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aufzählte und mit dem Wunsche schloß, daß der leitende Gcoankc der Eisteddvod nicht Uebergabe, aber Verbindung unv Versöhnung (no comproinise, but Combination and anexation) sein werde. Dieses erregte jedoch die Un­zufriedenheit der wallisischen Partei, die ihn oft mit dem Rufe: „Zur Sache!" unterbrach. Nach ihm sprach Hr. Hicks-Owen, Pfarrvikar von Tremeirchion, welcher die Vor­züge gälischer Sprache, Literatur, Dichtung und Musik vor allen andern mit großer Lebendigkeit und heftiger Geber­dung pries und von unaufhörlichem, betäubenden Beisalls- lärm und dem Rufe: Clywch! Clywch! (dem Hört! Hört! der Walliser) begleitet wurde. Darauf wurden die Preise vertheilt; den Hauptpreis, welcher darin besteht, daß der damit Geehrte den Barden-Sessel einnimmt, er- bidt Jeyswr Cynddyn ab Cynsarche (Rev. Evan Evans von Christthon). Die nächsten Preise waren 25) Guineen und eine goldene Medaille. Sieben Gedichte erhielten gro- ßcs Lob. Darauf schlug Lord Powis den gewöhnlichen Dank an den Präsidenten vor und die Versammlung ging auseinander. Abends fand sodann das Festessen statt. Hier präsidirte ebenfalls Lord Mostyn, unterstützt vom Grafen Powis als Vicepräsidenten, hatte aber allerdings schon etwas mehr Mühe, den nationalitätischen Feuereifer mancher „Kambern", welcher den Frieden der Gäste hätte stören können, in Zügel zu halten. Aled o Lon _ stieg auf seinen Stuhl, setzte die Ausführungen des Rev. Hicks- Owen fort und rügte bitter, daß an dieser Tafel englisch gesprochen und englische Musikanten zum Aufspielen zu­gelasten würden. Die Ultra-Welschen riefen zwar Clywch! Clywch! wurden aber von den angelsächsischen Zischern überholt, und als der wälsche Ministrel seinen Umgang um die Tafel antrat und seinen „Ländler" mit Variatio­nen zu singen begann, wurde er halbwegs schon mit dem Rufe: „Pennilion !•• (ein Kürzeres!) unterbrochen; als er nun ein anderes anstimmte, wollte man ihn gar nicht mehr hören, was weder dem wallisischen Gesänge zum Rubine gereicht, noch eine gründliche Vorliebe der Gäste für die volksthümlichen Weisen ihrer keltischen Altvordem bezeugt. Am 25. wurde dann wieder das Eisteddvod ge- balten; Archidiakonus Williams hielt heute einen Vortrag über die waUisische Literatur, Talhaiarn forderte zur Kul­ten- der gälischen Dichtkunst unter stürmischem Beifall auf. Darauf Wettstreit der Harfenspieler. Um den Preis der goldenen Medaille der Lady Erskine für die beste Varia­tion des gälischen Liedes: „Pen Rhaw“ stritten Edward Foues, Jean ab Rhys, Owen Jones, Edward Hughes, Richard Pugh, David Morris, John Roberts, Clewellyn Williams, Peter Robert und Ellis Roberts, Harfner des Prinzen von Wallis. Unter den Gästen waren Lord und Lady Dinorben, Miß Lloyd, Sir W. W. Wyne, der Bischof v. St. Asaph, Sir L. Parry, der Dechant von Bangor, Lady Erskine, Sir Robert und Lady Vaughan, die Mißes Aberperogwin, Lloyd-Mostvn, Harriett Mos- tyn rc. re.

* Brüssel. Das Tbéâlre - Italien frangais (eine llntrrnehmung der Her-ren Quelus und Bocca) ist mit

Verdi's neuer Oper I Masnadieri eröffnet worden. Das Buch dieser Oper ist nichts mehr und nichts weniger, als Schillers „Räuber", etwas verrenkt und verzerrt. Die Rolle des Carlo Moor, welche mit den Blechinstrumenten gewaltig zu kämpfen hat, erfüllte Mazzi mit wahrer Tap­ferkeit und blieb Herr der Massen. Mit der Rolle des Francesco Moor wurde ein Bariton, Morelli, cingesührt, der großen Beifall fand. Im 2. Akt ist ein Duett von Amalia und Francesco (Madame Medari und Morelli) von großer Wirkung, im 3. eins von Carlo und Ama­lia. Im 4. Akt empfindet Francesco Gewissensqualen, der Pfarrer verweigert ihm die Absolution, die Masna­dieri bringen Amalien gefangen ein und Carlo weiß sich aus der Verlegenheit nicht anders zu helfen, als indem er Amalien ersticht; vorher singen sie jedoch ein herrliches Terzett (Mad. Medari, Mazzi und Zucconi), welches die Folge hatte, daß diese drei gleich nach dem Fallen des Vorhangs stürmisch gerufen wurden.

- Mailand. Ain 17. v. M. wurde hier der Ge­burtstag des Kaisers gefeiert. Es war ein schöner, aber auch ein stiller Tag. Kein Mensch zu sehen, noch zu hö­ren, nicht an den Fenstern, nicht auf den Straßen, nicht im Dom. Alles war wie ausgewandert; sie hatten fast sämmtlich Landpartien gemacht; um diese Zeit ist das üblich, da sind viele Pickenits auf dem Lande. Heute schienen sic sich das Wort gegeben zu haben, sie auf den einen Tag zu verlegen (zum Unglück ist derselbe auch der Jahrestag der österreichischen Stockprügelseenen von 1849.) Nach dem Tedcum, nach der Revüe u. s. w. kamen sie lustig zurück, soweit Mailand jetzt lustig sein kann; die meisten vornehmen Familien wohnen schon' seit Jahr und Tag im Auslande. Die Gewerbe, namentlich Luxus- Gewerbe, liegen darnieder, der Corso ist kaum mehr zu erkennen. Die Scala ist geschlossen; das hat Radetzky nicht verhindern können. Nur die Beamten haben ihre Abonnements behalten wollen; die andern haben sich mit den schweren Kriegslasten entschuldigt. Da veranstaltete Radetzky ein Militär-Abonnement im Parterre für Unter- offieiere; sofort blieben die Bürger mit ihren Familien fort. Der Bankerott des Impresario blieb nickn aus. Das Orchester, 90 Personen, retirirte ins Theater Car- cano und gab dort große Koncerte, bald kam eine Sän­ger-Truppe hinzu und nun geben sie Opern.

— In Rudnij in Serbien lebt ein alter Mann Namens Mathia Jeflics, welcher bereits das 125. Fahr seines Lebensalters erreicht; er hatte noch unter dem berühmten Laudon gedient, — ist noch immer frisch und munter, und erzählt öfter mit Hochgenuß von seinem Feldhernu. Er hat zwei Söhne, von denen der eine 70, der andere 75 Jahre alt ist. Sein weißes Kopfhaar spielt ins Grüne und er hat noch neun gute Zähne im Mund.

Am 14. d. M. sollte Mosenchals „Ein deutsches Dichterleben" zu Hamburg auf dem Stadttheater auf; geführt werten.

Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. -*- Druck von Fr. Scheel in Kassel.