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MN Reuen HeMfchen Zeitung»

M 33» Sonntag den 1SK Nugnst. S8â

Nordpol - Erpedilionen.

Ueber die Nordpol - Erpedition des Kapitäns John Franklin theilt die Petersburger Zeitung einen Auszug aus einem Brief der Frau Franklin mit. Die Gattin des Kapitäns glaubt vermuthen zu können, daß ihr Mann, weit in das nördliche Eismeer verschlagen, sich vielleicht gegenwärtig an den Küsten des asiatischen Sibiriens oder auch in der Nähe von Nowaja-Sem- lia befinden könnte, und setzt Denjenigen, die an jenen Küsten eine Spur von ihrem Manne auffinden oder glaubwürdige Nachrichten über ihn schaffen, eine Be­lohnung von 2000 Pfv. Sterl, aus. Der Auszug lautet: „Sir John Franklin verließ England im Mai 1845 mit zwei Schiffen Ihrer brittanischen Majestät, dem „Erebus" und „Terror", in der Absicht, längs der Küste Nordamerika's von der Lancasterstraße nach der Beringsstraße vorzudringen. Die beiden Fahr­zeuge wurden zum letzten Male im August desselben Jahres bei der Einfahrt in die Lancasterstraße gesehen, seitdem aber hat man keine Kunde von ihnen. Sie waren mit Mundvorrath auf drei Jahre versehen, jetzt sind aber schon vier Jahre seit ihrer Abfahrt verflossen. Im Juli 1848 wurde Sir James Roß mit zwei andern Fahrzeugen „Entreprise" und „Jnve- „stigator" abgeschickt, um erstere aufzusuchen. Nach den eingegangenen sichern Nachrichten ist Kapitän Roß etwas zu spät am Ort seiner Bestimmung angelom- men, als daß er vor dem Eintritt des Winters noch irgend eine entferntere Fahrt hätte unternehmen können. Es wird gegenwärtig noch ein Schiff zu seiner Unter­stützung ausgerüstet, um ihn in Stand zu setzen, die gefahrvolle Untersuchung der Meerengen und Inseln zu vollführen, zwischen welchen die erste Erpedition

wahrscheinlich Aufenthalt gefunden hat. Wenn dies in der Nähe der Parry-Inseln geschehen ist, so ist Hoffnung vorhanden, daß Sir James Roß die ver­unglückten Schiffe auffindet und rettet. Möglicher Weise aber, und das ist sogar sehr wahrscheinlich, ist Sir John Franklin weiter westlich von ihnen vorgc- drungen, und hat, dort auf unüberwindliche Hinder­nisse stoßend, die südliche Richtung nach der Berings­straße nicht verfolgen können; in diesem Falle ist er vielleicht so weit in das nördliche Eismeer vorgcdrun- gen, daß er sich jetzt an den Küsten des asiatischen Sibiriens oder auch in der Nähe von Nowaja-Sem- lia befindet."

Deutsch, nicht Teutsch.

Zufällig finden wir eine ebenso einfache als gründ­liche Erörterung dieser Frage in Nr. 33 des Jahres 1848 bei dem Münchner „politischen Gevattersmann", Zeitblättlein für Bürger und Bauer. Unsere Leser dürfen nicht lachen. Der pseudonyme Verfasser „Ja­nus" ist nach allem Anschein ein tüchtiger Kenner der Geschichte unserer Sprache. Doch nicht am Ende gar wohl selbst Vollmer? Wer es aber auch sei, wir wollen ihn hören, da das Gesagte allerdings begrün­det ist und darum beherzigungswerth bleibt, weßhalb auch die Sprache des Verfassers den Anstrich der Entrüstung hat.

„Auf die Frage: teutsch oder deutsch? vernahmen wir, so oft sie auch von uns gestellt ward, nie eine gescheidte Antwort. Der eine Theil erklärte sich für deutsch, weil es -^ der Schreibgebrauch der besseren Schriftsteller, so wie der gediegneren Tagblätter sei.