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nach welchem Preußen in sekundärer Linie an der Exekutive Theil nehmen sollte. Der kurhessische Bevollmächtigte legte entschieden Protest dagegen ein. Jede Zurücksetzung würde damit enden, daß Preußen seine wohlerworbenen Rechte zum größten Schaden der Anderen selbstkräftig geltend mache. Auch hierin stimmte v. Dalwigk mit ihm überein. Hassenpflug's Vorschlag soll für das Interim dahin gehen, ein Direktorium zu bilden, in welchem mit Ucbergehung der kleinen Königreiche die Exekutive gemeinschaftlich von Preußen und Oesterreich auSgeübt würde, v. Linde, der Bevollmächtigte für Lichtenstein, in dessen Dienste er jetzt aus den großherzoglich Hessi- sischen überzugehcn gedenkt, ist, wie wir hören, derselben Ansicht, so daß die königlichen Bevollmächtigten über diese unerwartete Unterstützung Oesterreichs besorgt werden. Versteht das wiener Kabinct die Winke, welche ihm von solcher Seite ertheilt werden, so dürfte bald diejenige Aenderung erfolgen, welche hier für wahrscheinlich gilt, daß sich nämlich das „Plenum" als solches auflöst und dessen Mitglieder mit den Unions- Bevollmächtigten zu freien Berathungen, nach preußischem Vorschläge, zusammentreten. (K. Z.)
Frankfurt, 25. Juni. Gestern Abend traf auf der Main-Neckar-Eisenbahn, von der Inspektion der im Großher- zogthume Baden stationirten Kavallerie zurückkebrcnd, der General von Wrangel hier ein. Auf dem Bahnhof empfingen ihn der Hochstkommandirente der hier zusammengezo- genen Bundcstruppcn, der österreichische Fcldmarschalllicutcnant Freiherr von Schirnding, der Befehlshaber der in und um Frankfurt liegenden preußischen Truppentheile, Oberst von Schlichting, der Stadtkommandant Major Deetz und das ganze preußische Officierkorps. In seinem Hotel im Weidcn- busch war alsbald, den alten Führer in Schleswig zu begrüßen, auch das Osficierkorps des frankfurter LinienbataillonS versammelt und vor dem Hotel hatten sich die Musikchöre der preußischen Regimenter und ein Militärsängerchor zu einer- Serenade aufgestellt. Ein großer Zapfenstreich mit Fackeln durch die Hauptstraßen der Stadt schloß die Empfangsfeier- lichkritcn. Heute Morgen um 6 Uhr rückten alle preußischen Truppentheile zu einer Parade nach dem Exercierplatz am Grindbrunnen aus. General Wrangel, welchem der k. k. Feldmarschallliruienant Schönbals zur Seite ritt, forderte die Truppen zu einem doppelten Hurrah auf, zuerst für den Kaiser von Oesterreich, dann für den König von Preußen. Die Truppen schienen weniger erstaunt als die Zuschauer. Um halb 9 Uhr war Alles in der Stadt zurück. (D. Z.)
— Es wird hier mit Bestimmtheit versichert, daß der Rücktritt des großherzogl. Hessischen Ministers Hru. Jaup jetzt entschieden, und daß Herr v. Dalwigk zu seinem Ersätze aus- ersehen sei. (D. Z.)
München, 23. Juni. Die Regierung von Mutelfran- ken hat sammt iche Arbeitervereine der Provinz, „da dieselben nach den hierüber gepflogenen auSsührlichen Erhebungen nicht bloß die in ihre Satzungen aufgenommenen Bildungs- und Wohlthätigkeitszwecke im Auge haben, sondern ihr Streben überhaupt auf eine allgemeine Umgestaltung der socialen Verhältnisse des Arbeitcrstandes richten, auch nicht nur unter sich, sondern auch mit andern Vereinen des In- und Auslandes in organischer Verbindung stehen", — geschlossen. (D. Z.)
Oesterreich.
Wien, 21. Juni. Die Wiener Zeitungen bringen das Gesetz betreffs der Theißregulirung nebst dem darauf bezüglichen ministeriellen Vortrag. In diesem wird hervorgehobcn, wie die so höchst wichtigen Arbeiten, wodurch dem Staate ein Areal von beiläufig 1,700,000 Jochen kulturfähigen Bodens gewonnen werden soll, bis jetzt nur darum keinen vollkommen entsprechenden Erfolg gehabt hätten, weil die Partikularinteressen der BezirkSvereine die Oberhand behaupteten und von den einzelnen Gesellschaften Bauten vorgeschlagen und auch ausgesührt wurden, welche mit dem gestimmten Regulirungs- mnie nicht in Einklang standen. Die Bildung einer Centralkommission , der die Leitung und Uebcrwachung der gesamm- ten Entsumpfungsarbeiten übertragen wird, erschien daher als das geeignetste Auskunftsmittel; dieselbe wird fortan die ein
laufenden Baupläne zur Entscheidung ter Reichsbaubehörde (Generalbaudirektion) vorbereiten.
