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mit reizenden Figuren in Holz geschnitzt, durch welche die verschiedenen Künste und Handwerker repräsentirt sind. Die Zeichnung dazu ist von dem Lithographen Herwegen, an der Ausführung aber haben sich mehrere Handwerker betheiligt, und Alle haben mit begeisterter Bereitwilligkeit zur Herstellung mitgewirkt. Das Album dürfte schwerlich seines Gleichen haben, der äußern Erscheinung wie dem Inhalte nach. Der Einband ist von dunkelrothem Sam­met, die Beschläge und Verzierungen sind von vergoldeter Bronze. Auf der Vorderseite in der Mitte ist ein in (künstliche) Brillanten gefaßtes Medaillon, in welchem König Ludwig von Künstlern umgeben dargestellt ist. Dieß Relief ist von Widemann und trägt als Unterschrift des Königs eigene, bei einer früheren Gelegenheit zu Künst- lern gesprochene Worte: „Ich leb' in Eurem Wirken." Vier kleinere Medaillons zieren die Ecken; da sieht man die Architekten mit Planen und Modellen, nach dem Re­lief von Hautmann; die Bildhauer und Erzgießer mit der Bavaria, nach dem Relief von Halbig; die Hi­storienmaler an den Fresken der Glyptothek beschäftigt, nach dem Relief von Creling; die Genre- und Land­schaftsmaler, wobei Rottmann zu erkennen, nach dem Re­lief von Widemann. Zwischen beiden oberen Reliefs ist ein reiches Ornament mit den emaillirten Wappen der vier Stämme von Baiern (vom Juwelier Quellhorst) angebracht, nebst der Inschrift: „Ludwig L, König von Baiern"; zwischen den zwei untern ein gleiches mit dem Künstlerwappen und der Inschrift: „Die deutschen Künst­ler a. D. 1840." Sämmtliche Ornamente, im altdeut­schen Styl des fünfzehnten Jahrhunderts, sind von Sicklin- ger modellirt; Erzguß, Ciselirung und Vergoldung aber das Werk von F. Miller. Die Zahl der eingelegten Blätter beträgt 177; doch sind noch mehrere angekündigt, wie z. B. von Cornelius, dessen Zeichnung vorerst für einen Karton benutzt wird. Es ist hier nicht der Ort, ein Verzeichnis' der Blätter zu geben, doch will ich we­nigstens einige zur Charaktisirung des Ganzen namhaft machen. Mehrhaft ist der Gedanke, das Kunstwirken des Königs zu bezeichnen, aufgefaßt worden: so von Creling in einem Titelblatt, das mit der Widmung des Albums zugleich die Anerkennung der Mit- und Nachwelt aus­spricht, und in reicher Komposition Künstler, Dichter und Kunstbeschützer des Alterthums und des Mittelalters in Verbindung mit dem gefeierten Fürsten und den ihm die­nenden Künstlern aufführt. Kaulbach hat in einer Zeich­nung von außerordentlicher Frische und Schönheit den König dargestellt, wie er die verlassene deutsche Kunst in Rom zu froher ruhmvoller Thätigkeit beruft. Jul. Schnorr hat dasselbe Thema behandelt, nur Statt der allegorischen weiblichen Gestalt der Kunst die Künstler selbst, und nicht verlassen und trostbedürftig, sondern im Studium der Antiken und der Werke Rafaels und Michel-Angelos und der Bauwerke Roms hingestellt, über denen wie in der Ferne der durch den fürstlichen Freund geöffneten Zukunft die Bavaria mit dem Kranz der Ehren erscheint, während dieser selbst an der Hand der Muse unter sie tritt, ein Blatt voll Begeisterung und Hingebung sowohl für die Kunst wie für den König, der mit ihr unauflöslich ver­

bunden ist. Diesem schließen sich mehrere andere Blätter aus Dresden von großer Schönheit an: die Tageszeiten von Rietschel von feinstem plastischem Gefühl; das gefal­lene Deutschland von 1850 (irrthümlich früher Jerusalem benannt), eine eben so schöne als tief gefühlte unO tief ergreifende Zeichnung von Hübner; eine Grablegung von Peschel; die Grazien von Bendemann; eine höchst reizvolle Zeichnung von Richter, ein ländliches Fest darstellend; von Oehme eine Winterberglandschaft. Weiter Geschichte und Poesie von G. Jäger aus dem Herder-Zimmer in Weimar; die Flucht nach Egypten in neuer, poesiereicher Weise von Heinrich Heß; Cid als Leichnam zu Roß wider den Feind geführt, eine vortreffliche Zeichnung von Ph. Foltz; Gregor der Große im Gefängniß von Schra­der in Berlin, in mehr malerischer Weise gezeichnet, aber charakteristisch und ausdrucksvoll; eine köstliche Humoreske von Schwind, Gnomen in der Erzgießerei vor einer Fußzehe der Bavaria; von J. Schraudolph die Findung Mosis ; von F. Schubert das Urtheil Salomonis; von G. König eine poetische Komposition, Phantasie, Witz und Verstand vorstellend; Julia'S Scheintod (nach Shakespeare) von F. Kaulbach; den Rattenfänger von Hameln nach Göthe von A. Teichlein; Landschaften von A. Kirchner, N. Ott, S. Maßmann, Chr. Erzdorff, A. Zimmermann, Verhas, A. Löffler, F. Hohe, J.W.Vernatz, M. Lunger, I. Merk, E. Kaiser, Leop. Rottmann, Schertet, Girscher, Spengel, H. Hueber, Zwengauer, Steffan, Faustner, Aug. Seidel, H. Bürkel, F. Schiller, Richter, Hofstetten, Haushofer, Heinlein, Fried, K. Baade, A. Blaschnik, Altmann, G. Köbel, K. Heilmayr, Brodszky, Chr. Mor­genstern (Mondnacht auf Helgoland, außerordentlich schön), I. Fischbach, F. Seidel, W. Schcuchzer, Max Zimmer­mann, Achenbach k. Selten haben sich für eine Gabe in dieser Richtung so viel Geschmack und Schönheitssinn mit so viel Liebe und Freudebegeisterung verbunden; selten aber auch wird an gleicher Stelle eine ähnliche Gabe mit so voller und warmer Empfindung ausgenommen worden sein.

— In der königlichen Erzgießerei zu München wird bald wieder ein neues, großartiges Kunstwerk für die Vereinigten Staaten vou Nordamerika zur Ausführung kommen. Es ist das sechzig Fuß hohe Denkmal, welches der Staat Virginien zu Ehren Washington's, des Grün­ders der amerikanischen Republik, durch den Bildhauer Thomas Crawford von Newyork errichten läßt. Das Modell hierzu ist gegenwärtig in Richmond, der Haupt­stadt Virginiens, ausgestellt; der Freistaat hat dafür vor­läufig 100,000 Thaler bestimmt. Washington sitzt zu Pferd, auf einem hohen, breiten Fußgcstcll von Granit, welches von Virginien und fünf seiner berühmtesten Söhne umgeben ist, zwei Präsidenten, einem berühmten Redner, einem General und einem berühmten Oberrichter. Die Bildsäulen werden aus Bronze gegossen, alles andere ist aus röthlichem, sehr schönem Granit. Das ganze Denk­mal zeichnet sich durch Ruhe und dichterische Weihe aus; es erinnert, wie alle Schöpfungen Crawfords, an seinen Meister Thorwaldsen. Crawford ist bereits abgereist, um die Bildsäulen, die zum Denkmale gehören, in Rom aus-