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dann in halbstündigen Zwischenräumen die Armeekorps Klapka's und Dannauich's über die Donau und begannen um 2 Uhr Morgens den Sturm auf die kaiserlichen Schanzen. Die Brigaden Knesics und Dipold drangen zuerst ein; mit Tagesanbruch ward O-Szöny von Klapka mit dem Bajonnet genommen, und früh um 8 Uhr waren sämmtliche Schanzwerke in den Händen der Insurgenten. Komorn blieb nach Eröffnung des Sommerfeldzuges der Pivot aller Operationen Görgey's, und das mörderische Geschützfeuer aus der Festung und ihren Schanzwerken bewies sich in bcn heißen Affairen am 2. und 11. Juli als der gewaltigste Alliirte und Bündner der Ungarn. Als Görgey nach Waitzen aufbrach, ließ er etwa 18# bis 20,000 Mann Garnison unter Klapka's Kommando in Komorn zurück. Dieser unternahm, die Schwäche des Cernirungskorps geschickt benützend, mehrere glänzende Ausfälle. Der brillanteste fand am 3. August mit solchem Erfolge Statt, daß selbst Raab sn die Hände der Malkontenten gerieth und die Postverbin- dung zwischen Wien und Pesth längere Zeit unterbrochen blieb. Eintreffende Verstärkung erlaubte endlich den österreichischen Generalen, abermals die Offensive zu ergreifen. Se. Ercell. der Kriegsminister Graf Gyulai erschien persönlich auf dem Kriegsschauplätze, und Klapka ward aufs neue in seine fast uneinnehmbare Löwenhöhle zurückgeworfen. Die Kapitulation zu Vilagos führte nach manchem Zögern auch die Uebergabe des österreichischen Gibraltars herbei. Die bekannten Bedingungen der Kapitulation wurden am 27. Sept, unterzeichnet, und am 23. Okt. Abends flatterte bereits die kaiserliche Fahne auf den steilen Wällen. In Komorn ging die blutige Tragödie: „Koffuths Glück und Ende" betitelt, zur Neige, die mit der Ermordung des Grafen Lamberg auf der pesth-ofner Schiffbrücke begann und ihre Katastrophe weit von der Hauptstadt, in einer anderen Festung Ungarns, in Arad gefunden. In dem weiten Umkreise der Monarchie prangt nunmehr der kaiserliche Doppelaar auf allen Zinnen; der Frieden, ein gerngesehener Gast, naht mit schüchternem Schritt und Tritt und streut seine Blumen und Aehren auf das riesige Schlachtfeld Pannonien, könnten wir bald mit Anastasius Grün ausrufen: Längst sieht vor Rosen man das Schwert nicht mehr! (Pescher Z.)
Kunstausstellung.
(Fortsetzung.)
Während Martersteig's Tendenz mehr auf die Darstellung des Individuellen und Realen hinausgeht, gibt sich in Gräfle's Triumph Hermann's mehr die Richtung auf das allgemein Ideale und auf formale Schönheit, als auf das natürlich Charakteristische kund; im Huß schlägt das dramatische Element bei Entwickelung der Energie der Leidenschaft durch, im Hermann herrscht ein lyrisches Pathos vor. Her^ mann von seinem Kriegsgefolge auf den Schild gehoben, hält vor der Leiche des Varus an. Sein Gedankengang wird dadurch natürlich auf den besiegten Gegner gelenkt, und eine dramatische Auffassungs- weisc der Situation hätte in der Beziehung Hermann's auf den Varus ein äußerst wirksames Motiv für die Komposition gefunden. So aber schaut Hermann in passiver Haltung in den Jubel der Deinigen darein, fast abwehrend oder beruhigend, wie die nach außen hin mit einer Biegung nach unten vorgestreckte linke Hand schließen läßt, da sein Gesicht nichts ausdrückt. Das Streben nach einer unbestimmten, nicht im Individuellen wurzelnden und diese verklärenden Idealität drückt sich namentlich in der konventionellen regelmäßigen Schönheit der jüngeren Gestalten aus; ihr Typus erinnert unwillkührlich an die römischen Jünglinge auf den antikisirenden Bildern David's. Die Zeichnung ist korrekt, ja theilweise'meisterhaft, die Formen und Linien sind schön bis auf wenige Ausnahmen, z. B. den harten Kontur des unmodellirten Schenkels, welchen der junge Germane im Vordergrund links zeigt; aber wir vermissen individuelles Leben und jene scharf ausgeprägten Charaktere, wie sie Naturvölkern eigen sind. Diese jungen Germanen haben, abgcsehn von einer gewissen durchgehenden Familienähnlichkeit , welche auf ein Paar Modelle schließen läßt, wohlproportionirte jugendliche glatte Gesichtszüge und hellbraune oder blonde schöngelockte Haare; den Eindruck von deutschen Altvordercn aus den Wäldern und Mooren Westfalens machen sie nicht.