Unterhalt««gsblatt
zur Murn HeMscheN Zeitung.
M^2. Sonntag den 28. Oktober. WM
De Doom, Vigneaur & Vrisar in San Francisco an E. H. van Jütphen in Köln.
San Francisko, 31. Juli 1849.
(Aus dem Hasen vom 2. August.)
Obgleich die Bevölkerung unseres Landes von Tag zu Tage außerordentlich zunimmt, so sind doch Lebensmittel und Kleidungsstücke in Ueberfluß vorhanden, weßhalb augenblicklich deren Verkauf nach Ankunft nur mit geringem Nutzen realisirt werden kann. Ein günstiges Resultat scheitert aber auch häufig deßhalb, weil die Cargadeurs die Waaren nicht in Magazinen unterbringen können und demnach gezwungen sind, dieselben gleich bei Ankunft zu verkaufen. Die Preise am Hafen von San Francisko sind um 100 M. geringer, als diejenigen, welche im Innern des Landes bezahlt werden; eine Besserung wird aber auch hierfür eintreten, sobald die in Europa für uns angefertigten Häuser und Magazine ankommen, so wie auch, wenn diejenigen Wohnungen hergestellt sind, die hier aus allen möglichen, kaum erdenklichen Materialien konstruirt werden! Nicht allein ist man hier aufs Thätigste mit der Anfertigung von Wohnungen beschäftigt, sondern man sieht auch jetzt schon den Flüssen des Sacramento und Joachim entlang viele neue Städte und Ortschaften emportauchen! — Trotz all' dieser Bau-Anstrengungen kann den in Anzahl anlangenden Einwanderern nicht gleich Obdach verschafft werden, und gehört daher ein Logis zu den kostspieligsten Ausgaben, weßhalb auch ein Haus als ein Schatz betrachtet werden kann, woraus unglaubliche Revenüen gezogen werden! Sobald die Goldgräber gegen Winter, mit Golde beladen, aus den Lagern im Innern sich zurückziehen und hierher kom
men, so zahlen diese noch enormere Summen für Logis, als dieses von den im Sommer anströmenden Einwanderern zu geschehen pflegt, und es ist vorauszusehen — wie groß die Vorräthe an Lebensmitteln und Waaren auch sein mögen — daß die Goldgräber den Unterschied der Preise hier gegen die an den Goldlagern erkennen und für die kommende ArbeitsEpoche (April bis November) sich schon mit Waaren und Nahrungsmitteln so reichlich versorgen werden, daß zu jener Zeit, im Frühjahre 1850 ein geregelterer Geschäftsverkehr und bessere Preise zu erwarten sind. Der Goldreichthum ist in der That unerschöpflich und beweisen dieß schon unsere Waaren-Erpeditionen nach dem Innern und die dagegen zurückkehrenden Retouren in Gold. Ein Arbeiter gewinnt 1 â 3 Unzen (D. 16 â 60) per Tag; jedoch erwartet man täglich die Ankunst besserer und zweckmäßigerer Einrichtungen (Maschinen) zum Ausbeuten des Goldes, die man, sobald die Flüsse etwas ausgetrocknet sind, zu verwenden gedenkt. Das Haus Eroß, Hobson u. Comp. dahier verkaufte kürzlich an Don F. Leon ein Stück Gold, welches für die Königin Viktoria bestimmt sein soll, zum Preise von 3500 D. (19,224 Fr.). — Es haben einige Ruhestörungen zwischen den Eingeborenen und Spaniern, die einen angestammten Haß gegen Letztere haben, Statt gehabt, so daß mehrere Spanier, von ihren Gegnern verfolgt, theilweise die Minen verlassen mußten. Die sich hier aufhaltenden, zu diesem Komplott gehörenden Müßiggänger wurden durch unsere Polizei, die jetzt stark durch die Unterstützung der ordentlichen Bevölkerung geworden, verhaftet und ist dadurch jetzt auch die Rubez^Mder völlig hergestellt. Außerdem hat sich hier noch eine rechtskräftige Bürgerwehr, pi welche sich jeder Gutgesinnte einreiht und sich mit Liebe und Eifer dem