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8 Meilen betragen. Eine Idee von der beispiellosen Menge des Materials, welche zu diesem Gebäude wird verwandt werden, gibt die Thatsache, daß das Glas allein nahe an 400 Tonnen wiegen wird. Die Oberfläche znm Ausstellen wird einen Raum von ungefähr 21 englischen Ackers einnehmen. Der Total- Kubikinhalt des Gebäudes wird 33 Mill. Kubikfuß .ein. Die Gesammtsumme des Unternehmungsvertrags für die Benutzung, Abnutzung und Erhaltung ist 79,800 Pfo. Sterl, oder sehr wenig mehr als 9/i6 eines Penny pr. Kubikfuß. Der Gesammtwerth des Gebäudes, wollte man es dauernd beibehalten, würde 150,000 Pfo. St. sein, oder etwas weniger als 1'/,, Penny pr. Kubikfuß. Da diejenigen, welche gegen den Park im Allgemeinen Opposition machten, einige ihrer Einwürfe, seitdem die Frage des Parks erledigt worden, auf den Plan des Gebäudes insbesondere übertragen und gesucht haben, gegen diesen Plan wegen des Regens von Außen und des verdickten Dunstes im Innern den Einwurf zu machen, daß sie (nämlich der Regen und der Dunst) den Grund zu einem Moraste und die Atmosphäre zu einem Nebel machen würden, so dürfen wir nicht unterlassen, einer sinnreichen Methove zu gedenken, durch welche Herr Parton einer jeden Gefahr vorgebeugt, daß die Ausstellung auf eine solche Weise überschwemmt werde. Das Glasdach besteht aus einer Reihe von „Hügeln und Thälern", genau 8 Fuß breit. Längs der Abdachung von Außen und Innen wird das Wasser in Rinnen geleitet, welche an dem oberen Theile eines jeden Pfeilers befestigt sind, wo es dann durch diese Pfeiler selbst entrinnt. Nirgends läuft das Wasser weiter als 12 Fuß, ehe es die Einsenkungen erreicht. Erwähnt mag werden, daß an den vorläufigen Werkstätten ein Theil der wirklichen Bedachung zu sehen ist. — Die Borkehrung zur Lüftung ist, nach der Versicherung des Herrn Parton, ein ganz besonderer Theil seines Planes. Er sagt, das ganze Gebäude werde mit Luft- oder Vennlationsbrettern versehen werden, die so angebracht sind, daß sie die Luft zulassen, aber den Regen ausschließen. Das Dach und die Südseite des Gebäudes wird mit Kannevas bedeckt werden, — und bei sehr heißem Wetter kann dieser begossen und so das Innere kühl erhalten werden, In dem Kreuzflügel allein werden mehr als 5000 Fuß Oberfläche Ventilatoren angebracht werden. Dadurch, daß die Südseite und das Dach des Gebäudes mit Kannevas bedeckt wird, wird ein sanftes Licht über das ganze Gebäude verbreitet, und wird die ganze Glasfläche der nördlichen Seite des Gebäudes dem Innern ein unmittelbares Licht zuwenden. Znm Schluß mag erwähnt werden, um den reißenden Fortschritt zu bezeichnen, welcher in der Ausführung der hier auseinandergesetzten Plane vor sich geht, daß am 31. August die ersten Gußtheile auf bem Kanale von Dudley und Wolverhampton abgeladen wurden. Der allgemeine Eifer, zu den Materialien dieses Gebäudes beizutragen — zugleich ein Beweis, daß das
Interesse, welches das große Werk ins Leben rief, zunimmt — dürfte den Kostcnbedarf, wie wir hören, wahrscheinlich etwas vermindern. Schließlich hoffen wir zuversichtlich, daß bei der nahen Aussicht auf das Ereigniß und unter dem Einflüsse desselben alle Betheiligten mit dem großartigen Plane der Gewerbe- ausstellung — und mit seinem Palaste von Glas — endlich werden ausgesöhnt werden.
Koncert.
* Fräulein Wilhelmine Claus Pianistin aus Prag, gab Milwoch den 25. Sept, im Hanusch'schen Saale ein Conzert, worin sie ein Trio von L. Spohr op. 124 — Nocturne von Chopin — Rhapsodie von Dreischock — Beethovens große Sonate C-dur — und schließlich eine große Fantasie von Willmers vortrug. In diesen verschiedenen Genres gediegen klassischer, und modern romantischer Komposition bewährte sich die noch sehr junge Künstlerin als eine Koryphäe ihres Faches und entzückte die ziemlich zahlreich versammelten Musikfreunde auf das überraschendste. Eine gründliche Schule in klassischer Klavier-Musik, eine technische Fertigkeit in Behandlung ihres Instrumentes, eine bewunderungswürdige Leichtigkeit in Besiegung der Schwierigkeiten, wie solche selten gefunden werden, verbunden mit den seelenvollen hingehauchten Tönen, die wie Sylphiden ans höheren Sphären das Menschenohr umschweben, werden die jugendliche Künstlerin überall schnell zum gefeierten Liebling des musikliebenden Publikums machen; wie ich höre begiebt sich dieselbe gegenwärtig nach Paris, wo sie bald eine der hervorragendsten Celebritäten der dortigen Solons bilden dürfte.
Kassel. B.
Vermischtes.
* Paris. (Der Maire von Montmartre.) Die nachfolgende Darstellung eines der gerichtlichen Untersuchung verfallenen Hergangs ist vollkommen geeignet, eine Vorstellung von dem Treiben und der Aufwirbelung aller Verhältnisse und Lagen in dieser Weltstadt zu geben. Die wichtige Vorstadt Montmartre gehört schon zur Unterpräfcktur von St. Denis. Seit der Februarrevolution hatte dieselbe einen wirklich musterhaften Maire in der Person eines Grasen Paul von Veigny. Thätig und verständig zugleich, säuberte er den Ort von socialistischen Wühlern, erwarb er sich den Beifall der Oberbehörden und der wohlgesinnten Einwohner ; er hatte gute Manieren, intercssirte sich für Literatur und Kunst, kurz er war ein beliebter Mann und mußte zum wenigsten zur Unterpräscktur reifen. Seine Karte schmückte eine Grasen- trone, sein Knopfloch ein Bändchen der Ehrenlegion. Er war im Elysèc wohl ausgenommen. Auf einem der dortigen Bälle lernte er ein deutsches Fräulein von Akel kennen, die selbst fürstlicher Verwandtschaft sich rühmen kann. Unser Graf v. Veigny unterließ nicht, auch seiner Seits eine Abstammung vom adeligsten Vollblut geltend zu machen und urkundlich zu belegen; die Partie kam zu Stande und die Gemeinde Montmartre fühlte sich ungeachtet unserer republikanischen Zeitläufte recht geehrt durch den vornehmen Maire und seine aristokratische Verbindung. Bald aber tauchten gar widerwärtige Gerüchte und Verdachte auf; anonyme Briefe kamen in Umlauf, welche enthüllten, der Graf