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burschen und Unteroffiziere die Wohnung eines Bürgers ungestört verwüsten mochten, und die Obrigkeit dem schnöden Unfuge nicht steuern konnte, wie aus dem Munde dieser Osficiere die Gemahlin des Fürsten laut geschmäht wurde, wie eine reine und fleckenlose Frau auf gewisse Weisung hin zum Gespöttc der Kasernen und der Stallknechte werden konnte, der wird sich über Das nicht wundern, was die jüngsten Tage gebracht haben. Unter dem Markgrafen Wilhelm war diese badische Armee verwildert, es gab in ihr keine Mannszucht, seit von oben herab bei häufig willkürlicher und barscher Behandlung ein übermüthiger, hochfahrender und schlechter Geist eingerissen war."
Ein poetisches Paar.
Äkizzc von H. Koenig.
An einem unmuthigen Nachniittage wandelte eine Dame am Arm eines Herrn über den Friedrichsplatz in Kassel dem Authore zu. Hinter ihnen her kicherten und winkten einander die Kindermädchen, die unter den Linden ihre sogenannten „Plagen" spazieren trugen und führten. Aber auch ernste und angesehene Personen blieben nachblickend stehen. Das Paar nahm sich freilich für den Tag etwas geputzt aus; doch schien das Auffallende nicht im Anzuge zu liegen, — nicht im weißen Filoche- Kleide der Dame mit gestickten Streifen, die aus lauter in einander laufenden, abwechselnd rothen und silbernen Herzen bestanden, wozu ein weißseidener Hut getragen wurde, mit Stroh garnirt, das um den Kopf ein Blumenkörbchen mit eingelegten Rosenguirlandcn bildete. Noch weniger schien der echt modische Anzug des jungen Herrn gemeint zu sein, — der breitschößige Frack von der Farbe des Tags dos de puce , zur kurzen Hose über Umschlagstiefeln und einer dicken weißen Halsbinde mit Schluppe. Dieß alles war es nicht; denn nur von vorn gesehen, befremdete das Paar. Da erblickte man einen blassen, schmächtigen Jüngling von etwa 23 Jahren. Sein aristokratisches Aussehen hatte etwas Zartes, Schmächtiges, Frommergebenes, einen
Ausdruck von Herzensgute, in welchen, wenn er sprach, einige Schalkheit und das Lächeln des Witzes spielten. Die Dame, vielleicht so viel Vierzig, als ihr Begleiter Zwanzig alt, stellte sich stark von Bau und breitschulterig dar; ihr Kopf von regelmäßigen Formen und Zügen hatte etwas Antikes, den Ausdruck eines Demokrit, Laune, Scherz und Spott um die Lippen, Scharfsinn und Urtheil auf der gewölbten Stirne. Die Oberlippe machte einen nicht ganz unbegründeten Anspruch an ein Rasirmesser, und die Schilddrüse am Hals zeigte einige Widerspenstigkeit gegen ein Fichü â la Marie Stuart mit gesticktem Grund inPctinet.— Am Ende fand die Obsthändlerin am Authore, an deren Körben das Paar sich nach den tief hinab führenden Treppen wendete, das lösende Wort für das Geheimniß des Auffälligen an dem Paare; indem sie zum Wachtposten der Gardejäger aufblickend fragte: Wer von den Beiden ist denn der Liebhabers
Die Uniform dieses Soldaten so wie der Anzug des belächelten Paares erinnern an eine frühere Zeit, und allerdings fällt jener Spaziergang in die ersten Negierungsjahre Jerome Napoleons , Königs von Westphalen.--
Unbekümmert um den Eindruck, den sie hinter sich ließen, war unser Paar durch die langen Alleen in die Einsamkeit des großen Parks gelangt. Der schwüle Tag, von einem Morgengewitter erfrischt, neigte ft di dem Abend zu. Finken und Nachtigallen schlugen wild durch einander, Drosseln und Amseln schrieen, der Kuckuk rief aus den Tiefen der waldigen Anlagen, die wilden Tauben gurrten von den riesigen Bäumen und der Pfau unter den Hangenden Aesten hoher Tannen vor der Fasanerie stieß dann und wann seine krächzenden Töne aus. Das hohe Gras duftete, die jungen Fichten verschwendeten ihr würziges Harz. Endlich kamen die Wandelnden, Gesprächigen an das große Wasserbecken hervor, und setzten sich auf eine Bank zum Anblick der herrlichen Baumgruppen, die von der Abendsonne gestreift, sich mit allen Sehnt# tirungen von Grün im Wasser spiegelten. Eine unendliche Stille ruhte über dem Wald und Wasser; selbst die zahlreichen Schwäne schienen zu schlummern.