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Unter h alt ungs blatt

zur Reuen Hessischen Zeitung.

M iS Sonntag den 11 April. 1$M

Die Sklaverei in den Vereinigten Staaten.

(Schluß.)

Die Agitation für eine Trennung der 15 Staaten des Südens von der Union hat im Süden einen ge­wissen Umfang unter der Slavokratie, wie man die Sklaven haltende Aristokratie bezeichnet hat, gewonnen. Ein Konvent von Delegaten der südlichen Staaten ist auf den Juni d. I. nach Nashille in Tenessee aus­geschrieben worden. Die gesetzgebenden Versamm­lungen einiger Staaten, Süd-Karolina und Georgien, haben beschlossen, Wahlen zu diesem Konvent anzu? ordnen. Als Zweck desselben wird angegeben die Wah­rung der Interessen des Südens und, wenn es nöthig sein würde, die Bildung eines südlichen Bundesstaates.

Aber die bloß ausgesprochene Absicht, auf eine Trennung der Union loszuarbeiten, hat genügt, die Parteien des ganzen Nordens und Westens und alle Patrioten des Südens gegen die Disunionisten mit einem Schlage zu verbinden. Die Gesetzgebung von Tenessee selbst, des Sklavenstaates, in dem der Tren- nungskonvent sich versammeln will, hat die energisch­sten Beschlüsse gegen eine Auflösung der Union gefaßt. Es sei beschlossen, so lauten dieselben, daß die Fort­dauer des Glücks, des Wohlstandes und der Freiheit selbst, von dem Fortbestehen der einen und untheilba­ren Union abhängt. Daß die Zerstörung der Sache Der Freiheit in unserem eigenen theueren Vaterland seine Wirkungen nicht auf die Ufer der Heimath Was­hingtons beschränken würde, sondern daß es die Todtenglocke jeder freien Regierung in der ganzen ci- vilisirten Welt läuten hieße. Daß das patriotische Volk des Staates Tenessee, indem es den verderblichen Ersolg einer Trennung der Union von diesen Staaten selbst, von seinen Kindern und von der Welt abwen­det und indem es eine heilige Rücksicht auf das An­denken und die Dienste seiner revolutionären Väter empfindet, ausharren und die Union vertheidigen wird

in allen Fällen und bis zum letzten Ende." Mögen die Disunionisten unter der Aufsicht dieses Volkes ihre Konvention zu Nashville immerhin abhalten.

Massen-Meetings durch den ganzen Norden und Westen sprechen sich natürlich in demselben Sinne aus. Für die westlichen Sklavenstaaten, Missouri und Ken­tucky ist die Erhaltung der Union eine materielle Le­bensfrage. Sie stehen daher gleichfalls bei der Union. Selbst Teras, das Schooßkind des Südens, hat sich durch seinen Erpräsidenten und jetzigen Senator Hou­ston, den einflußreichsten Mann in jenem Lande, gegen die DisunionisteN ausgesprochen. Wenn man zwei Wölfe auf der Prairie heulen hört, sagte er, so würde man schwören, es wären tausend. So ist es mit diesen Wölfen, die nach der Auflösung der Union heulen, sie machen einen großen Lärm. Viel Geschrei und wenig Wolle, würden wir sagen.

Präsident Taylor hat in seiner Jahres - Botschaft und später in einer speciellen Botschaft an den Kon­greß seine Politik in Betreff Kaliforniens und Neu- Meriko's an den Tag gelegt. So wenig ich im Ganzen ein Verehrer seines schwächlichen Whigregi­ments sein kann, so glaube ich doch, daß er in dieser Frage den einzig richtigen Weg gewählt hat. Er schlägt dem Kongreß vor, Kalifornien aufzunehmen, Neu'-Meriko aber und den übrigen Territorien keine Regierungen zu geben, bis sie selbst stark genug wä­ren, sich solche zu organisiren, um gleich als Staaten in die Union zu treten. Er will dadurch das Wilmot Proviso umgehen uns es der Souverainetät des Vol­kes der Territorien selbst überlassen, die Sklaverei einzuführen oder auszuschließen. Der Zankapfel des theoretischen Wilmot Proviso wäre dadurch vermieden und praktisch würde die Sache der Humanität und Freiheit siegen, denn in der That würde das Volk keines dieser sklavenfreien Territorien dulven, daß man Sklaven in sein Gebiet einführe.

Der Norden selbst hat sich dieser Politik des Prä­sidenten angeschlossen. Er hat das Wilmot Proviso