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sie Illinois und Missouri verlassen und weiter nach dem Westen in das menschenleere Innere wandern wollten. Im Frühling des Jahres 1846 ist auch Solches in aller Ordnung geschehen. Der Ausgang ihres Zuges und die Ansiedelung im Thale des Salz­sees sind bekannt.

Dr. Kandau^s Worlräge über vaterländische Geschichte.

L

Der durch so manches für die Kenntniß unseres Vaterlandes verdienstvolle Werk bekannte Archivar unseres Staats - Archivs, Herr Dr. Landau, hat sich auch an den seit dem Beginn dieses Winters im Kas- selschen Bürgerverein wöchentlich gehaltenen Vorle­sungen mit einer Reihe von Vorträgen betheiligt, welche die interessantesten Partien unserer heimischen Ver­gangenheit behandeln.

Dinge, welche bisher im Dunkel der Archive ver­borgen lagen und deren Kenntniß man schmerzlich vermissen mußte, treten hier mit überraschender Deut­lichkeit und in durchgebildeter lebensvoller Form zu Tage. Hoffentlich wird Herr Dr. Landau den Wunsch seiner Zuhörer erfüllen und seine Vorträge dem grö­ßeren Publikum demnächst übergeben. Einstweilen möge es uns vergönnt sein, die Hauptmomente der­selben in kurzen Zügen anzudeuten.

Der am 25. Januar gehaltene Vortrag war einer Darstellung der Bemühungen der beiden Land­grafen Wilhelm IV. und Moritz zur Hebung der Kunst und Industrie des hessischen Vol­kes gewidmet. Die Bestrebungen beider Fürsten wur­den gleich im Beginn des Vornags als wesentlich verschieden bezeichnet: „Wilhelm wär noch mehr der alte Gutsherr; was er that , that .er noch mehr für sich, er berechnete sorgfältig, was is ihm kosten und was es ihm einbringen werde. Moritz ist dagegen schon ganz der Fürst, er ist der Mittelpunkt, er ist der Staat selbst, freilich in einem viel ediern Sinne, als dieses bei Ludwig XIV. der Fall war, er sieht sich als den Statthalter Gottes, erkennt zugleich aber auch die schwere Verantwortung an, welche damit auf seinem Haupte ruht. Was er thut, thut er nicht mehr für sich, er fragt nicht mehr, was bringt es mir ein, sondern er fragt nur, was nützt es dem Allgemeinen?" re. Es folgte hierauf die Darstellung

der für ihre Verhältnisse wirklich großartigen Bestre­bungen der beiden Fürsten, die industrielle Thätigkeit ihres Volkes zu heben. Moritz gründete sogar eine Industrieschule zu Kassel für arme Knaben, mit der Absicht, ähnliche Anstalten auch in allen übrigen Städten hervorzurufen. Leider trat allen diesen Plä­nen der ängstlichste Zunftgeist hemmend in den WeH. Dennoch würde Manches sich Bahn gebrochen haben, wären nicht alle Keime des Guten durch den dazwi­schen kommenden dreßigjährigen Krieg wieder erstickt worden.

Gedichte von Klotilde.

Vcrgieb.

Ich that dir weh, ich weiß es, doch Vcrgieb, vcrgieb!

Ich habe dich ja immer noch So lieb, so lieb.

Du glaubst mich froh, du glaubst mich kalt, Ich bin es nicht!

Mit Lachen thu' ich mir Gewalt, Mein Herze bricht.

Wenn ich des Abends bin allein

Mit meiner Noth

In meinem stillen Kämmerlein

Bei Gott, bei Gott;

Dann bet' ich heiß zu ihm empor

Mit nassem Blick:

Gieb mir den Freund, den ich verlor,

Den Freund zurück! —

In Göttingen brachten am 13. d. M. Studenten dem Musikdirektor Wehner eine schöne Nachtmusik mit dem Musikkorps der Garde-Kürassire aus Nord heim, als schwachen Beweis ihrer dankbaren Anerken­nung, daß er die ihm befreundete Künstlerin Fräulein Jenny Lind zu sich eingeladen und sie zu zwei Koncerten bewogen hatte. Ein doppeltes Hoch galt sowohl ihm als seiner Frau Gemahlin, die sich als eine liebenswürdige Wirthin das Verdienst erwirbt, stets fremden Künstlern Göttingen lieb und heimisch zu machen.

Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Druck von Fr. Scheel in Kassel.