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Nnterhaltungsblatt

zur Reuem HeMscheu Zâumg»

M 2S Sonntag den 1O> Juni 1849*

A a 1 l a - e.

Du bist mein Weib, mein ehlich Weib, Gehörest mir mit Seet' und Leib, Mußt meinem Wort gehorchen.

Doch ein Geheimniß in der Brust, Ich weiß nicht, ob cs Leid, ob Lust,

Das hältst Du mir verborgen.

Oft sitzest Du im Dämmerschein

Und träumest in die Nacht hinein

Viel Stunden ungemesien;

Es ist als wie ein süßes Leid

Aus alter Zeit, aus alter Zeit,

Das Du noch nicht vergessen.

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Oft spricht es wie ein dumpfer Groll,

Oft wie ein Lächeln sehnsuchtsvoll

Aus Deinen bleichen Zügen.

Gewartet hab' ich lange Zeit,

Nun sollst Du um die Heimlichkeit

Mich länger nicht betrügen!

Doch schwieg die Frau und ging hinaus

Und kam am Abend nicht nach HauS

Was krächzen doch die Raben?

Der Wind ist scharf, der Himmel grau

'Ne alte Sünd', 'ne schöne Frau,

Die sind im Strom begraben.

Kl.

Diographische Notiz über den General Dem.

(Nach Straszewicz.)

(Schluß.)

Kaum hatte Bem von der Erhebung Polens am venkwürdigen 29. Nov. 1830 Kunde erhalten, als er

nach Warschau eilte und sogleich daselbst zum Major mit dem Kommando einer Batterie reitender Artillerie ernannt wurde. Er nahm Theil an dem Treffen bei Iganie, wo 8000 Polen über 20,000 Russen siegten, und seine 16 Geschütze 40 feindliche zum Schweigen brachten, und wurde noch auf dem Schlachtfelde zum Oberstlieutenant befördert. Zum blutigen Tanze bei Ostrolenka eilte er im Galopp mit seinen Kanonen herbei, deckte den Rückzug der ganzen Armee und drängte den Feind zurück, welcher sich einen Weg über die Brücke der Narew bahnen wollte. Er wurde Oberst und zugleich mit dem Kommando der ganzen Artillerie betraut. In dieser Stellung trachtete er hauptsächlich darnach, den jungen Leuten, welche Muth und Geschick zeigten, förderlich zu sein und ihnen eine Laufbahn zu eröffnen. Noch vor der Vertheidigung Warschau's zum General ernannt, suchte er mit allen Kräften dahin zu wirken, daß die Artillerie in solch wichtigem Augenblicke sich vollständig entfalten könne. Seine Maßregeln, die Warschau und Praga verbin­dende Brücke zu beschützen, blieben durch die bald erfolgte Kapitulation ohne Nutzen und Erfolg.

Zur Zeit, als die Trümmer der heldenmüthigen polnischen Armee, welche auf preußischem Boden für den Augenblick ein Asyl gesunden hatten, ihren Blick nach Frankreich wendeten, und mit dem Gedanken umgingen, dort als Kern derselben zusammenzutreten und fort und fort im Interesse des nun wieder unter der Knute schmachtenden theuern Vaterlandes zu wir­ken, übernahm Bem die nöthigen Unterhandlungen, und brachte es endlich nach vielen Hindernissen und Schwierigkeiten so weit, daß ein Theil seiner Lands­leute die Erlaubniß erhielt, sich auf Frankreichs gast­lichem Boden niederlassen zu dürfen.