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mit dieser ganzen Periode von 97 Jahren Landstra­ßen zu erbauen und Dampfschifffahrt zu betreiben; außerdem eine Koncession von 8 Sektionen Land, jede zu 6 engl. Quadratmeilen, an solchen Stellen des Kanales (Flusses), wo cs der Gesellschaft am vor- theilhastesten erscheint. Einstweilen wird die Gesell­schaft für eine zweckmäßige provisorische Verbindung sorgen, zu welchem Ende sie bereits zwei Dampfschiffe nach Grey-Town abgeschickt hat, welche eine regelmä­ßige und schnelle Verbindung bis zu den ersten Strom­schnellen von Machuca unterhalten sollen. Die Pas­sage wird 50 Dollars kosten, wofür jeder Passagier 250 Pfund Gepäck frei hat. An 70,000 Reisende gingen im vorigen Jahre über den Isthmus von Pa­nama, meistens nach Kalifornien, und von diesen wird ohne Zweifel der größere Theil schon jetzt den Weg über Grey-Town wählen. Die Gesellschaft verpflich­tet sich der Republik Nicaragua zu folgenden Bedin­gungen: 10,000 Dollars bei Abschluß des Vertrages; 10,000 Doll. nach Ablauf des ersten Jahres und eben so viel bei Ende jedes folgenden Jahres bis zur Voll­endung des Kanals, 200,000 Doll. in Frei-Aktien;

20 pCt. von der Netto-Einnahme während der ersten 20 Jahre, nach Abzug von 7 pEt. Interessen für das angewandte Kapital; während der folgenden Jahre bis Ablauf des Kontraktes 25 pEt., unter denselben Nebenbedingungen; das Vorrecht, für 500,000 Doll. Aktien zu nehmen, d. h. gegen Bezahlung; endlich ei­nige kleinere Vortheile. — Die Times, welche bitter darüber geklagt hatte, daß das in kommercieUer, poli­tischer, socialer, ja in jeder Hinsicht größte Unter­nehmen der neueren Zeit von den Rivalen Englands und ohne englische Mitwirkung ausgeführt werden würde, kündigt jetzt mit gerechtem Stolz an, daß dies Mißtrauen einer be)|ern Einsicht Platz gemacht, und daß England doch seinen Theil an dem Unternehmen haben wird, wofür die Namen Rothschild und Baring die besten Bürgen sind.

Vermischtes.

' Vor einiger Zeit übersandte ein kurhessischer Officier dem kommandirenden General der schleswig - holsteinischen Armee eine Uhr mit der Bitte, dieselbe einem Soldaten, der sich durch Tapferkeit auszeichne, zum Geschenke zu machen. Bei Duvenstädt zeichnete sich das 12. Jäger­korps so sehr aus, daß diesem die erwähnte Uhr zuer­kannt wurde; das Korps selbst erklärte einstimmig, daß dem Oberjäger Rietz die Uhr gehöre, weil er am tapfer­sten gefochten. Der Kommandant ließ daher genannten Rietz vor die Fronte treten und übergab ihm das Ge­schenk unter den üblichen militärischen Feierlichkeiten. Ei­nige Tage nachher übersandte Rietz seiner in Kiel woh­nenden Braut die Uhr und schrieb ihr dabei unter Ande­rem : „Ich sende Dir anbei eine Uhr, welche mir ge­schenkt worden ist, weil ich tapfer gegen die Dänen ge­fochten habe. Du erinnerst Dich aber, wie schmählich diese

Dänen uns stets behandelt und wie verächtlich sie von Allem sprachen, was deutsch ist und bleiben will, und wirst mir deshalb auch glauben, daß ihren Kugeln zu trotzen und gegen sie zu kämpfen für mich gar nichts ist; aber das kann ich Dich versichern, so vor die Front und vor seinen eigenen General zu treten und sich eine Uhr von ihm umhängen zu lassen, wenn aller Augen auf Ei­nen allein gerichtet sind, und die Kameraden das Gewehr präsentiren, das ist etwas, da gehört weit mehr Muth dazu, als wacker auf den Feind zu schlagen; hebe des­halb die Uhr gut auf. Werde ich nicht todt geschossen, und ist unser schönes Vaterland wieder frei, so heirathen wir bald und Du kannst sie dann später unsern Kindern zeigen und ihnen sagen, wie ich dazu gekommen bin."

Physikalische Geographie. Von Dr. Heinrich Berghaus' geographisches Jahrbuch zur Mittheilung aller wichtigeren neuen Erforschungen ist das erste und zweite Heft bei Justus Perthes erschienen. Das erste enthält 1) Forschungen im östlichen Himalapah, einen Brief von Dr. I. D. Hooker von A. v. Humboldt, der besonders Bemerkungen über die Höhe der bedeutendsten Himalavah- gipfel gibt, davon die höchste unter allen mit Genauig­keit gemessenen der Ranchaiujunga ist; 2) einen Brief des Dr. Eh. T. Beke über die geographische Verbreitung der Sprachen in Abpssinicn und den Nachbarländern, mit einer Sprachenkarte; 3) Bemerkungen über den Ur­sprung und die Urheimath der Gallas; 4) neue Höhcn- bestimmungen des Großglockner, von den Brüdern Schlagintweit an A. v. Humboldt, wonach der Groß­glockner der höchste Gipfel der deutschen Alpen ist; 5) Untersuchungen über Quellenbildung und die Jsogcother- men der Alpen; 6) über die Untersuchung der Tempe­raturverhältnisse der Quellen; 7) Beiträge zur genauern Kenntniß des nördlichen Mexico; 8) über die Flora der Magelhaenschen Länder; 9) Killi Mandscharo, das Schnee- gebirge im tropischen Ost-Afrika unter 32/3° füdl. Br., aus dem Tagebuche des Missionärs Rebmann auf seiner Reise von Manbas in das Land Dschagga im Jahr 1848; 10) Nachrichten von den brittischen Erpeditionen nach Tübet in den Jahren 1846 und 1848, deren letz­tere zur Regulirung der Grenze zwischen Ladak und dem chinesischen Gebiet unternommen wurde. Das erst kürz­lich erschienene zweite Heft des Jahrbuchs ist ebenso reich an gediegenen Forschungen. In der elften Abhandlung über die Bergketten und Flußsysteme in Afrika liefert der Herausgeber eine allgemeine Uebersicht der Kenntnisse, welche man gegenwärtig über die Bodengestaltung des geheimnißvollen Innern dieses Erdtheils besitzt. Die Ab­handlung dient zur Erklärung einer dem Heste beigegebc- nen kleinen Karte von Afrika, die in Folge mühsamer Untersuchung ein ganz anderes Bild von den Flußsystemen und Bergketten dieses Erdtheils gibt, als es uns die bis­herigen Karten zeigten. Die deutschen Reisenden Barth und Overweg, die eben jetzt unterwegs sind, werden zu erforschen haben, ob der Verfasser der Karte das Richtige traf oder nicht. Ein Nachtrag der Abhandlung bespricht die Lage des N'Gami, des im südlichen Afrika entdeckten Sees, der auch Mampur heißt, und unter diesem Namen,