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in dem ewig denkwürdigen Kampfe mit Ober- und Nieder- mörlen nicht zum Schusse gekommen ist. Ob dieses indessen in der Unwegsamkeit des Gebirges oder darin seinen Grund hat, daß die Geschütze noch gar nicht vorhanden waren oder wenigstens schon damals keine Lavetten hatten, muß mnentschieden bleiben. Jeden Falls sind jetzt keine Lavetten vorhanden, weßhalb denn, wenn bei feierlichen Gelegen­heiten, z. B. an des Kurfürsten Geburtstagen, kanonirt wird, ein eingekerbter Dalken deren Stelle vertritt, und zwar mit so glücklichem Erfolge, daß in der Regel hundert Schritte links und rechts kein Mensch des Lebens sicher ist und kein Ast auf den Bäumen bleibt. Uebrigens steht, beiläufig gesagt, dies Geschütz unter dem Oberkommando des Hauptmanns der Salinen-Wehr, und war 1830 und 1831 mit Nägeln und gehacktem Blei geladen und gegen die drohenden Krawaller aufgefahren. Zum Glück, nämlich für das Geschütz, nicht für die Krawaller, gingen aber die Stücke nicht los und sind deßhalb noch jetzt in ihrer gan­zen Bedrohlichkeit und rostigen Unversehrtheit vorhanden. —

Nach den ältesten Nachrichten gehörte Nauheim den Gra­fen von Münzenberg, und ist nach mancherlei Erbgang und Ueberträgung mit dem Aussterben der Hanau-Lichtenbergi- schen Linie 1736 (Hanau - Münzenberg war schon 1642 ausgestorben) sammt den übrigen Hanau - Münzenbergschen Besitzungen an Hessen-Cassel gekommen. Im Jahr 1254 schenkte Ulrich II., Herr von Münzenberg, die Kirche des heiligen Johannis in Nauheim (ohne Zweifel die eben be­sprochene Kirche auf dem Johannesberge) für fein, seiner Gemahlin Helwibis und seiner Nachkommen Seelenheil dem Domkapitel zu Mainz, um „durch St. Martins Fürbitte" einen männlichen Nachkommen zu erhalten. Allein Sanct Martin zeigte sich lässig und rechtfertigte das in ihn ge­setzte Vertrauen nicht; wenigstens blieb seine „Fürbitte" ohne Wirkung, so gut wie manchmal die hiesigen Gas- bäder ic. ohne Wirkung bleiben, obwohl diese nach vollgülti­gen Zeugnissen die weltberühmte „Bubenquelle" zu Ems, der vor einigen Jahren ein gottloser Mensch die Ueber- schrift gegeben hatte:

Allhier der Quell das ist der beste, „Bubenquelle" heißt er,

Was er nicht thut , das thut der Arzt und der Bademeister!

weit hinter sich zurücklassen. Uebrigens ziehe ich aus be­sagtem Vorgänge den bemerkenswerthen Schluß, daß im

Jahre 1254 noch keine Gasbäder vorhanden waren, indem sich sonst Frau Helwibis an den Vorsteher sothaner An­stalt, statt an Sankt Martin, gewendet haben würde. In der That werden die Soolquellen auch erst in Urkunden aus dem fünfzehnten und sechzehnten Jahrhunderte gedacht. Die Salzgewinnung geschah damals von einzelnen Einwoh­nern in irdenen Pfannen gegen eine damals nach Hanau zu entrichtende Abgabe. In den Jahren 1566 bis 1590 ging aber das Recht, Salz zu sieden, durch allmähligen An­kauf von der Nauheimer Salzsiederzunft an die Grafen von Hanau über, welche den Betrieb vervollkommnn, und noch 1736 wurde von Cassel aus die Direction dem Obersalz- gräfen und Kammerrath Waitz übertragen, unter dessen umsichtiger Leitung die Saline eine gänzliche Umgestaltung erfuhr. Er schaffte, wie Bode berichtet, die Gradirwände von Stroh ab und baute dieselben von Dornen, verwan­delte die Tritträder in Wasserräder und legte, um für die trockene Jahreszeit einen Vorrath an Betriebswasser zu ge­winnen, den 47 Morgen großen und 10 bis 20 Fuß tiefen Sammelteich an. Ferner benutzte er durch Errich­tung des gegen eine Viertelstunde langen Schwalheimer Kunstgestänges, welches sich auf Eisenschienen bewegt, das Wasser der Wetter zum Betriebe, und erbeutete zu gleichem Zwecke zwei holländische Windmühlen, deren eine aus einem gegen 80 Fuß hohen Thurme über einer durch Nachgraben entdeckten Soolquelle errichtet wurde. Dieser Thurm — in der Nähe des Kurbrunnens und des Sprudels — ist noch vorhanden (die Getriebe hat man schon längst aufgegeben) und würde mit leichter Mühe und geringem Kostenauf­wande wieder zugänglich gemacht und, umgeben von ange­messenen Anlagen, zu einer genußreichen Warte eingerichtet werden können. Daß dieß nicht längst geschehen ist, darf nicht Wunder nehmen, da ja überhaupt nichts Erhebliches geschieht, um die Annehmlichkeiten des hiesigen Badelebens zu fördern und selbst das Nützlichste, ja das Allcrnoth- wendigste vielfach unterbleibt. Läßt sich z. B. bei einer Trinkanstalt von so specifischer Wirksamkeit, wie die hiesige, etwas Nothwendigeres denken, als eine Reihe von Einrich­tungen, wo man, wenn auch nicht wie der Kaiser Vitel- lius seinen Geist aufgeben, doch wenigstens in wohlthuender Sorglosigkeit und Hingebung über die wundervollen Wir­kungen der Soolquellen nachdenken kann? Und doch ist nur eine einzige Vorrichtung dieser Art vorhanden, so daß ein zweiter Vitellins bongré malgré auf offener Straße