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Bildes ist nicht neu; Naht hat darin zwei frühere Bilder, namentlich ein Bildniß, wiederholt, ohne jedoch in der Vereinigung eben glücklich zu sein. Warum vertauschte er namentlich den Kopf, den geistigfchönsten, den er je gemalt, mit diesem nichtssagenden Flcischge- sichte? Sonderbar! die Frauengestalten Nahl's haben fast durchgängig etwas Unschönes, eine mitunter an's Gemeine streifende sinnliche Fülle; auch dies Evel-Fräu- lein trägt eben kein Uebermaß von Adel und Seelen- Anmuth zur Schau. Fr. O.
Das Kinderhospital zu Cassel
Den 1. Mai 1846 würd« das in hiesiger Stadt von Fräulein Wilhelmine von Göddäus gegründete Kinderhospital eröffnet, mußte jedoch wegen Lokalschwierigkeit schon nach Vr Jahr wieder geschlossen werden; diese wurde indessen bald beseitigt, indem der verehrliche Stadtrath eine freie Wohnung in der städtischen Kaserne, nebst 50 Thlrn. als Beitrag zu den Baukosten, verwilligte, wozu jetzt noch ein Stück Gartenland gegen billigen Miethzius beigegeben ist. Fräulein v. Göddäus unternahm es nun, dieser Anstalt einen größern Umfang zu geben, wo wir dankbar der umsichtigen Leitung bei dem Bau, des Herrn Müller, Magistrats-Mitglieds, erwähnen, welcher mit wahrer Liebe für dieses Unternehmen, dasselbe mit Rath und That unterstützte. So sah denn Fräulein v. Göddäus ihr Werk bis zum 6. October 1847 vollendet, um gleich eine Anzahl armer, kranker Kinder aufnehmen zu können, indem auch mehrere treue Pflegerinnen, meist erprobte Dienerinnen unsrer Krankenpflege, gewonnen waren. Das Vertrauen von Fräulein v. Göddäus, daß diesem Werk der Barmherzigkeit Gottes Segeu und der Menschen Theilnahme nicht fehlen würde, blieb nicht unbelohnt, indem sich zu dem Vermächtniß einer Verstorbenen, als Grundlage zu dem Unternehmen, eine Quelle eröffnete, welche dessen ferneres Gedeihen verhieß. Es trat nämlich ein Kreis von Frauen zusammen, um bei den Bewohnern unsrer Stadt wöchentlich die Gabe von 4 Hellern zu erbitten, und wir freuen uns Gelegenheit zu haben, öffentlich für dieses Liebeswerk unsern Dank auszusprechen, hinzufügend, wie der Ertrag dieser Samiw
lung während 11 Monaten die Summe von 860 THU" 1 Sgr. 10 Hlr. ausmachte. Mögten die verehrten Damen sich ferner mit Freudigkeit dieser Mühewaltung unterziehen, und sich persönlich überzeugen, wie das Spital einen gedeihlichen Fortgang nimmt! Noch besonders müssen wir der rastlosen Bemühungen und sorgfältigen Behandlung der beiden Aerzte, der Herren Doctoren schotten und Kolbe, erwähnen, welche in nachstehendem Bericht selbst eine Uebersicht der von ihnen behandelten Kinder geben.
Cassel, im October 1848.
Der Frauenverein für Krankenpflege.
Amtlicher Bericht über das dahier feit dem 6? Oct. v. I. bestehende
Kinderkrankenhaus.
Vom 6. Oct. 1847 bis 6. Oct. 1848 wurden 68 Kinder in dem Alter zwischen >0 Monaten und 1t Jahren ausgenommen.
Von denselben litten an allgemeiner Atrophie 10, an Atrophie des Gehirns 2, an zurückgebliebener Schwäche nach einem Nervenfieber 1, an Magen-Darmentzündung 1, an Lungen- und Darmschwindsucht 1, an Blutfleckenkrankheit 1, an chronischem Wasserkopf 1, an Hautwaffersucht 2, an Schuppenflechte 1, an verschiedenen Formen von Scrofeln 33, an doppelten Gliedern 13; eines hatte einen Knochenbruch des Unterschenkels erlitten; eines Krämpfe simulirt, weshalb es bald wieder entlassen wurde. Geheilt verließen die Anstalt 3l, gebessert 2, ungeheilt (meist auf Verlangen der Eltern) 10; gestorben sind 5; am 6. Oct. 1848 blieben in Behandlung 19. DieZahl sämmtlicher Verpflegungstage beträgt 6840. Cassel, den 31. Oct. 1848.
Dr. Kolbe. Dr. L. Schotten.
L e b e w o h L
Ein heftiger Rückfall meines frühern Unwohlseins hindert mich, bei meiner dringenden Abreise nach Hanan meinen Bekannten und Freunden, so wie jenen verehrten Familien, denen ich mit meiner Fran für so mannigfaches Wohlwollen verschuldet bleibe, persönlich Lebewohl zu sagen. Ich thue es durch diese Zeilen, indem ich mit den innigsten Wünschen für ihr besonderes und unser aller öffentliches Wohlergehen uns ihrem freundlichen Andenken empfehle. Mögten wir uns recht bald und in guten Stunden wieder begegnen!
Cassel, am 3. Nov. 1848.
Dr. Heinrich König.
Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Druck und Verlag von Th. Fischer in Cassel.