht ganz mächtig war, die oben bezeichnete Dame besorgt haben. Bei mannigfachen, wahrhaft bedeutenden Talenten und Kenntnissen hatte Klindworth auffallende Schwächen. Eine Hauptschwäche war seine grenzenlose Eitelkeit, welche vorzüglich darin bestand, für einen großen Diplomaten und Staatsmann zu gelten. Das ärmliche, mit den Möbeln gemiethete Logis ward verlassen, eine hübsche Etage gemiethet und mit wahrhaft feinem Geschmack ausgestattet. Geld hatte er freilich nicht, aber Kredit besaß der Günstling des Herzogs, der schon zum Legationsrath ernannt war. Er selbst imponirte wahrhaft, und nur eine lange, hagere Dame brachte durch ihr nichts weniger als distinguirtes Wesen einigen Mißklang in das schöne Ganze. Klindworth hatte aber neben der Eitelkeit noch einen anderen, für ihn selbst sowohl als für Dritte noch gefährlicheren Fehler, er war nicht verschwiegen. Wenn man seine Eitelkeit kitzelte oder irgend einen anderen Hebel in Bewegung setzte, so hielt es nicht schwer, ihm die wichtigsten Geheimnisse zu entlocken. Außerdem hatte er aber das Schicksal jener Königin von Cappadocien, von der, irren wir nicht, VellcjuS Patcrculus sagt: Semper egebat in aëre — cs war bei ihm nie ein gehöriges Gleichgewicht in Einnahme und Ausgabe, und da auch seine Bedürfnisse umfassend und seine Einkünfte bei der unüberwindlichen Sparsamkeit des Herzogs Karl nur schmal waren, so kann man sich nicht darüber verwundern, daß er sich nicht sehr lange in seiner Stellung zu diesem erhielt. Was unmittelbar den Bruch herbeigeführt hat, läßt sich uicht mit völliger Bestimmtheit ermitteln. Der Herzog und die Häupter der landständischen Opposition standen sich feindselig gegenüber; Klindworth, und das ist gewiß, kokettirte wenigstens mit diesen; ob er wirklich sich zu Indiskretionen hat verleiten lassen und durch welche Hebel, weiß man nicht mit Gewißheit, da uns hier eine Revue rétrospective nicht zu Gebote steht; so viel ist gewiß, daß Klindworth nicht nur in Ungnade fiel, sondern auch von dem Herzoge und seinen Anhängern auf das Bitterste verfolgt wurde. Zu diesen Anhängern gehörte hauptsächlich der Kanzleidirektor Bitter, der sich vom Kanzlisten zum vertrauten Günstlinge des Herzogs emporgeschwungen hatte und später von ihm zum Freiherrn v. Andlau erhoben wurde. Dies konnte Klindworth wohl nicht anders erwarten, daß aber die Eingangs erwähnte Dame ebenfalls zu seinen Feinden überging, verletzte ihn auf das tiefste, und wir haben einen von ihm später an dieselbe gerichteten Brief gesehen, worin jeder Satz cinVipcrnflich war. Klindworth war leicht zu verfolgen, er batte ziemlich viel Schulden und kein Geld, seine Gläubiger wurden zum Theil durch den Einfluß des Hofs bewogen, ihn