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lich .bekannt", hat am 13. September den zwanzigsten Hauptplaneten des Sonnensystmls entdeckt und demselben den Namen Victoria gegeben. Auf die von dem Entdecker gegebene Nachricht ist der Planet in der Nacht vom 27. zum 28. Septembsr , die nach anhaltender Trübung die erste günstige war, auf der Sternwarte in Leipzig mit dem Frauenhofer'schen Refraktor als ein gut kenntlicher Stern achter bis neunter Größe, 6 Grad westlich vom Stern Algenib im Pegasus aufgefunden und seine Position mit Hülfe eines benachbarten Fixsternes aus den Königsberger Zonen bestimmt worden. Er ist heller als die meisten der in neuerer Zeit entdeckten kleinen Planeten der Gruppe zwischen Mars und Jupiter, zu welcher er, nach der gegenwärtigen Größe seiner rückläufigen Bewegung, ohne Zweifel gehört. Victoria ist der zwölfte Planet aus dieser Gruppe.
Von Karl Gutzkow's Roman in neun Büchern: „Die Ritter vom Geist", demselbm Werke, welches die „Deutsche Allgemeine Zeitung" seit einigen Monaten in ihrer artistisch-belletristischen Beilage veröffentlicht, ist so eben in besonderem Abdruck der erste Band bei F. A. Brockhaus in Leipzig erschienen. — Franz Dingelfte d t' s Drama: „Das Haus der Barneveldt" ist von den vorzüglichen Kräften der Hofbühnc zu Dresden dargestellt und mit Beifall ausgenommen worden. — Meyer- beer ist in Paris angenommen. Seine neue Oper „die Afrikanerin" soll daselbst noch im Laufe dieses Winters zur Aufführung kommen; mit der großen Oper sind die Unterhandlungen schon eingeleitet.
Stuttgart, 3. November, Das vergangenen Sonnabend den 2. November im Bürgermuseum Statt gefundene Koncert zum Besten Schleswig-Holsteins war zahlreich besucht und ergab einen Reinertrag von 175 bis 180 Gulden nach Abzug der Kosten, die dadurch sehr unbedeutend ausfielen, daß die Bürgergesellschaft die kostspielige Beleuchtung des Saales als ihren Beitrag zum Zwecke des Koncerts übernommen hatte. Sämmtliche vorgetragenenen Nummern wurden, so weit man Ansprüche an Dilettanten zu machen berechtigt ist, zur Zufriedenheit der Zuhörer ausgeführt, mehrere sogar besser, als sie je in Stuttgart exekutirt wurden, wie z. B. der Frauenchor mit Soli aus Spontini's Vestalin. Der von Hrn. Oberstudienrath Schwab gesprochene Prolog fand so allgemei- • nen Anklang, daß wir des Dankes unserer Leser versichert sind, wenn wir ihn nachstehend folgen lassen:
Für Kchleswig-Kolftein.
Im friedevollcn Reich der Töne Vereinigt uns dte Harmonie; Da herrscht sie noch in ihrer Schöne, Doch aus dem Leben schwindet sie: Denn draußen klafft ja die Entzweiung, Denn draußen stürmt ja die Parteiung, Die sich der Eintracht starr verschließt; Die — Freunde trennt, und Feinde koppelt, Den Haß verschärft, das Gist verdoppelt Und ätzend in die Wunden gießt.
Ja, hütet ängstlich eure Stimmen, Die ihr zum Einklang fertig seid, Daß nicht den Mißlaut euch, den grimmen, Eiuhauche der entbrannte Streit.
Was soll geschehen, was entstehen?
Schon wieder liegt die Zeit in Wehen, Ein unheimliches Kreißen ist's.
Schon regt in Meinung und im Worte Der Krieg sich, — drängt sich nach der Psorte Die Mißgestalt des Bürgerzwists.
Wo ein't sich der gespaltene Wille? Wo ist des Volkes Herz noch ganz? Wo ruht das Land der Waffenstille, Wo winkt das Elis Griechenlands? Wo sitzt auf seinem goldncn Throne Der Zeus Olympia's, die Krone, Die unbcstrittne, aus dem Haupt? Antlitz voll Majestät und Güte, Der Huld, des Heils lebend'ge Blüthe, Wo lächelst du, geliebt, geglaubt?
Land, das die heil'ge Sage feiert, Nach dem des Geistes Auge sicht, Aus dem Novcmbcrgualm entschleiert Sich uns dein priesterlich Gebiet. . Der Tempel strahlet, wo der Richter, Der Völkerkämpfe letzter Schlichter, Der Nationenhirte thront.
Das Nicken seiner dunkeln Brauen Durchzückt die Welt mit frommen Grauen. Es scheut, was ihm zu Füßen wohnt.
Die Wallfahrt nach des Rechtes Quelle Füllt seit Jahrtausenden den Pfad. Wer ist's, der heute dieser Schwelle Mit schwankem, krankem Schritte naht? Ein Weib in schwarzem Wittwenkleide, Das Aug voll unnennbarem Leide Glänzt traurig durch der Schleier Flor. — Welch ein Gefühl durchzückt uns Alle? Wie sehnlich zicht's uns nach der Halle, Wo sie kniet in des Tempels Thor.
Sie beut dem Mitleid, beut dem Spotte Ihr edles Haupt in Ruhe dar.
Sie wirft sich nieder vor dem Gotte, Und opfert an dem Hochaltar.
Ein armer Scherf ist ihre Gabe, Von so viel alter, reicher Habe Blieb ihr kein besseres Geschenk.
Von Schätzen — nichts, noch stolzem Heere, — Ein Seufzer nur der Völkerehre: „Sei Schleswig-Holsteins eingedenk!» Erkennt das Volk, das ich gesehen Gestützt auf einen Herrscherarm Im Kaiserdiademe stehen, Germania! dich — ganz in Harm?
Gepries'nc Mutier edler Kinder, Auch jetzt im Jammer doch nicht minder Geliebte Mutter! zweifle nicht!
Vergessen hier ist alle Fehde, Verstummt ist Red' und Gegenrede, Und einig macht uns Eine Pflicht.
Was auch das Herz mit Gluth entflamme, Was auch von Freiheit wir geträumt;
Verließen wir dich in dem Stamme, Der dein Gewand mit Blute säumt: Dem Dränger dann, dem nächsten besten, Käm' er aus Osten oder Westen, Verfielen wir zu schnödem Raub;
Ein Thon, nicht werth, daß man ihn knete, Ein Wurm, werth, daß man ihn zertrete, Du selbst — ein Name nur, ein Staub!
Das wende Der, den du gerufen, Der Gott der Völker wend' es ab. Steh auf von seines Tempels Sticken, Und wiege deinen Herrscherstab.