Unterhalt nngsblatt
zur Mueu Hessischen Zertung.
M Ä7. Sonntag, den L December. 1850»
PoUtische und staatsrechtliche Litteratur.
Quellen - Sammlung zum deutschen öffentlichen Recht seit ISIS. Herausgegeben von Paul Roth, a. o. Prof. in Marburg, und Heinrich Merck, Stadtg.-Accessist in München. Erster Band. Erstes Heft. (Erlangen 1850. J. I. Palm und E. Enke. — Preis des Heftes 16 Sgr. oder 52 Kr.)
Von dieser Sammlung, deren Unternehmen eine um so dankbarere Anerkennung verdient, als gerade jetzt eine eben so rationelle, als gewissenhafte Würdigung der höchsten Fragen unseres öffentlichen Nationalrcchts von der größten Folgewichtigkeit ist, liegt uns das 1. Heft des 1. Bandes vor. Jedes Heft soll 7 bis 8 Bogen betragen, jeder Band 3 bis 5 Hefte enthalten; das ganze Werk ist vorläufig auf fünf Bände berechnet. Dasselbe schließt sich gleichsam der Klüberschen Sammlung an, wird aber für die bevorstehende Umgestaltung der öffentlichen Verhältnisse unseres Vaterlandes und deren Beurtheilung einen Schatz von Material und Bestimmungs-Elementen darbieten. Die Anordnung ist chronologisch; ein Supplementband soll nachtragen, was etwa übergangen worden oder früher nicht zugänglich war. Das 1. Heft enthält 1) den französisch geschriebenen Entwurf zu einer deutschen Bundesverfassung von Freih. v. Stein (aus dessen Denkschriften herausg. von Pertz. 1848. S. 19). Dieses Aktenstück ist hier ohne Datum und Angabe seines Karakters und Gebrauchs mitgetheilt und scheint ge- wisiermaßen ein Nachtrag zur Klüberschen Sammlung zu sein, welche zwischen demselben und den weitern Stücken der gegenwärtigen die große Lücke auszufüllen haben würde. Es folgt" sodann 2) die Denkschrift d es Generals v. Rad owitz vom 20. Nov. 1 847 über di e vom deutschen Bunde zu ergreifenden Maßregeln (v. Radowik, Deutschland und Friedrich Wilhelm IV. Hamburg' 1848. S. 49), welche jetzt in Erinnerung zu bringen sicher von Nutzen ist. Wir können uns nicht enthalten, heute folgende Stelle daraus auszuheben: „Die gewaltigste "Kraft der Gegenwart, die Nationalität, ist die »gefährlichste Waffe in den Händen der Feinde der „rechtlichen Ordnung geworden. Diese Thatsache ist „es, die in ihrer ganzen unverhüllten Schärfe erkannt „werden muß, wenn von irgend einer Einsicht in die
»Gefahren Iber Zeit die Rede sein soll. Durch alle »Gemüther zieht die Sehnsucht nach einem, an innerer „Gemeinschaft wachsenden Deutschland, das nach »Außen mächtig und geehrt, nach Innen erhaben und „einträchtig sei; es ist dieses der populärste und ge- „waltigste Gedanke, der in unserm Volke wohnt . . . „es ist der Einzige, der noch außerhalb und über den „Parteien steht; der einzige, dem die Gegensätze des „Stammesunterschieds, der kirchlichen Scheidungen „und der politischen Doktrinen sich noch unterordnen. „Es ist daher auch der einzige, auf welchem noch „eine feste Staats- und Lebens-Ordnung zu errichten „ist. . ..." Und weiter: „Nur in der festesten „innigsten Verbindung mit dem übrigen Deutschland „kann Preußen die Ergänzung der Kräfte finden, deren „es bedarf. Daß Deutschland mächtig und einträchtig „dastehe, ist die Lebensfrage für Preußen, die oberste „Bedingung seiner eigenen Eristenz. Oesterreich
„ist zu tief in die Welthändel verflochten, zu fremd „allen engern deutschen Interessen, Freuden und Lei- „den, um sich auf diese Linie zu beschränken. Nur „eine Macht, die da steht und fällt mit Deutschland, „kann hier eine wahre moralische Autorität ausüben.. " 3) Die Denkschrift des Generals v. Radowitz vom 20. Nov. 1847 über die Bildung eines obersten Bundesgerichts. 4) Antrag des Abg. Bassermann in der 2. K amm e r v e s Gr o ß h erz o g t h u m s Baden am 18. Februar 1848. 5) Kommissionsbericht des Abg. Welker über diesen Antrag. 6) Antrag des Abg. v. Gagern re. i n d e r 2. K a m m e r d e s G r o"ß H. H e s s e n am 28. Febr. 1848. 7) Vortrag des Bundes-Präsidial- Gesandten und Bunvcsbeschluß über die Lage Deutschlands am 19. Februar 1848. 8) Instruktion des Generals v. Radowitz vom 1. März 1848. (Unterz. Canitz.) 9) Vortrag des f. preuß. Bundesgesandten und Bundesbeschluß vom I.März 1848. 10) Antrag des großh. badischen Bundesgesandten in Betreff ber Presse vom 1. März. 11) Votum des großh. Hess. Bundesgesandten in Betreff der Presse vom 2. März. 12) Vortrag des k. sächsischen Bundesgesandten über die Schweizer Angelegenheit vom 2. März. 13) Vortrag des Bundestags-Ausschusses über die Presse und Beschluß v. 3. März. 14) Erklärung der Heidel- bergerVersammlung v.5.März. 15) Kais.österr. Cirkularnote vom 7. März. 16) Desgleichen vom 8. März. 17) Vortrag des großherzogÜch badischen