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Können wir nun mit der Schnelligkeit des Lichtstrahls die Unendlichkeit des Weltraums ermessen?
Gestehen wir nur, daß dieser Maßstab über unsere Fassungskraft hinausreicht. Wohlan! Die Unendlichkeit liegt nicht bloß draußen im Weltenraum, sie liegt auch in unserer Brust, und können wir sie dort nicht fassen: suchen wir sie in uns selbst und in unserm unsterblichen Geiste zu begreifen. — So ist ja selbst auch dem reinen Wassertropsen die Gnade gegeben, daß er den ganzen Himmel in sich abspiegelt.
Deutsche Ei send ah neu.
Im Jahre 1848 wurden 94 Meilen Schienenweg eröffnet, und 9 ganze Bahnen dem Betriebe übergeben. Ganz vollendet und dem Verkehr übergeben wurden die Bahnen von Münster nach Ham, von Elberfeld nach Dortmund, von Oberhausen nach Ruhrort; alle drei Seitenbahnen der köln - mindener. Ferner von Jüterbogk nach Riesa, eine Verbindungsbahn zwischen der berlin-anbaltischen und der leipzig - dresdener. Ferner die Bahnen von Stettin nach Posen, von Frankfurt nach Hanau, die Seitenbahn von Löbau nach Zittau in der Oberlausitz, die Seitenbahn von Bricg nach Neisse in Schlesien und eine kleine Seitenbahn für Pferde von Fröttstett nach Walterssausen in Thüringen. Sechs von diesen Bahnen sind in Preußen, eine in Sachsen, eine in Thüringen und eine in Hessen erbaut worden. Außer diesen ganzen Bahnen wurden einzelne Strecken auf anderen im Bau begriffenen vollendet und dem Verkehr übergeben. Die hessische Friedrich-Wilhelms-Nordbahn ward von Kassel nach Karlshafen an der Weser, und auf der Strecke von Kassel nach Eisenach, wo die Friedrich-Wilhelms- Nordbahn sich an die thüringische anschließen wird, ward eine Strecke von Bebra nach Guxhagen eröffnet. In Mecklenburg ward die Strecke von Schwerin nach Wismar vollendet. Auf der pfälzischen Luv- wigsbabn ward die Strecke von Homburg bis Kaiserslautern eröffnet. Im Ganzen werden jetzt 850
Meilen Eisenbahn in Deutschland befahren. Von diesen kommen 540 auf Norddeutschland, darunter 326 allein auf Preußen. In Süddeutschland, Oesterreich einbegriffen, sind 310 Meilen vollendet. Die deutschen Eisenbahnen werden nach Vollendung der hessischen Friedrich-Wilhelms-Nordbahn ein zusammenhängendes Netz bilden. Bis jetzt sind nur 624 Meilen ganz zusammenhängend, und zwar sämmtliche Bahnen Norddeutschlands, die sich durch die schlesischen Bahnen an die österreichischen anschließen. Dieses Eisenbahnnetz schließt sich durch die rheinische Bahn an die belgischen und die französischen, und dadurch entsteht ein Eisenbahnnetz, das sich über das nördliche Frankreich, Belgien und den größten Theil Deutschlands erstreckt. Seine Endpunkte sind westlich Tours, Havre, Dieppe, Boulogne, Ostende, Antwerpen und Eisenach; südlich Bonn, Reichenbach, Pirna, Zittau, Citly; östlich Krakau und Posen; nördlich Stettin, Kiel, Rendsburg und Bremen. Ein kleines Eisenbahnnetz ist im Südwesten Deutschlands vollendet. Es reicht südlich bis an die Grenze der Schweiz, westlich bis an die Grenze von Frankreich, nördlich bis Wiesbaden und östlich bis Hanau und Offenbach. Die Eisenbahnen Deutschlands sind größtentheils durch Privatkräfte gebaut worden, und zwar von 41 Aktiengesellschaften, Staatsbahnen sind 280 Meilen vorhanden: die Bahnen von Baiern, Hannover, Baden, Würtemberg, Braunschweig, Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel (?) sind von den betreffenden Staaten gebaut. In Preußen besteht noch keine Staatsbahn. (K. Z.)
Sub rosa.
Bei den Gastmahlen der Alten wurde über die Mitte der Tafel an die Zimmerdecke ein Kranz auf- gehangen, in dessen Mitte eine natürliche, oder in Ermangelung solcher, eine künstliche Rose sich befand. Es war diese Blume dem Gotte der Verschwiegenheit geweiht, und galt zur Erinnerung, daß geheim bleiben solle, was unter Freunden bei frohem Mahle gesprochen werde. Dieser Gebrauch gab das Sprichwort sub rosa, dessen Ursprung wohl Vielen nicht bekannt gewesen sein dürfte. (Laterne.)
Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Druck von Fr. Scheel in Kassel.