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jeder Art den König in seinem Deutschland verpfän­deten Worte wankend zn machen sucht, lautet also: »Nur getrost und getreu! das ist unsere Lo­sung in dieser schweren Zeit, das rufen wir auch Ew. Majestät zu. Nur getrost, denn der Herr ist mit uns, auch wenn die Welt spottend sagt: wo ist denn nun dein Gott? Nur getreu dem Treuen! denn die Treue behält und erhält die Krone, auch wenn die Welt für sie nur Dornen hat." — Wenn Friedrich Wilhelm in Wahrheit, wie er verheißen hat, »den Weg der Ehre, des Rechts und der Treue" zu wandeln entschlossen ist, so kann die Wahl dessen, was in Erfurt ferner zu thun und zu lassen ist, nicht zweifelhaft sein.

Ende Juni. O

Vermischtes.

* Die würtembergische Zeitung berichtet: Die Buch­handlung Beck und Fränkel hängt gegenwärtig ein Karrikaturbild aus den Leuchtkugeln zum Fenster heraus. Es stellt die durch die Fürsten, Aristokraten, Diplomaten, Bureaukraten und Pfaffen dreißigfach erdolchte Germania dar, vor welcher ein Mann mit einer Bürgerkrone auf dem Haupte steht, der ihr noch einen Dolchstich beibringt. Obgleich sie bereits 30 Stiche hat, und daher noth­wendig todt sein muß — denn die Dolche stecken, gleich Blutigeln, in der Brust der Germania, so wie über­haupt in denjenigen Theilen des Körpers, wo schon eine solche Wunde töntet — so fragt sie den auf sie losstechenven Mann gleichwohl: »auch Du mein Sohn?" Oben auf dem Bilde steht geschrieben: „Auch ein Römer, aber kein Brutus." Daß der Mann mit der Bürgerkrone und dem Dolche den Staatsrath Römer vorstellen soll, ist leicht zu errathen. Der gegen die Germania gezuckte Dolch bezeichnet wohl die Renitenz Römers gegen die Beschlüsse der Volksversammlung in Reutlingen und des Rumpfparlaments in Stuttgart? Hätte er diesem Folge gegeben, hätte er das Treiben des Rumpfparlaments in Württemberg geduldet, hätte er die schwachen Kräfte des Landes in einem Kriege mit den mächtigsten Staaten Deutschlands vergeudet, so wäre er kein Brutus, wohl aber ein Brutum, welche letztere Benennung alle Diejenigen verdienen, die ihm so abgeschmackte Zumuthungen gemacht haben, Zumu- thungen, welche die Zumuthenven am Allerwenigsten erfüllt haben würden.

* London. (Die große Industrie-Ausstel­lung.) Die Times sagt über die für das Gebäude zur großen Industrieausstellung eingelaufenen Pläne, es seien deren überhaupt 245 von den angesehensten unD namhaftesten Architekten verschiedener Länder bei dem Komite kingegangen, meist von Engländern, dann von Franzosen, auch von Deutschen und Holländern. Von

diesen hat das Komite 70 zur besondern ehrenwerthen und vorzüglichen Erwähnung in Rücksicht auf archi­tektonisches Verdienst, genaue Konstruktion und geschmack­volle Anordnung hervorgehoben. Unter diesen befinden sich die Pläne von vier deutschen Architekten: Louis Kahne in Braunschweig, M. Laves in Hannover, Adolph Rosengarten (aus Kassel) in Hamburg und Paul Sprenger in Wien. Der Plan des letztem ist wrever unter den 16 Plänen, die aus den 70 als vorzüglich angeführt worden. Ausgeführt wird wohl keiner dieser 245 Pläne werden, weil das Komite wie­der ganz neue Einrichtungsvorschläge genehmigt hat. Die königlichen Kommissare hatten auch für die drei besten Zeichnungen zu der Preis-Medaille eine Beloh­nung von 100 Pfv. Sterl, für jede, welche acceptirl wird, und von 50 Pfd. St. für die nächstbeste ausge­setzt. Es sind 129 Zeichnungen eingegangen und ausge­stellt und ist eine Auswahl-Kommission bestellt worden, bestehend aus Lord Colbourne und den HHrn. Dyce, Gibson, Lami, C. Newton, I. D. Passavant und Dr. Waagen. Diese präsentirten dem Komite die drei an­nehmbarsten Zeichnungen Nr. 65, 24 und 105, dem­nächst die Nr. 104, 28 und 68. Die drei ersten Preise erhalten demnach die HH. Bonnardel zu Paris, Wyon und Adams zu London, Die drei nächsten die HH. Joyn Hancock zu London, L. Wiener zu Brüssel und Gayrard zu Paris.

(Sir Nob. Peel's Beisetzung.) Der Leich­nam war im Vorsaal von Drapton-Manor ausgesetzt. Der Sarg war mit karmoisin Sammt bedeckt und mit vergoldeten Wappen und Zierrathen versehen; auf der Mittelplatte war blos diese Inschrift: The Right-Ho- norable — Sir Robert Peel, Bart. M. P. — Born Febr. 6. 1788. — Died July 2, 1850. — Aged 62 years. — Darüber eine Trauerdecke von schwarzem Sammet, an deren Rand und Enden Schil­der auf weißem Atlas mit den Wappen und Zeichen der verschiedenen Mitglieder der Familie Peel, darunter das Weberschiff und die Biene vorherrschend, mit der In­schrift : Industriae. — Der Vater des Sir Rob. Peel (der erste Sir Robert Peel) war 1750 zu Tamworth geboren, zog sich 1820 nach Drayton-Manor von den Geschäften zurück und starb, 80 Jahr alt, im I. 1830. Er hinterließ aus seiner ersten Ehe mit Ellen Nates (geb. 1760, gest. 1803) 6 Söhne und 3 Töchter, näm­lich: Mary, vermählt mit Robert Dawson von Dawson- Castle in Irland, — Elisabeth, vermählt mit dem Rev. W. Cockburn, Dechanten von Jork, — Robert (verm. 1820 mit der Tochter des verst. Generals Sir John Floyd (aus dieser Ehe sind: der nunmehrige Sir Rob. Peel, geb. 1822, bisheriger Geschäftsträger in Der Schweiz; Frederick, Mitglied des Parlaments; Wil­liam, Schiffskapitän, erst 25 Jahr alt; John Floyd, Lieutenant in der Füsiliergarve; Arthur, noch aus Schulen; die Lady Villiers; Elisabeth, unver­mählt) — William Nates Peel, vermählt mit Jane Elisabeth Moore, Schwester des Grafen von Mount­cashel, — Edmund , vermählt mit Emilie Griffen, —