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Anter h alt nngsblatt

zur Neuem Hessischem Zeßtumg.

M 2^ Sonntag, den N. Juni. 1S5O*

Eugen Sue, der Social-Kommunist.

Die Aufstellung dieses Vielschreibers als Kandidat der Socialisten von Paris hat billiger Weise großes Aufsehen gemacht. Eugen Sue ist die verkörperte Lüge unserer Zeit. Er gibt sich den Anschein, für dasUnglück" der Proletarier zu schwärmen und sich demselben beizugesellen, während er thatsächlich in den raffinirtesten Genüssen des möglichst denkbarsten Lurus schwelgt, ohne ein Herz für seinen leidenden Mitmenschen zu haben. Er, den neulich ein Korre­spondent der A. Ztg. als den Ausdruck der pariser Gemeinheit bezeichnete, er, der moderne Herostrat, der die Welt in Brand zu stecken versucht, er besitzt einen Landsitz, mir Bordes genannt, den eine eben erschienene Schrift von Hrn. August Johannet in fol­gender Weise schildert:Man kann sich von die­sem ausgesuchten Lurus, von diesen Kostbarkeiten und Kapricen aller Art keinen Begriff machen; hier ist ein Speisesaal, wo die Schenktische und Etageren voll mit Tischgeschirr, Porzellan und Krystallen, sich mit Malereien und Blumen vereinigen, um zu den Ver­gnügungen des Tisches auch eine vollständige Augen­weide hinzuzufügen; dort, ist eine Gallerie, wo die Bilder, Statuetten, Zeichnungen, Kupferstiche die Phantasie aufregen. Ueberall Gold, Sammt, Seide und weiche Teppiche. Ueberall ist Geschmack und Kunst in tausendfachster Weise angewendet, um den Glanz, die Zierde und die Annehmlichkeit zu vermeh­ren. Ein großer Salon, der mit einer Sorgfalt, von der man sich keine Vorstellung macht, meublirt und dekorirt ist, stellt genau denjenigen des Helden vor, der in einem Romane Sue's fungirt; und ohne Zwei­fel auf seine Anordnungen wurde in dem vortrefflich gearbeiteten Holzwerk eines gothischen Kamins die heil. Magdalena zu den Füßen des Herrn in einge­legter Arbeit dargestellt, wie er ihr sagt, daß ihr

ihre Sünden vergeben werden. Eine kleine, mit grü­nem Laub und balsamischen Bouquets verzierte Galle­rte, welche zum Promeniren dient, geht rings um ein Parterre, das von den vorzüglichsten Gärtnern auf die mannigfachste und kostbarste Weise gepflegt wird. Ein Bassin ist der Spiegel, in welchem diese Schönheiten sich wieder sehen, und auf welchem edle Schwäne einherziehen. Diese Promenade ist ein Mei­sterwerk des Komforts: sie ist gegen Wind und Regen gesichert. Gitterwerk und Balustraden, verkleidet mit kletterndem Strauchwerk, machen diese Promenade der Sonnenhitze und dem Frost gleich unzugänglich. Eine mit geschickt geflochtenem Stroh bedeckte Kuppel be­wahrt sie vor den Wiederwärtigkeiten der Jahreszeiten. Es ist eine Art irdisches Paradies inmitten der Ein­samkeit; auf der andern Seite steht ein wundervoll angelegter Park den Promenaden zu Fuß, zu Pferde oder zu Wagen offen. Dort kommt man zu Kiosks, zu ländlichen Hütten, gräziösen Brücken, und vorzüg­lich zu einer Fasanerie, aus welcher jährlich Miriaden von Fasanen hervorgehen, die für die leichten und ergiebigen Jagden des berühmten Kommunisten be­stimmt sind, dessen Wächter eine strenge Acht haben, damit Niemand das Wildpret berühre. Ein untadelhaft reinlicher Hof führt zu der Stallung der Wagenpferde, deren eines den Namen Paradox hat, welches über dessen Stalle eingravirt ist. Eine gefirnißte und grün an- gestrichene Bretterwand macht aus diesem Stalle ein behäbiges Gemach, inner und außer welchem das Tag für Tag geputze Messing an allen Thüren, an allen Fenstern und an Allem glänzt, was zum Ge­brauch der Bürger-Pferde gehört. Nahe daran ist ein Bor einzig und allein für, die vielgeliebte Stute des Bürgers Eugen Sue, die berühmte Good Lady, bestimmt, mit einer noch größern Sorgfalt dekorirt; in den Ecken dieser Art von Oase, innerhalb welcher diese Sultanin eine vollständige Freiheit genießt, stehen Körbe, welche ihr reichliche Nahrung bieten. Good- Lady ist abgerichtet wie ein Zögling Frankonis. Aber