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ment an die 5. und das dritte an die 6. Kavalleriebrigade, vie Fußartillerie aber an das 3. ArtiUerieregimcnt an. (C. C.)

Berlin, 26. Juni. Nach Mittheilungen, die hier von London aus eingegangen sind, hat man es Seitens der eng­lischen Regierung nicht an Entschulvigungen dem Ritter Bun­sen gegenüber fehlen lassen. Der unangenehme Vorfall, den Lorv Brougham herbeiführte, ist in Lonvon Veranlassung zu vielfachen Ehrenbezeugungen für Herrn Bunsen geworven, und darf die ganze Angelegenheit als vollständig beseitigt angese­hen werden. Von größerer Bedeutung als dieser Zwischen­fall ist für Preußen das Verbleiben der englischen Minister im Amte. Wären die Minister Lord Stanley's Motion ge­wichen, so hatte Preußen in dem dann regierenden Tory-Mi- nisterium einen entschiedenen Gegner seiner deutschen Politik. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß man in Hannover auf den Sturz Palmerstons gerechnet und jetzt gerade mit seinen Plä­nen ans Licht getreten ist. Die Rechnung ist verunglückt, und die Aeußerung Preußens in Bezug auf die hannoversche Note an die Hansestädte wird dem Ministerium des Königs Ernst August zeigen, daß die Protektoratsideen nicht recht zeitgemäß sind. Preußen ist nicht gewillt, die Verwirklichung der Stüve- schen Ideen möglich zu machen. (Fr. I.)

Berlin, 28. Juni. Der Nordd. Zeitg. wird von hier geschrieben: Die Großmächte Rußland, Frankreich und Eng­land sind übereingekommen,in Anerkennung der Weisheit des Königs von Dänemark, die sich in dem Streben nach Erhaltung der Gesammtmonarchie zeige", dieß Princip zur Geltung zu bringen, und deshalb die Regelung dieser Ange­legenheit in ihre Hand zu nehmen, auch Preußen zu verhin­dern, daß cs wie bisher jenes Princip gefährde. Bis jetzt ist von keinem der genannten Kabinette eine amtliche Anzeige hierhergelangt; es hat indessen der preußische Gesandte in London, Ritter Bunsen, Kenntniß von jenem Uebereinkommen erhalten und sofort dem englischen Ministerium erklärt: Deutschland müsse das Beharren auf demselben als eine Kriegs­erklärung betrachten. Das Weitere ist zu erwarten. Der Br. Z. wird von hier geschrieben:Die Lage der deutschen Angelegenheit hat hier vorläufig eine Art Krisis hcrbeigeführt, und es scheinen die wenigen Stunden, die der Prinz von Preußen auf seiner Durchreise nach London hier verweilte, in dieser Beziehung entscheidend gewirkt zu haben. Derselbe verweilte bekanntlich unmittelbar nach seiner Ankunft fast eine Stunde mit den Ministern in Berathung, und blieb dann ben Nachmittag über beim Könige in Potsdam. Es ist seitdem bekannt geworden, daß der Kaiser von Rußland unbedingt an der Nothwendigkeit einer baldigen Verständigung zwischen den beiden deutschen Großmächten, als dem einzigen Mittel, die Ruhe in Deutschland andauernd wieder zu begründen, festhält, und dem Prinzen von Preußen in dieser Beziehung die angele­gentlichsten Wünsche mit auf den Weg gegeben hat. Seitdem diese Ansicht hier nun durch den Prinzen von Preußen mit allem Nachdruck vertreten worden ist, drängt der König zu einem Abschluß der in Wien geführten Unterhandlungen, wäh­rend das Ministerium sich in der reinen Unmöglichkeit befin­det, Angesichts seiner wiederholt und bei feierlichen Gelegen­heiten abgegebenen Erklärungen von seinen biser in dieser Be­ziehung vertretenen Principien etwas aufzugeben. Das Mi­nisterium besteht gegenwärtig auf der Rückberufung der Unions- Abgeordneten aus Frankfurt, nur will es auch in diesem Punkte nicht einseitig vorgehen, sondern die Beschlußnahme darüber dem Fürstenkollegium, als dem allein berechtigten Centralor­gane der verbündeten Regierungen, anheimgeben, und nur durch seine Bevollmächtigten einen dessallsigcn Vorschlag ma­chen lassen. Es werden daher mit Sicherheit die nächsten Tage entscheidende Schritte bringen. Die großdeutschen Organe bestreiten unsere Mittheilung, schreibt die V. Z., baß ber Kaiser von Rußland sich über den Münchener Entwurf va- hin ausgesprochen habe, daß er den Verträgen von 1815 ent# gcgcnstehe. Wir müssen aber unsere Behauptung nochmals auf das Bestimmteste wiederholen. Der Münchener Entwurf war vor dem Abschlusse vom 27. Februar bereits dem Kaiser in Petersburg vorgelegt worden, und die Rückäußerung des

Grafen Nesselrode ist schon vom 4. März datirt, kann sich also unmöglich erst auf die Kenntnißnahme von dem in Mün­chen erfolgten Abschlusse beziehen, was die Augsburger Zeitg. in ihrem Extrakte aus der Depesche unterstellt, den sie mit# theilt. Wir haben bereits erwähnt, wie sich der baierische Gesandte in Petersburg v. Bray anstrengte, später dem ruf# fischen Kabinet angebliche Lobeserhebungen über den Münche­ner Entwurf in den Mund zu legen.

