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österreichische und k. preuß. Musik Herrn v. Wrangel eine Serenade brachten. Morgen wird von Der hiesigen k. k. öster­reichischen Artillerie/4 Batterie von 2 Geschützen nach Frank­furt a. M. marschiren, um die dortige Besatzung zu er­gänzen.

Karlsruhe, 25. Juni. Die Karlsruher Zeitung ent­hält heute einen länger« halbamtlichen Artikel überdie nun­mehr nahe bevorstehende Verlegung badischer Truppen nach Preußen". In diesem Artikel wird gesagt, die erwähnte zeitweise Verlegung eines Theils des in der Reorganisation begriffenen badischen Armeekorps in preußische Garnisonsorle geschehe nicht auf den Gruuv einer sogenannten Militärkon­vention, die nicht besteht. Baden hat eine solche Konvention mit Preußen nicht, vielmehr nur in ganz anderer Richtung und zu ganz anderm, vorübergehendem Zweck eine Ueberein- kunft abgeschloffen. Im weitern Verlauf des Artikels ist aus­geführt, daß es in dem mit preußischen Truppen überfüllten Lande zu der nothwendigen Neubildung des badischen Armee­korps an Raum und Gelegenheit sehle. In Preußen aber standen Kasernen und andere Garnisonsanstallen hierzu bereit; die Badener könnten die freien Räume einnehmen und es sei dadurch auch langersehnte Gelegenheit gegeben, die preußischen Landwehren in ihre Heimath zu entlasten. Die Uebereinkunft kann jederzeit von beiden Seiten gelöst werden, ist von den Ständen genehmigt und Oesterreich hat zwar gegen deren Ausführung zu Ende März bei der provisorischen Bundes- Centralkommission Einsprache erhoben, aber die hierauf bavi- scherseits gegebene Antwort ist ohne Erwiderung geblieben. Die großherzogl. Hessische Regierung hat Den Durchmarsch der badischen Truppen nicht verweigert. Dieß die Quintessenz deS Artikels.

München, 25. Juni. Die zweite Kammer hat heute die Berathung des Ausgabebudgets damit begonnen, daß sie den Antrag des Abg. Reinhardt, vor der Budgetberathung zuerst Die Gesetzentwürfe bezüglich Der Gerichtsverfassung, der Wechsel- und der Gemeindeordnung :c. erledigt und als Ge­setze verkündet zu sehen, verwarf, und in die Buvgetberathung selbst eintrat.

Oesterreich.

Wien, 25. Juni. Vermöge Heutigem Erlaß können die 3proc. Kassenanweisungen mit Zinsausstand vom 1. Juli 1849 nach Wahl des Besitzers, entweder gegen 3proc. Reichsschatz- scheine oder gegen 3proc. Kassenanweisungen vom 1. Januar 1850 umgcwechselt, oder aber nach erfolgter Beibringung zur Zinserhebung wieder zurückgenommen werden. In letzterem Falle wird Die Zinserhebung durch eine Stampiglie bezeich­net, welche Die Worte enthält:Die Zinsen bis I.Juli 1850 bezahlt." Umtausch und Verwechslung, welche mit 1. Juli 1850 eintreten, sichern dem Besitzer ohne Unterschied sowohl die rückständigen, als Die weiterhin laufenden 3proc. Zinsen. Alle Landeshauptkassen und Kommerzialämter, mit Ausnahme der lombardisch-venelianischen, sind dazu angewiesen: in Wien ist es Die Staatscentralkasse. Ein Präklusivtermin ist nicht angesetzt.

Graf Thun, Der Unterrichtsminister, hat, wie verlautet, bisher schon die Neigung gehabt, den Zuzug der Jesuiten auf- zumuntern und zu betreiben. Jetzt hegt er diese Absicht, die Streiter der Kirche in Innsbruck ofsiciell zu begünstigen und ihnen Die Leitung des Gymnasiums zu übertragen.

In Der Armee erhebt sich eine Opposition gegen die Pickelhauben. Es scheint Die Ansicht verbreitet, daß dieselben unzweckmäßig und beschwerlich seien, theilweisc liegt die Anti­pathie wohl aber auch darin, daß die Pickelhauben als eine specifisch preußische Erfindung betrachtet werden.

DiePresse" bringt mit einer bei ihrer Vorsicht befrem­denden Zuversicht Die Nachricht, daß Kaiser Nikolaus zu Gun­sten des Thronfolgers abdanken werde. In Hermannstadt haben wieder 19 Verurteilungen Statt gefunden.

