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Campagne einem geschlagenen Heere Schutz gibt und alle Fortschritte des Feindes hemmt, wie wir es wäh­rend des Feldzuges unter Sr. Durchlaucht dem Feld- marschall Fürsten Windischgrätz selbst erlebten. Seit dem Feldzuge von 1809 war Komorn gänzlich hcrgc- stcllt und als Palladium des Kaiserstaates, besonders Ungarns, bewacht. Schade, daß man im vorigen Jahre die fast unersteiglich gewordene Festung nicht loyaleren Händen anvertraute. Die Werke Komorns haben eine sehr große Ausdehnung. Die alte, minder bedeutende innere Festung wird von der neueren stark geschirmt und die ganze Vcrtheidigungslinie noch durch Redouten und andere Verschanzungen verstärkt. Ueberall gab es hinlängliche Uebergänge über die Ströme, gleichfalls nicht nur mit Brückenköpfen, sondern mit ganzen Reihen Verschanzungen vertheidigt. Alle diese Werke fordern 10,000 Mann, um sie zu besetzen, während andere 10,000 Mann kasernirt und 10,000 Mann kasemattirt werden können. Die Kasernen selbst können bei dringender Gefahr durch bloße Abdachung in feste Citadellen verwandelt werden und dienen durch Anbringung von Schießlöchern als neue Forts zur Vertheidigung. Komorn hat übrigens auch seine Schat­tenseiten, als das Austreten der Donau, das jedoch nur die obere Festung bedroht; die Erdbeben, denen Komorn ausgesetzt ist; endlich im Sommer die Sipp­schaft der Fieber und Krankheiten von Mantua, Te- mesvar und Malghera. Eine der schrecklichsten Erschüt­terungen sand im Jahre 1763 Stall. Beinahe eben so fürchterlich wirthschaftete das Erdbeben, das 1822 am 18. Februar um halb 6 Uhr Abends begann. Zu den historischen Merkwürdigkeiten Komorns gehört, daß am 22. Februar im Jahre 1440 die Königin Elisabeth und Wittwe Albrechts von Oesterreich hier in Gegenwart mehrerer Landesherren und namentlich des Reichspalatins Lorenz von Hedervar, bei offenen Thü­ren den Thronerben Prinzen Ladislaus Posthumus gebar. Bei Komorn siegte auch Rudolf II. über Mu­rad III. Im Herbste vorigen Jahres, wie gesagt, ver­gaß man, Komorn getreuen Händen zu übergeben, und die kaiserliche Fahne mußte der Trikolore weichen. Die Festung gerieth im September in die Gewalt der Magyaren. Sie war erst vorigen Sommer neu her­gestellt worden, zählte 260 Kanonen, besaß alle nöthige Munition und Lebensmittel auf ein Jahr. Artillerie- Major Mack, Oberstlieutenant Törek vom Geniekorps, Graf Paul Esterhazy und Meßlenyi, Kossuth's Schwa­ger, spielten die Hauptrolle. Die Besatzung bestand aus etwa 10,000 Mann. Die Brigade Lederer stand

bereits Ende December vor Komorn, eine Art Cerni- rung konnte aber erst im Januar 1849 nach Eintreffen des Feldmarschall-Lieutenants Simonich mit seinerDi- vision bewerkstelligt werden. Die rauhe Jahreszeit, die Unterbrechung der Ecrnirungslinie durch den Eisgang auf der Donau, die Ausrüstung der Belagerungs­Artillerie, ja selbst die geringe Anzahl disponibler Truppen verursachte lange Verzögerung , und erst am 31. März war an eine engere Cernirung des ganzen Umfanges von Komorn 51t denken. An diesem Tage wurde die Palatinal-Linie, die Festung und der Do­nau-Brückenkopf aus 42 Geschützen beschossen und dadurch der Zweck des Angriffes, den Feind in der ganzen Umfassung zu beschäftigen und zu prüfen, er­reicht. Tages darauf kamen noch 12 schwere Kanonen und 2 sechzigpfündige Mörser. Bis zum 15. April verweilte die bange Bevölkerung in den nordöstlichen Theilen der Stadt. Von diesem Tage an wurde die Stadt nach ihrem ganzen Umfange aus den näher gerückten Feuerschlünden mit Bomben und 24pfündi- gen Kugeln beschossen. Das Loos der Einwohner war, ohne poetische Uebertreibung gesprochen, wahrhaftig traurig. Auf allen Gesichtern las man Niedergeschla- genheit oder Verzweiflung. Alles verließ seine Häuser. Viele zogen nach dem Dorfe Jsza hinüber. Andere waren in den Festungswerken der Kossuthschanzen zu- sammengedrängt. Die Meisten aber gingen zu den am Ufer der Waag stehenden Holzbuden und auf die so­genannte Kurie, wo gewöhnlich Markt gehalten zu werden pflegt. Hier errichteten sie, wie ihre nomadi­schen Vorältern, Zelte und Hütten und legten sich zitternd vor den krachenden Bomben, die durch ganze Nächte wie feurige Meteore stadtüber flogen, wie Sol­daten im Feldlager in den Kleidern zur Ruhe, um im Fall einer Feuersbrunst sogleich marschfertig zu sein. Da die Kommunikation von allen Seiten abgeschnitten war, stiegen die Preise ins Unglaubliche, doch starb Niemand den Hungertod, auch war keiner gezwungen, Pferdefleisch zu essen, wie man damals in Budapcsth fabelte. Die Garnison wollte von keiner Uebergabe hören, und selbst die energische Proklamation Sr. Er- cellenz des Felvzeugmeistcrs Baron Welden that nicht die erwünschte Wirkung. Erst am 28. April erschien der neue Festungskommandant, der Engländer Guyon, der sich mit etwa vier Dutzend Husaren durch die österreichischen Vorposten gewagt hatte und die Kunde von dem anrückenden Succurse überbrachte. Das Bom­bardement währte bis zum 25. April Mitternacht. Um diese Zeit setzten querst die Abtheilung Knesic's,