Wien, 21. Juni. Ein Korrespondent des Wanderers enthüllt heute einen schmählichen Betrug, welcher mit Petitionen getrieben wurde. Geistliche in Münzgraben bei Graz sammelten nämlich Unterschriften ebne Beilegung der Petition, indem sie Vorgaben, dieselbe sei gegen die Trennung von Schule und Kirche gerichtet, während jetzt bekannt wurde, daß die Petition ganz gegen Willen und Wissen der Unterzeichner die Rückbcrusung der Jesuiten begehre. Die Bewohner von Münzgraben protestiren gegen den Mißbrauch, welcher mit ihrer Unterschrift getrieben wurde. — Der Banus ist, wie die Zeitungen melden, nach Agram abgereist. Hier ist er reicher an Freunden angekommen als fortgegangen; wir wünschen, daß er in Agram bald das Gegentheil sagen könne.
Wien, 22. Juni. Es ist große Freude in Israel. Die Niederlage Lord Palmerstons im Oberhause gilt als Triumph unserer Politik in England, die Beleidigung des preußischen Gesandten nicht minder, und daß Herr Hassenpflug nun in den frankfurter Verein getreten ist, wird als eine große Ehre betrachtet. Die Note Hannovers und die Rede des Herrn V. d. Pfordten übertreffen alle Erwartungen. Gleichzeitig macht der „Lloyd" darauf aufmerksam, daß die neue Denkschrift des österreichischen Handelöministers gegenüber dem neuen preußischen Preßgesctz beweise, wie Oesterreich nur eine Union des wahrhaft Nützlichen und Schönen, Preußen nur die der Polizeigewalt erstrebe, ein Unterschied, der nicht verfehlen kann, für Oesterreich alle Sympathien zu gewinnen, das gar keine Preßgesetze braucht, sondern einfach an jedem Orte einen Korporal mit dem Stocke als Censor aufstellt.
Bekanntlich war Graf Revel, der bisherige Gesandte Sardiniens an unserem Hofe, mit der nationalen Politik seiner Regierung nicht einverstanden und eben darum von hier aus als die persona grata bezeichnet worden, die man hier zu sehen wünsche. Als die Militärkonvention mit Toskana und Sardiniens Einspruch dagegen ernstere Verhandlungen vorher- sehen ließ, hat Herr v. Revel seine Entlassung begehrt. Diese wurde ihm gewährt, und der österreichische Orden, welcher ihm bei der Abschieksaudienz zu Theil wurde, in Turin als eine Demonstration betrachtet. Hierdurch hat der neue sardinische Gesandte gleich mit einer gewissen ungünstigen Stimmung seine Stelle angetrelen, und es verlautet, daß der Verkehr keineswegs ein freundlicher, sondern ein sehr gereizter, der Inhalt der neuesten sardinischen Noten auch bereits einem Proteste gleichkommen soll. Das Ende dieser Spannung zwischen beiden Regierungen und ihren Vertretern ist noch nicht abzu- sehen. (D. R.)
Großbritannien.
London, 22. Juni. Aus Newyork sind Nachiichtcn vom 13. k. M. eingelroffen. General Lopez ist in Neworleanö auf Befehl des Präsidenten der Union verhaftet worden. Die Angelegenheit mit Cuba scheint in gütlicher Weise beige» legt zu werden. Die Gefangenen auf Cuba wurden mit Schonung behandelt. Keiner von ihnen war hingcrichtet worden.
Schweden und Norwegen.
Wie die stockholmer „Post- och Jnrikes^Tidningc" vom 19. berichtet, sollte an diesem Tage die Prinzessin Louise der Niederlande vom Schloß Haga in Stockholm eintreffcn und deren Vermählung mit dem Kronprinzen von Schweden und Norwegen Statt finden. Das genannte Blatt veröffentlicht das in dieser Veranlassung ausgestellte Ceremoniel. Die Vermählung wird unter großen Feierlichkeiten Statt finden. Zahlreiche Truppenabtheilungen sind zu diesem Behufe in Stockholm koncentrirt und viele auswärtige Männer von Distinktion zur Theilnahme an der Feier in der schwedischen Hauptstadt eingetroffen.
Frankreich.
Paris, 24. Juni. In der Dotationsfrage hat die Legislative das ministerielle Amendement, eine einmalige Bewilligung von 2,160,000 Francs auf das Budget von 1850,