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Mr Reum HeMfchm Zeituug.

M 12 Sonntag den 23. März IS49*

Die Frauenkirche zu München *).

Von Fr. Oetker.

Tas Glöcklein Hingt, die Weihrauchduste wallen, Der Priester zeigt den heil'gen Leib von fern;

Und alle Herzen beten, alle Kniee fallen

Zur Erde hin, und alle Lippen lallen

In frommer Andacht auf zu Gott dem Herrn.

Ich weile stumm bei solchen heil'gen Nähen,

Der Athem stockt, die stille Seele bebt;

Wie hehr die Töne zu mir niedcrwehen!

Wie stark die Säulen dieses Tempels stehen!

Wie kühn die Kuppel auf zum Himmel strebt!

Da trifft mich deutend eines Fingers Zeichen Und ruft mich leise aus den Träumen wach: DaS sind die Gräber, Herr, der KönigS-Leichen, Und dieses Denkmal deckt mit seinen reichen Bildwerken Kaiser Ludwigs Grabgemach."

Und hier das Fuß-Mal ist des Tempels Zeichen, Wahrzeichen ihm, wie sein Gethiirm der Stadt; Kein Dom der Erde kennt wohl seines Gleichen; Seht, nicht ein Strahl des Lichts mag Euch erreichen, So Euer Fuß den Stein betreten hat."

Ich stellte prüfend meiner Füße Spitzen Hin auf den Tritt und wahrlich, wunderbar! Verdunkelt lag durch Säulen und durch Stützen Des TageS Licht, kein helles Sonnenblitzen Durch all die Fenster hoch und himmelsklar.

Wie ich mich wandte, ringsum dunkle Mauern, Nur fahl am Altar matter Kerzen ° Schein. Weh! rief ich aus, durchbebt von kaltem Schauern, Solch' düstres Sinnbild ward von den Erbauern Für Dom und Stadt gelegt in diesem Stein?

0 Geschrieben vor vier Jahren. Das Gedicht wurde damals von der Censur zurückgewiesen. Vieles hat sich seitdem geändert, doch wird der Inhalt auf Manches noch passen.

D'ran also soll ich diesen Tempel kennen,

An solchem Mal die Stadt am Jsarstrand, Die sie Athen im Baierlande nennen, Daß ich nicht Himmelsglanz, nicht helles Sonncnbrcnnen, Daß ich kein Licht, als Altarkerzen fand?

Ist das der Ruhm, der alle Welt durchflogen? Hu, wie mich fröstelt! weg von diesem Stein! Bethörtes Volk, wie wurdest du belogen!

Wie hat dich Rom und Pfaffenlist betrogen,

O werde wach beim klaren Frühroth-Schein! So trieb mich's scheuchend durch die engen Zeilen, Durch all den Prunk der neuen Stätten hin, Und nirgends konnt' ich dem Gebild enteilen.

Da lag ein Heiligthum mit hohen, schlanken Säulen In stiller Ruhe hehr vor meinem Sinn.

Za da hinein! da muß die Klarheit wohnen,

Da weicht die Nacht dem schönen Himmelslicht;

Wo Paris liebt, am Hcerd der Myrmidonen, Wo Griechenlands und Roma's Götter thronen, Da kennt man doch wohl Roma's Pfaffen nicht.

Doch kaum betritt mein Fuß die heil'ge Nahe, k So schallt es laut wie Kloster-Litanei.

Weß ist der Bau, den dort ich glänzen sehe? St. Benedicts!" O Himmel, wehe, wehe! Auch hier die Nacht und Römer -Siegsgcschrci?

O König Ludwig, einen Fuß breit Erde, Wo ich das Licht des Himmels mag erschaun! Sprich mächtig aus Dein göttergleichesWerde!" Gib, König, Raum zu einem Freiheit-Heerde, Laß Sonnentempel, keine Klöster bau'n!

Russische Iusiän-e.

Einen» ezechischen Blatte wird aus St. Petersburg geschrieben:Wenn wir Eure Zeitungen, Urtheile und Schilderungen über die russische Politik lesen, über-