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In Lilienblättern schwimmen Sie auf dem klaren See, Sic locken und erwecken Oie schöne Waffcrfee.
Das blüht und singt und duftet, 'Nem Haubengarten gleich, Der stille Mond ist König In diesem Mährchenrcich.
Die Bäume und die Blumen,
Die Elfen hold und traut, Sie grüßen voller Ehrfurcht Den Mond und seine Braut. —
Klotilde.
Dadens Heer.
Wie fest sie stch'n, die dichten, weißen Reihen, Auf Wagrams Feldern, einer Mauer gleich, Ob auch die Feuerschlünde Tod nur speien Aus der Verschanzung sicherem Bereich — Sie wanken nicht; — und wie die Kugeln prallen Von dichtem Eisen ohne Wirkung ab, So findet, wenn auch viel der Tapfern fallen, Auf's Neue stets der Angriff dort sein Grab.
Und hingeschmettcrt auf dem Kampfplatz liegen Die Schaaren der französischen Reiterei, Die nur gewohnt, zu kommen und zu siegen; Verstummen will der alte Sicgesschrei.
Da wirst, der tapfre Oberst an der Spitze, Sich auf den Feind ein wackreè Regiment, Und holt den Lorbeer unterm wilden Blitze Der Feuer schlündc. Sagt, ob ihr es kennt?
Von Talavera habt ihr sagen hören.
Dort wüthet wie des Kampfs, der Sonne Glutb; Ob taglang auch der Labung sic entbehren, So bleibt doch frisch der Wackern Kampfcsinuth. Auf Wcn'ge nur geschmolzen in der Hitze Der Schlacht, entgegen Feindes Ucbermacht, Bedienen sic doch rüstig die Geschütze, Bis sie bas Werk des Sieges kühn vollbracht.
Wie hier im Süd', so findet dort im Norden Des braven Heeres alte Tapferkeit,
Im Glück, im Unglück und an allen Orten, Sich immer wieder und zu jeder Zeit.
Tic eisbedccktcn Felder Rußlands zeugen Vom höchsten Muthe, der den Sieg erringt, Vom höchsten Opfer, das dem todeSbleicken Kaniraden der selbst sterbende noch bringt.
Wer hat geleistet solches Edle, Große, Wie's nur im Hochpunkt der Begcist'rung leicht Scheint und im raschen Augenblick, im Schooßc Des Glückes, wenn es sich nur günstig zeigt? Wer hat's vollbracht durch langer Jahre Reibe, Von keinem Makel je getrübt die Ehr', Und sich errangen ihre hcil'ge Weihe? Es ist daS wack're tapf're bad'schc Heer. —
Was ist gcschch'n? ich höre Schüsse fallen, Ein wüster Lärm dringt durch die ganze Stadt, In wildem Fluchen, Toben, Schreien, Lallen Stürmt in den Straßen trunken der Soldat.
Es sind gelöst der alten Kricgszucht Bande, Die starke Macht, die Schutz gewähren soll Dem so bedrängten schönen Vaterlande, Sie ist gebrochen, elend, jammervoll.
Dem Aufruhr, wie vom Tollhaus ausgegangen, Mit dcr Verläumdung und Verblendung Trug, Der deutschen Einheit Mantel umgehangen, Folgt der Verführten wild bachant'scher Zug. Die Fahne wird beschimpft, in Koth gezogen, Die Officiere sacht der blinde Mord, Die reißenden, die überströmten Wogen Beschwichtigt nicht mehr das Kommandowort.
Ja, gegen ihre eignen Kameraden Versuchen sie Gewaltthat; ach, es sind Vertilgt die Spuren alter Heldenthaten, Dem Worte taub, dem schönen Beispiel blind! Vermodernd, gleich wie eine alte Leiche, Fällt auseinander die so feste Wehr. — Allmächt'ger Gott, ist dieß daS thatenreichc, Dereinst so hoch gestand'ne bad'schc Heer?! —
Die ihr euch jetzt nennt badische Soldaten, Hat keiner eurer Väter euch erzählt Von seinen Leiden und von seinen Thaten, Daß ihr den Muth in solcher Art gestählt? Nein — es ist keiner, der es nicht erfahren, Was die Soldatcntrcu und Ehre that, Und was da war im Sturme der Gefahren, In jener Zeit — ein badischer Soldat.
Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Druck von Fr. Scheel in Kassel.