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mann seine besondere Thätigkeit einer Verständigungsvcrmilte- lung zwischen Oesterreich und Preußen zugcwanvt. Graf Bernstorff wird einer heut in Bezug auf seine Mittheilungen Statt findenden Sitzung des Staalsminisierii beiwohnen.

Schleswig-Holstein. Die preußische Antwort auf das dänische Ultimatum ist am 27., wo man sie erwartete, noch nicht in Kopenhagen cingetroffen. Daß sie aber bereits erfolgt ist, scheint gewiß, und cs gewinnt so den Anschein, daß Dänemark seine Forderungen nicht bewilligt erhalten hat; der Kammerjunker v. Quaade ist nicht selbst nach Kopenhagen zurückgegangcn, sondern hat Depeschen an den Minister des Auswärtigen geschickt. Das Berliner Korrespondenzbureau sagt: Es steht in Kurzem eine sehr ernste Entscheidung in der dä­nischen Angelegenheit bevor. Preußen hat eine Antwort auf das sogenannte dänische Ultimatum erlassen, die Lie aufge, stellten Vorschläge nur zum Theil als Basis gelten lassen will. Die maßlosen Forderungen des dänischen Ultimatums, die sich in der That in ihrem ganzen Umfange zu bestätigen scheinen, werden von Oesterreich unterstützt. In Berlin sind jetzt 7 dänische Bevollmächtigte und Agenten, Lie Len verschiedenen Parteien angehören, unv zwar: der vemokratisch-national-käni- schen Partei ein Unterhändler und ein Attache 2, der Partei des Kasino - Ministeriums eben so 2, der reaktionären Partei Lesgl. 2, Seitens des jetzigen Ministeriums 1. Die ersten Wahlen zur Lankeversammlung werden bekannt, die Linke scheint sehr im Vortheil. Sie har gesiegt im 22. ländl. Wahl­bezirk bei Kiel (der Socialdemokrat Dr. Lafaurie in Jena), in Ahrensburg (Rosenhagen), auch in Kiel selbst wird die Linke mit Adv. Wichmann siegen. In Altona wurde der eine Kandidat der Linken (Bünger) gewählt, den ankern (Donner) fehle die Rechte durch.

Frankfurt, 29. Juni. Gestern gab Se. königl. Hoheit der Kurfürst von Hessen in dem Schloß Philippsruhe ein gro­ßes Diner, zu welchem die Mitglieder der Bundescentralkom- mission und des hier anwesenden diplomatischen Korps 2C. ein- gcladen waren. Die großherzogl. hessische Regierung hat den geh. Oberfinanzrath Biersack zum Bevollmächtigten bei dem Zollkongreß in Kassel kommiltirt.

Schweden und Norwegen.

Die Vermählung des Kronprinzen mit der Piinzcssin Frie­derika Alexandra Anna Louise der Niederlande hat am 19. d. M. Statt gefunden. Der Graf v. Heyden, Adjutant des Kaisers von Rußland, übergab der Kronprinzessin ein Glück­wunschschreiben von ihrer Tante, der Kaiserin von Rußland. Die ganze kön. Familie hielt am 20. Mittags Cour im Stock­holmer Schloß und nahm Glückwünsche entgegen. Am 21. und 22. sollte Gala-Vorstellung (Koncert, in dem Jenny Lind singt, und Nationaldivertissement von Sängern und Tänzern) tm königlichen Theater Statt sinken. Der König hat zur Feier der Vermählung seines Sohnes eine Stiftung gemacht, genannt: Kronprinzessin Brautgabe-Fond, betragend 500 Thlr. Bko., welche an brave Mädchen der Hauptstadt alle Jahr am 19. als Mitgift ausgetheilt werden.

Frankreich.

Paris, 25. Juni. Wohin man hört, wird der Ruhm Changarniers gefeiert. Er hat die Schlacht gewonnen; cr hat die Majorität gehabt; er hat dem Präsidenten die 3 Millionen erobert. Nur die bonapartistischen Blätter wie Constitutionnel" undPouvoir" (der neue Titel desDix Decembre") lassen ihren Unmutb über diese zweideutige Bei­mischung des gestrigen Sieges durchschimmern. DiePresse" sagt:General Changarnier wandte das Glück des Tages und eroberte mit feiner Degenspitze die widerspenstigen Millio­nen, welche sich Hrn. Baroche nicht ergeben wollten. Sein festes Wort klang wie ein Trommelwirbel im Augenblick einer Deroute. Es war eine Degenklinge aus einer Sammctschcide hervordringend. Die Majorität ward hingerissen; sie erblickt in den Worten des Generals einen bedeutsamen Akt, eine tiefe Berechnung und sie votirte wie man von ihr forderte. Dem Präsidenten wollte sie die Dotation verweigern; dem General Changarnier hat sie sie bewilligt. So gelangt die Dotation ins Elysee auf einer Degenspitze. Die Majorität.

