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chens hinter ^ich den ersten Muth gegeben. „Seit jenem Tage wurde Görgey ein Günstling der Nation und der besondere Liebling Kossuths."

Nach der Schlacht bei Gödöllö (7. April) und der später möglich gewordenen Entsetzung Komorns erklärte das debrecziner Parlament im Siegesübermuth Un­garn zum unabhängigen Land. Zu Görgey's Kriegs­ruhm kam noch die Erstürmung Ofens hinzu, er wur­de Oberkoinmandant und Kriegsminister in einer Per­son. Wie es in Revolutionen zu gehen pflegt, wenn es zum wirklichen Kampf gekommen, es wendete sich die Theilnahme nach und nach nur einzelnen Personen zu, in Debreczin war es Kossuth allein, unter den Soldaten Görgey, der genannt wurde. Ein gegenseiti­ger Argwohn mußte nothwendig erwachen, und den Folgen dieses Zwiespalts will der Verfasser einzig die Bewältigung des Aufstands zuschreiben. Als die Rus­sen von Galizien über Kaschau herunterdrangen und die Kaiserlichen Görgey erst die Waaglinie, dann Raab aufzugeben gezwungen hatten, schickte Kossuth einige Deputirte an den General, der bei Komorn mit der Hauptmacht stand, und ließ anfragen, ob er sich den Beschlüssen des Kriegöraths und der Regierung sügen und den Feind aufhalten wolle. Görgey versprach allen „heilsamen" Anordnungen Gehorsam. Als Ant­wort hierauf erschien in Pesth am 2. Jul. eine „offene Verordnung von dem Oberbefehlshaber der Gesammt- armee", gezeichnet Mefzaros, welche den Feldmarschall- Lieutnant Dembinski zum Kommandanten der Gesamt­armee ernannte. Daß Kossuth die Polen stets zu be­günstigen suchte, weil sie in Ungarn immer Fremde blieben und darum nie seinem Einfluß schaden sonnten, wird Jedem einleuchtend sein, der Kossuth nicht für ei­nen Engel und frei von jedem persönlichen Ehrgeiz hält. Görgey erhielt nach dem blutigen Gefecht bei Acs, wo er verwundet wurde, Nachricht von jenem Erlaß vom 2. Juli, der ihm das Portefeuille des Kriegs und das Oberkommando nahm. „Von dieser Stunde an keimte in ihm jener schmähliche Anschlag, den er bei Vilagos vollführte." (Schluß folgt.)

Vermischtes.

Aus Schleswig-Holstein. (Konst. Ztg.) Sie wünschen Nachricht von dem, was ich hier höre und sehe. Vor Allem weder Entmuthigung noch Zweifel. Ich habe in diesen drei Tagen, da der JohanniSmarkt viele Landleute an die Gasttafeln führte, wohl hundert

Personen aus beiden Herzogthümern gesprochen, Adelige, Bauern und Bürger, Demokraten, Reaktionäre und was dazwischen liegt; — und nur ein stark socialistischer junger Herr meinte: es wäre Unsinn, den Krieg führen zu wollen ; das koste Geld, welches man besser anwenden könne. Allen Andern, aber allen, lag der Gedanke, des „Landes Recht" aufzugeben, völlig außer dem Gesichts­kreise. — Es ist eine merkwürdige Art, die dieses Volk hat. Wer Phrasen, Exstase, Enthusiasmus erwartet, wird sich wundern, jetzt, acht Tage vor dem Kriege, den man ohne Hülfe führen wird, die Stimmung völlig ge­messen, völlig gleichmäßig zu finden; nicht einmal hef­tige Urtheile über Preußens Politik haben wir gehört. Man weiß sehr gut, daß man an der Schwelle einer vielleicht furchtbaren Zukunft steht, daß von der Gier, dem Haß, der Rache der Dänen alles Entsetzlichste zu erwarten ist, wenn sie siegen; daß selbst ein glücklicher Kampf durch die unberechenbaren Entschließungen der Großmächte vergeblich und dem Lande zum Unheil ge­wendet werden kann; aber um nichts weniger ist man gemeint, sein Recht zu behaupten; „es ist unsere Schul­digkeit!" sagen sie. Das Volk hier gleicht jenen frie­sischen Schiffern auf dem Meere, die ernst und einsil­big ihre Schuldigkeit thun, nur noch kälter und schweig­samer, wenn das wilde Wetter kommt, in Mitten der Gefahr so regelmäßig und sicher in ihrem Dienst, als könnte es nicht anders sein; und spült die wilde Welle ihren Buben über Bord, so ist es Golds Wille. Es hat dieser stolze Ernst dieses Landes etwas tief Ergrei­fendes; es hat mich erröthen gemacht, gerade hier Preu­ßen mehr bemitleiden als beschuldigen zu hören. Auch an diesem Unheil, sagt ein Gelehrter, sei in erster Reihe Oesterreich Schuld, das schon sein schleswigscher Lands­mann Hippolytus a Lapide als das Verderben Deutsch­lands erkannt habe. Das Princip dcr Legitimität weiß nicht, was es thut, wenn cs dieses Volk mißhandelt. — Unter den Studenten haben beide Kriegsjahre stark auf­geräumt; die zurückgekehrten — sie hören in ihren Uni­formen — sind musterhaft in Fleiß und Leistungen; auf vorgestern waren sie zu ihren Korps einberufen; Tags vorher waren noch alle Kollegien voll. Bezeichnend auch ist, daß bei der allgemeinen Deputirtenwahl hier von etwa 112 stimmberechtigten Studenten nur 7 für den demokratischen Kandidaten gestimmt haben. — Die Ge­wißheit, daß man kämpfen und allein kämpfen wird, hat in allen Ständen ein Gefühl der Genugthuung verbreitet. Die Zwanzigjährigen sind die jüngste Al­tersklasse, Die zum Dienst verpflichtet ist; wiederholt haben sich neunzehnjährige zusammcngethan, auch ihre Einberufung zu erbitten: es ist ihnen bisher nicht ge­willfahrt worden. — Vor Allem fiel mir auf, daß man hier sehr achtsam auf Rußland ist, ohne ein von dort­her drohendes militärisches Einschreiten irgend hoch an­zuschlagen. Ein verständiger Gutsbesitzer sagte mir: Rußland kann mit nicht weniger als 40,000 Mann kommen, da es nicht Gefahr laufen darf, sich militärisch zu komprvmittircn; und so viele, selbst wenn Rußland sie transportiren könnte, würde sich Dänemark und England verbitten. Ueber die russischen Schiffe lächelt