Wie die Con st. Ztg. erfahren, schließt der Preßgesetz- Entwurf, welcher dem Erfurter Parlament vorgelegt werden soll, das Eingreifen der Polizei aus Nach der V. Z. wird der russische Gesandte Hr. v. Mcyendorff, welcher von hier­nach Dresden abgercist ist, von dort nach Wien gehen, um eine Vermittelung zwischen Preußen und Oesterreich zu ver­suchen. Es sind gegenwärtig von allen europäischen Sou­veränen aus Veranlassung dcs letzten Attentats hier Kondo­lenzschreiben eingegangen; die meisten sind eigenhändige Briefe der verschiedenen Fürsten an den König, so unter Anderem das des Papstes, welches sich vor allen übrigen durch die Herzlichkeit seiner Sprache auszeichnen soll. 'Nur von dem Sultan fehlt bis jetzt noch jedes Lebenszeichen; doch sucht man den Grund hierfür allein in der weiten Entfernung und rechnet demgemäß noch auf den Eingang eines ähnlichen Schreibens.

Hannover, 25. Juni. Es scheint jetzt ziemlich gewiß, daß gleich mit der Auflösung der Stände die Auflösung des Ministeriums Stüve und die Abberufung des hannoverschen Bevollmächtigten aus Frankfurt verbunden sein werden. Es wird dann in allem Ernste ein äußeist rechts gehendes Mini­sterium eintreten, über dessen Intentionen wegen der Neuge­staltung Deutschlands im Voraus wenig zu sagen ist; doch darf man annehmen, daß der Bundesstaat sich nicht viel da­von versprechen darf. Der König soll, wie es wenigstens all# gemein beißt, die bürgerlichen Minister nur noch sehr ungern bei sich sehen. Wir müssen übrigens bemerken, daß im Lande selbst für jene Kreuzzeitungspartei sehr geringe Sympathieen herrschen, und daß es sogar möglich ist, die Herren Stüvc und Detmold wieder in ihren alten Rollen als ernste und witzige Oppositionsmitglieder zu erblicken. Wer in dem bald bevorstehenden Falle eines Ministerwechsels den Gesandtschafts- Posten in Frankfurt erhalten werde, ist noch nicht bestimmt; möglich, daß der in Wien sehr nothgelittene Graf Bennigsen diese Stelle erhält. In der Provinz Ostfriesland herrscht nach wie vor große Anhänglichkeit an Preußen; anderswo hat sich die Demokratie sehr regsam gezeigt, die indessen bei uns einen weit gesetzteren Charakter hat, als man von derselben in Berlin und Süddeutschland sagen kann. (Fr. I.)

Hannover, 27. Juni. Das Gesammtministerium hat gestern eine sehr lange und, wie uns aus achtbarer Quelle versichert wird, folgenreiche Sitzung gehalten, in welcher der Kammerrath v. Münchhausen, welcher in den letzten Wochen fast das ausschließliche vermittelnde der Leser wird diesen Ausdruck nicht mißverstehen Organ zwischen dem Könige und den Ministern bildete, sich eines Auftrags entledigt haben soll, in Folge dessen ein wichtiger gemeinsamer Beschluß ge­faßt worden ist. Sämmtliche Minister haben diesen Morgen gegen 10 Uhr beim Könige Vortritt gewünscht und erhallen, und sofort nach diesen, ist Hr. v. Münchhausen vielleicht schon außerhalb oder vielmehr jenseits seinervermittelnden" Rolle, beim Könige vorgelassen. Von den über den In­halt dieser Verhandlungen umlaufenden Gerüchten sagen wir nichts weiter. Nur fügen wir hinzu, daß cs Niemand über­raschen darf, wenn wir, vielleicht in wenig Tagen, den Rück­tritt der Minister als vollendete Thatfache mitzutheilen haben werden. (W. Z.)

Frankfurt, 25. Juni. Dieprovisorische Centralgewalt", mit welcher dasPlenum" ein Seitenstück zu der Stuttgarter Reichsregentschaft" papiernermaßen in die Welt zu fetzen gedenkt, ist zwar noch nicht geboren, wird aber, wie man hört, nächster Tags vom Stapel laufen. Preußen und seine Verbündeten können den Staatsstreich ruhig erwarten; wer irgend nur Einsicht von der Wirklichkeit unserer Zustände be-