Wien, 26. Juni. Eingegangenen Nachrichten zufolge ist die Seidenernte in Italien wahrscheinlich unter mittelmä­

ßig. Das Wollgeschäst in Ungarn geht an. Die heutige Wiener Zeitung bringt Den kroatisch-slavonischen Landtagsab­schied noch vom Jahre 1848 her. Die nationale Sprache wird als Geschäftssprache anerkannt; doch wird der Wunsch nahe gelegt, mit der Centralgewalt und mit den Behörden anderer Kronländer deutsch zu korrespondiren. Im Sinne der Charte vom 4. März wird Der kroatische Landtag für Civil- und Strafrechtssachen autonom erklärt. Der verabschiedete sei aufzulösen und für Den neu zu berufenden eine provisorische Wahlordnung zu entwerfen.

Agram, 24. Juni. Der Banus ist hier eingetroffen und festlich empfangen worden. Der Geist ist für Die Regie­rung jetzt in Den südslawischen Ländern ein günstigerer, wozu namentlich Die vielfach eröffneten Aussichten aufCivilanstellun- gen beitragen. Eine sehr dankende Ansprache des Kaisers an das Militärgrenzvolk ist veröffentlicht worden. Das neue Statut für Die Grenze beruht gleichfalls auf dem Principe militärischer Organisation.

Dänemark.

Kopenhagen, 25. Juni. (H. B.-H.) Die angekün­digten Mittheilungen des Ministeriums über den Stand Der Unterhandlungen sind in der gestrigen geheimen Sitzung des Reichstages erfolgt und währten anderthalb Stunden. Ihr wesentlicher Inhalt geht, wie auch Die Berlingsche Zeitung heute bestätigt, dahin, daß Die diesseitige Regierung Der preu­ßischen ihr Ultimatum zugestellt, entweder einen Separatfrieden mit Preußen abzuschließen oder Den ersten geheimen Artikel Der Friedenspräliminarien (in unserer Zeitung von gestern unter Schleswig - Holstein mitgetheilt) eintreten zu lassen. Nachdem die Herzogthümer unterworfen und zum Gehorsam gebracht, wird, nach dem dänischen Vorschläge, der König eine Anzahl Schleswiger und eben so viele Dänen und Holsteiner zur Abfassung eines Gutachtens über Die endliche Ordnung Der Verhältnisse ernennen. Die Minister sollen hinzugefügt haben, daß sie bis hieher in vollkommener Uebereinstimmung mit England und Rußland gehandelt. Der Landesthing be­ruhigte sich bei Dieser Mittheilung , allein im Volksthing ent­spann sich eine heiße Debatte, welche vier Stunden währte. Erst um Mitternacht wurde diese längste Sitzung, die Der Reichstag noch gehalten, geschlossen. Die Minister hatten einen harten Stand; von Denselben zogen Bardenfleth, Rosen- Lrn und Madwig aber vor, gar nicht zu reden und Clausen, Sponneck, Zahrtmann und Hansen den Kampf führen zu las­sen. Alle ankeren Redner, insbesondere Balthasar Christensen (Der seine Interpellation nicht zurückgezogen, die also demnächst in öffentlicher Sitzung Vorkommen wird), Tscherning, Monrad (Der frühere Kasino - Minister) griffen das Ministerium an. Der Kriegsminister Hansen scheint geopsert werden zu müssen. Die Nykste Postesterretninger nennen Major Andrä als ihm zum Nachfolger bestimmt. Den Ministern scheint noch ein harter Kampf bevorzustehen. Flyveposten meint, der Reichs­tag werde vermuthlich am Sonnabend aufgelöst, und Die un­fertigen Gesetze Der Oktober-Session überantwortet werden. Freitag soll, meint man, Christensens Interpellation vorkom­men. Donnerstag wird Die preußische Antwort auf das dä­nische Ultimatum hier erwartet.

Großbritannien.

London, 25. Juni. Im Unterhause machte Sir R. Inglis einige Bemerkungen über die mutwillige, wenn nicht vorbedachte Beschimpfung, welche seinem ausgezeichneten Freunde, dem Ritter Bunsen, an anderer Stelle zugefügt sei. Herr- Roebuck versuchte das Betragen Lord Brougham's zu entschul­digen und Lord J. Russell sprach, ohne über Den unangeneh­men Vorfall im Oberhause selbst seine Meinung zu äußern, seine Hochachtung sowohl für den persönlichen als Den öffent­lichen Charakter des preußischen Diplomaten aus. Herr Roe­buck beantragte sodann Die wichtige von ihm aus heute ange­kündigte Resolution:daß Die Grundsätze, welche bislang die auswärtige Politik Der Regierung leiteten, der Art waren, die Ehre und Würde Englands aufrecht zu erhalten und in