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spannung ist auch nicht von Gußeisen. Verpflegung muß sein. Das Talent, diese stets in bestem Zustande zu erhalten, gehört mit zu den Kardinaleigenschaften eines großen Feldherrn. Gerade um Verpflegung soll sich Dembinski nie bekümmert haben. Zudem verstand er sich nicht auf die Natur des ungarischen Soldaten. Der Ungar ist kein englischer Rothrock, der phlegmatisch im heftigsten Bataillefcuer auf die Ordre zum Angriffe wartet, gleichgültig die einschlagenden Kugeln betrachtend, als wären sie Bremsen, nichts weiter. Man denke an Waterloo, wo das historische „Ich wollte, es käme die Nacht oder die Preußen," die einzige Aeußerung während des tagelangen Kugelregens war und blieb. Der Ungar ist, wie der Franzose, zum Sturm geboren, „Vorwärts, fällt das Ba- jonnet," seine liebste Losung. Dieß nicht beachtend, beging Dembinski noch andere Fehler. So stellte er unter Anderem in der heißen Temesvarer Aktion neuausgehobene Rekruten, mit bloßen Piken bewaffnet, als Kanonenbeveckung auf, und diese Jungens sollten an einem Platze aushalten, wo der kampfergraute Soldat etwas bleicher, als gewöhnlich sei?! Also erzählte jener Deutsche. (C. B. a. B.)
Fric-ensprophezeiungen.
Bei Anlaß des Friedenskongresses lesen wir im Globe unter diesem Titel Folgendes: Am 21. Januar 1792 faßte die französische National-Versammlung den feierlichen Beschluß, sich nicht anders in einen Krieg einzulassen, als in unvermeidlicher Nothwehr. Am 31. desselben Monates eröffnete Georg 1IL das britische Parlament mit einer Rede, worin er das Land beglückwünschte über die Aussicht auf dauernden Frieden und in Folge davon auf eine Verminderung der Ausgaben für die Land- und Seemacht. Gegen Ende derselben Session sprach Pitt im Unterhause: England hatte nie eine schönere Aussicht auf lange dauernden Frieden, und ich glaube, wir können für die nächsten
zehn Jahre mit Zuversicht aus Frieden rechnen. Der Vertrag von 1786 hatte damals beinahe ganz freien Handelsverkehr zwischen England und Frankreich herbeigeführt, uuv der Handel zwischen den beiden Ländern hatte in den sechs Jahren reißend zugenommen. In demselben Jahre (1792) hatte in Orleans das Volk in einem Ergüsse begeisterten Wohlwollens gegen England das Standbild der Johanna d'Arc auf dem Marktplatz niedergeworfen, ausdrücklich deßwegen, weil es bei seiner Errichtung dazu bestimmt gewesen wäre, das Andenken eines Triumphes über den jetzigen neuen Bundesgenossen zu verewigen. Doch siehe! im Februar 1793 hatte Frankreich gegen England, Holland und Oesterreich den Krieg schon begonnen, welcher fast ohne Unterbrechung bis 1815 dauerte.
Kunstausstellung.
(Fortsetzung.)
Im letzten Zimmer sind die beiden bedeutendsten Historienbilder, welche der Turnus uns dieß Mal gebracht hat, ausgestellt: Der H u ß von Martersteig und Hermann's Triumph von Gräfle, zwei Bilder, die einen merkwürdigen Gegensatz zu einander bilden. Jenes Bild athmet Haß, dieses Liebe. Das eine hat einen unterliegenden Märtyrer, das andere einen Sieger, einen Helden zum Vorwurf, das eine stellt die Unterdrückung religiöser Freiheit, den Untergang eines kirchlichen Reformators, das andere den Sieg nationaler Unabhängigkeit und den Triumph eines politischen Heros dar, eines Retters des Vaterlandes, oder — wie die Kreuzzeitung sagen würde — eines Meuterers und Jnsurgentenchefs; denn das Letztere ist Hermann der Cherusker für Jeden, der in den Schleswig-Holsteinern Rebellen und in dem ungarischen Nationalkrieg eine bloße Meuteret erlHickt. Aber nicht bloß im Gegenstand, auch in der Auffassungsweise und in der technischen Behandlung zeigt sich ein scharfer Kontrast. Martersteig's Huß weist, na-