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Unterhalt ungsblatt

zur ReuLN Heffifchm Zeitumg.

M M. Sonntag, den 25. Angnst. H8LO

Jacharias Taylor,

graste int der Bereinigten Staaten von Nordamerika.

Der am 9. Juli in Washington an der Cholera verstorbene Präsident der Vereinigten Staaten war, so schreibt ein New-Iorker Blatt, am 24. Nov. 1786 im Staate Virginien, Orange-Grafschaft, geboren, auf einem Boden, welcher der Union schon mehrere Präsidenten gegeben. Als der kleine Zachary erst we­nige Monate alt war, wanderte sein Vater, Oberst Richard Taylor, der sich im Revolutionskrieg ausge­zeichnet hatte, mit seiner Familie nach Kentucky aus. Er war einer von denSchanzgräbern (pioneers)" ver Civilisation in Amerika. Kaum zehn Jahre zu­vor halte sich die erste Wohnung eines weißen Mannes auf dem weiten Landstrich zwischen der Westgrenze Virginiens und dem fernen Mississippi erhoben. Auch zur Zeit, wo Oberst Taylor dort einwanderte, war der kühne Ansiedler noch genöthigt, mit seiner Büchse dem Indianer und den Raubthieren sein Anrecht auf den Boden abzuringen. Viel nützliche, wenn auch rauhe Disciplin lag in diesem Grenzerleben. Die Fährlich- keiten, denen er fortwährend ausgesetzt war, gaben ihm Selbstvertrauen, Geistesgegenwart und lehrten ihn die Gefahr verachten eine tüchtige Vorschule für wichtige Unternehmungen. Alle Leibes- und Gei­steskräfte wurden da in beständiger Uebung erhalten, gestählt und geschmeidigt zum Handeln. Solange er noch jung war, unterstützte der künftige Präsident seinen Vater in der Feldarbeit und bei der Jagd, und viese frühzeitige Abhärtung gegen alle Rauheiten und Abwechselungen des Wetters bei einfachster Kost legte den Grund zu einer Körperkonstitution, welche ihm in den Strapazen und Gefahren seines spätern Lebens wohl zu Statten kam. In den Wintermonaten besuchte er die Schule, wo eine solche, wie entfernt auch immer, zugänglich war, und im Sommer ar­beitete er auf dem Farm. Die Abenteuer seiner Schul­zeit bildeten ihm einiger Maßen seine kriegerische Zu­kunst vor. Bei einer Gelegenheit ward ein Indianer

in englischer Uniform in der nächsten Nähe des Schul­hauses erschossen; ein älterer Mitschüler scheuchte in dem umliegenden Gehölz vier Indianer auf, und er­schoß sie im Lauf einen nach dem andern. Dieser junge Mann, Whetsel mit Namen, wurde hernach Taylors Lehrer in der Kriegskunst. Während er noch minder­jährig war, schienen die Bewegungen Aaron Buers im Westen die Integrität der Union zu bedrohen, und Taylor beeilte sich in ein patriotisches Freikorps ein­zutreten. Nach bald wiederhergestellter Ruhe kehrte er zu seinen landwirthschaftlichen Arbeiten und seinen Studien zurück. Als bald daraus ein älterer Bruder starb, warv er an dessen Stelle, auf Verwendung seines Verwandten James Madison, vom Präsidenten Jefferson zu einem Lieutenant in der Armee ernannt, am 3. Mai 1808. Taylor war nicht so bald in den Kriegsdienst seines Vaterlands eingetreten, als er für dasselbe sein Leben wagte. Durch seine Vertheidigung des Forts Harrison gegen eine große Ueberzahl schützte er eine Grenzmark vor Verwüstung. Diese frühe Waffenthat war gleichsam der Grundstein, auf welchem sich der Bau seines Ruhms durch eine vierzigjährige Dienstzeit hoch und höher hob, bis ihm zuletzt sein glücklicher Feldzug in Meriko, welcher Kalifornien für die Vereinigten Staaten erwarb, einen Ruf gewann, der sich über die ganze Welt auSbreitete. Auf viele Punkte seiner Laufbahn deuten seine Landsleute mit großem Stolz. In dem Kriege mit England verthei­digte er tapfer den obengenannten nur halbbefcstigtcn Grenzposten gegen eine an Zahl weit überlegene Schaal- Indianer, und schlug sie mit einer Handvoll Leute in die Flucht. Gleich berühmt machte er sich während des Jndianerkriegs im Nordwesten, durch seine Siege im Florida-Krieg, durch die Wegnahme der starkbe­festigten und starkbemannten Stadt Monterey, und endlich durch seinen entscheidenden Sieg über das 25,000 Mann starke merikanische Heer unter Santa Anna, welchen er mit 4000 Freiwilligen, die noch niemals im Kampfe gewesen, und 500 Mann regu­lären Truppen schlug. In diesem wie in dem spätern