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durch Hentzi's Treulosigkeit und Barbarei die Milde des ungarischen Reichstages schwer büßen müssen.

Als die ungarische Armee sammt dem Reichstage sich über die Theiß zurückzog, wandte sich Moritz Per- czel nach dem Süden und sammelte oberhalb Pesth in den Komitaten zwischen der Donau und Theiß einen Guerillahaufen, mit welchem er sich gegen die Bacska und die sogenannte serbische Woiwodschaft wandte. Hier bestand er eine Reihe von Kämpfen, anfangs mit wechselndem, später mit entschiedenem Glück; er ent­setzte Szegedin, rückte in Theresiopol ein, schlug den serbischen Heerführer Stratomirowich, den österreichi­schen General Puffer, den Räuber und Baudenführer Knicjanin und erstürmte am Ende die festen Schanzen von St. Thomas, wodurch die Eroberung der Bacska vollendet und gesichert wurde. Zambor, Neusatz, Pan- skowa wurden von ihm besetzt und durch seine Ope­rationen im Banater Generalat gelang ihm die Ver­bindung mit dem von Siebenbürgen her gegen Te- mesvar andringenden General Bem. Seine spätere Aufgabe war gegen Syrmien, Slavonien und Kroatien gerichtet.

Von der Verwegenheit Perczel's will ich nur einen Zug erzählen: Als Windischgrätz Pesth besetzte, ver­ließ Pcrczel plötzlich auf einige Tage sein Korps, ritt in der Uniform eines österreichischen Generaladjutan­ten durch die k. k. Vorposten und die Thore von Pesth, um dort, wo er seine Geliebte zurückgelassen, wegen der längeren bevorstehenden Trennung Abschied zu nehmen. Zwei Tage nachher stand er wieder an der Spitze seines Korps.

Perczel ist kaum 30 Jahre alt, scheint aber älter zu sein; er, der edle Arthur Görgep und der serbi­sche General Stratomirowich, welcher erst 27 Jahre zählt, sind wohl die jüngsten Generale Europa's. (D.)

Die Familie Fudwig's XVII.

Seit der „letzte legitime König von Frankreich und Navarra", der durch sein traurig seltsames Geschick

und durch die eiserne Beharrlichkeit, mit welcher er unter allen Thronprätendenten allein seine Rolle zu Ende spielte, wohlbekannte Naundorf, am 13. August 1845 unter den Augen der holländischen Behörden mit allen Insignien des Königthums in Delft zur Erde bestattet wurde, hatte sich seine zahlreiche hinter­lassene Familie neben der Theilnahme ausgezeichneter Perlonen auch insbesondere des Schutzes Wilhelms II. und seiner Regierung zu erfreuen. Der Thronwechsel in Holland hat diese Verhältnisse wesentlich geändert. Ueber die gegenwärtige Lage der Familie findet sich in einem Briefe des Grafen Gruan de la Barre Fol­gendes: „Seit dem Tode Wilhelms II. sind wir in Mangel zurückgesunken und im Begriff, Holland zu verlassen, ohne zu wissen, was beginnen und wohin uns wenden. Keine mächtige Person will sich des Un­glücks der königlichen Familie erbarmen und es ist nicht mehr auf Gerechtigkeit zu hoffen!" — Graf de la Barre, seit langen Jahren ein aufopfernder und treuer Gefährte der Familie, hat in seinem großen dreibändigen Werk „Enthüllte Intriguen, oder Ludwig der Siebzehnte, letzter legitimer König von Frankreich," welches im vorigen Jahr in Rotterdam erschien, die an seltsamen Begebenheiten reiche Lebensgeschichte des Prätendenten mit großem Talent bearbeitet. Der äl­teste nachgelassene Sohn des „Herzogs der Norman­die", Eduard von Bourbon, steht als Ingenieur in holländischen Diensten. (F. K.)

Gedichte von Klotilde.

Huldigung.

Und mit meiner Liebe kröne Ich die Stirne, ja die schöne Stirne meiner Holden!

Und in ihrem Haar, dem dunkeln, Soll sie glänzen, soll sie funkeln Eine Krone golden!

Und in ihre Hände weihe Ich das Scepter meiner Treue, Daß sie treu es trage;

Daß sie über mich gebiete Mit dem Blick voll hoher Güte Bis an's End' der Tage!

Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Druck von Fr. Scheel in Kassel.