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Vor viesen Wölfen im Schafspelze könnet ihr euch nicht genug verwahren; sie sind weit gefährlicher als der übermächtigste Feind; ihre Sache ist nur, Verhältnisse zu lösen, und ihr Ehrgeiz wäre am bittersten bestraft, sollten sie nur eines jener Bande wieder anknüpfen müssen, deren sie Hunderte mit frevelnder Hand zerrissen haben!
Hat es ihnen nun geglückt, irgendwo die Gemüther in Aufruhr zu bringen, Alles mit sich selbst, mit seiner Stelle, mit seinen Vorgesetzten und Nebenmännern uneins zu machen, und mit thatloser Zaghaftigkeit und mit Mißtrauen zu erfüllen, so ist ihre Laufbahn geöffnet, — dann gibt es der Intriguen , des wechselseitigen Widerstrebens, der Erpressungen und Plünderungen kein Ende; um die Früchte bequemer zu pflücken, wird der ganze Baum niedergehauen."
Die Kraft und die Festigkeit, welche die französische Regierung gegen die Feinde der gesellschaftlichen Ordnung entwickelt, hat auf die Industrie belebend eingewirkt. Die Seidenweber in Lyon, die Baumwol- lenspinner in Rouen und die Tuchmacher in Sedan, Elbeuf uud Bouviers haben im verstossenen Jahre vollauf zu thun gehabt. Aber nicht nur die Arbeit, sondern auch der Spekulationsgeist hat einen neuen Aufschwung genommen. In Paris allein sind nach dem Konstitutionnel (12. Januar) 3000 Patente auf ausschließliche Benutzung gemachter Erfindungen vom Handelsminister im Laufe des Jahres 1849 verliehen worden, fast eben so viele wie 1847, während die Zahl der Patente 1848 auf 1173 gefallen war. Auch die in der Hauptstadt verfertigten Lurusgegenstände aller Art (articles de Paris genannt) werden wiederum sehr gesucht. Die große Industrie-Ausstellung, die voriges Jahr in Paris Statt fand, hat auch zur Hebung der Industrie beigetragen; die Hauptsache bleibt aber immer die Energie, mit welcher die Regierung, besonders seit Louis Bonaparte's Erwählung zum Präsidenten, die öffentliche Ruhe aufrecht zu erhalten weiß und dadurch dem Verkehr und der Arbeit Lust und Vertrauen einflößt. (C. C.)
Dieser Tage hat ein großer Buchhändler des Quai Malaquais auf einer Versteigerung ein Buch mit folgendem bizarren Titel gekauft: „Verfassung ver französischen Republik. Dijon, 1793. Ein Band in 12.
Eingebunden in Menschenleder." Es eristirte in der That von 1792 bis 1794 zu Meydon bei Paris eine Gerberei von Menschenhaut, die nicht nur zu Bücher-Einbänden, sondern sogar zur Verfertigung anderer Lederwaaren benutzt wurde, wie der Historiker Montgaillard erzählt. Derselbe sagt wörtlich: „Von den guten unv schönen Leichnamen der Hingerichteten wurde die Haut abgezogen und mit besonderer Sorgfalt gegerbt. Die Haut der Männer war fester und überhaupt besser, als Gemsenleder; die der Frauen war wegen der Weichheit der Gewebe weniger fest." (Journ. des Deb.)
In letztvergangener Woche hat das ästhetische Berlin zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder den Genuß gehabt, sich an den wissenschaftlichen Vorlesungen in der Singakademie zu erbauen. Der Kanonendonner des 18. März 1848 hatte diese Versammlungen buchstäblich gesprengt; die letzte Vorlesung konnte an jenem Tage von Hrn. v. Viebahn nicht gehalten werden.
Was Kind am S'arge der Mutter.
Nicht bergen will ich, Mutter, meine Thränen
An deinem frühen Sarg;
Nicht hemmen will ich meines Herzens Sehnen,
Das ich wohl sonst verbarg.
Dein Geist, mit seinen Lieben hier verbunden,
(Mein Glaube sagt cö mir)
Ist auch in ernsten, wehmuthsvollen Stunden
Nicht ganz entfernt von hier.
Wie konnt' ich deine Liebe dir vergelten?
Ich kann es leider nicht;
Doch dankbar sein bis zu den fernsten Welten
Ist meine KindcSpflicht.
Noch hoffte ich am Abend dieses Lebens
Dein stilles, heitres Glück.
Ich Arme! ach, ich hoffte ja vergebens;
Du kehrst uns nicht zurück.
Doch klagen? Nein, das wäre nicht Ergebung
In Gottes Vaterhand.
Dich Wiedersehn, ist Trost, ist mir Erhebung
Jm bessern Heimathsland.
G. K. Brunner.
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Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Druck von Fr. Scheel in Kassel.