fürchtete für die wankende Stellung dieses neuen Majordomus; sie sah in den Worten des Generals Changarnier einen be­deutsamen , entscheidenden Schritt, und sie gab ihm die Do­tation, damit er sie als Urkunde seiner Lehnsherrlichkeit ins Elylëe trage. Der Herr Präsident wird wissen, von wem er sie hat." Viele Legitimisten sagen ganz offen, sie hätten nur deßhalb weiße Zettel abgegeben, um dem erlauchten Ge­neral , welchen sie den ihrigen nennen, ein Vertrauensvotum zu geben, und dasBulletin de Paris" äußert bezeichnend genug, das gestrige Votum drücke fester als je den Oberbefehl über die Pariser Armee in Changarniers Hände. DieAssem­blee nationale" ruft:Für den General Changarnier war dieß ein parlamentarischer 13. Juni." In Zahlen läßt sich der Einfluß, den Cbangarnier ausübte, schwer angeben, einige sagen er habe 100, andere er habe 40 schwankende Stimmen gewonnen. Jedenfalls hat er gezeigt, daß er mehr vermag als Thiers, Montalembert und Berryer zusammen, und die Minister sind durch ihn vollständig verdunkelt. Als die Minister, welche gleich nach der Abstimmung gestern zum Präsidenten fuhren, diesem erzählten, daß selbst der Mar­quis de Larochejaquclin für die Bewilligung gestimmt habc, soll Louis Napoleon geantwortet haben:Dieß ist nicht das erste Mal, daß Changarnier Wunder thut." Die weiland Voix du Peuple" ist heute wegen eines aufrührerischen Ar­tikels in contumaciam zu 10,000 Fr. Buße und vierjährigem Gefängnisse verurtheilt worden. Der verantwortliche Heraus­geber ist vorsorglich nach Belgien abgereist.

Paris, 26. Juni. DerMoniteur" meldet die Ab­setzung des Präfekten zu Oran. Ueber das dort entdeckte Komplott sprechen die ministeriellen Blätter sehr lakonisch. 3pCt. 56, 50. 5pCt. 94, 30.

Großbritannien.

London, 26. Juni. Am 25. nahm im Unterlaufe zu­erst Herr Osbonte für den Anlag Roebucks das Wort, Lord John Manners sprach gegen denselben, eben so Herr Cochrane. Herr Anstey zollte dem Anträge eine bedingte Unterstützung. Zuletzt hielt Lord Palmerston selbst eine ausführliche, von un­aufhörlichem Bcisalle der Liberalen unterbrochene Redx, deren Schluß ein minutenlanger donnernder Applaus folgte. Um 2*4 Uhr Morgens ward die Sitzung aufgehoben und die Fort­setzung der Debatte auf Donnerstag vertagt.

Amerika. ,

Das amerikanische PostvampfbootAtlantic" ist am 26. Juni bei Tagesanbruch mit der Newyorker Post vom 15. in Liverpool angekommcn, nach einer Reife von 10 Tagen unv 10 Stunden, um drei Stunden die schnellste Fahrt, die je gemacht wurde. DieAtlantic" überbringt 50,000 Pfv. Kon­tanten. In Neworleans dauert der Proceß gegen General Lopez noch fort. Der Baumwollenmarkt schloß fest mit einer Avanz für die Woche von 7s bis % c- I" den letzten drei Tagen waren 9840 Ballen verkauft. Frachten fester; Baumwolle nach Liverpool 346 pv. Pfv. Kurse auf Lon­don 10934 zu 110'4, Paris 5,27'/2 zu 35, Hamburg 35^ zu %, Bremen 79 zu '/4. In Neworleans wurden am 12. 7000 Ballen Baumwolle good middling zu 12 bis 12'4 unv 2000 Ballen zu 11'4 verkauft.

Kassel, am 30. Juni Abends.

Die Londoner Nachrichten vom 26. und 27. Juni brin­gen das Nähere über die Fortsetzung der interessanten Debatte des Unterhauses in Betreff der äußeren Politik des Ministe­riums. Lord Palmerston vertheidigte dieselbe in einer Rede, welche fünf Stunden gedauert haben soll, auf Grund des In­teresse, der Ehre und der Würde Großbritanniens. Niemals habe ein brittischer Minister nach dem im Oberhause prolla- mirten Grundsätze gehandelt, daß ein Engländer im Auslande den Schutz seines Vaterlandes entbehren müsse. In Griechen­land dürfe dieses am Wenigsten der Fall sein; dort bestehe überall noch kein ausreichender Schutz der Gesetze gegen Will- kühr und Beeinträchtigung. Er ging, in alle Einzcluheiten und sodann zu seiner allgemeinen Politik über, welche bloß dahin gezielt habe, durch Begünstigung zeitgemäßer Fortschritte