Einzelbild herunterladen
 

1180

Sigmaringen. (Schw. M.) Bereits vor längerer Zeit haben Die Städte Sigmaringen und Hechingen ur.D die Gemeinden in sämmtlichen Oberämtern der beiden hohenzol- lernschen Fürstenthümer aus Anlaß des Uebergangs Der letzte­ren an Die Krone Preußen besondere Ergebenheits-Adressen an Se. Maj. den König gerichtet und in denselben Den treuesten Gehorsam gelobt. Neuerlich hat nun das tief beklagenswerthe Attentat auf Se. Majestät, welches sämmtliche Bewohner Der hiesigen Landestheile mit gerechtem Schmerz erfüllt, mehreren Gemeinden wiederholten Anlaß gegeben, ihre Anhänglichkeit an Se. Majestät und ihre Glückwünsche für Die Lebensrettung Allerhöchstdesselben in Adressen auszusprechen. — Vom 21. Juli an wird hier eine vierzehntägige Mission abgehalten werden.

Oesterreich.

Wien, 20. Juni. Der kriegerische Ton, welchen Die Oesterreichische Korrespondenz und die Wiener Zeitung in Den letzten Tagen heftiger als je laut werden lassen, beunruhigt hier um so mehr, als man sich nicht verbergen kann, daß Die Haltung, welche unser Kabinet in Der deutschen Frage ein­nimmt, nichts Versöhnliches in sich trägt und wir keine andere Hoffnung für den Frieden als diejenige haben, welche uns Die Besonnenheit Der preußischen Regierung gewährt, eine Beson­nenheit, Die über Die Phantasiegebildc längs der Donau end­lich Den Sieg davon tragen wird, bei Der wir aber nicht über­sehen können, daß sie mit der langen Dauer des bewaffneten Friedens so viel Geld kostet, wie ein Krieg, von welchem Der österreichische Gesandte in Frankfurt ja behauptet, daß er in 6 Wochen zu Ende sein würde. Das Oesterreich, welches Preußen im Kampfe gegenüberstünDe, ist nicht groß, es reicht nicht über Die Schwellen einzelner Bureaux, nicht über Die Kasernen hinaus, das ganze deutsche Oesterreich will keinen Krieg, sondern fürchtet ihn, Ungarn, Italien und ein großer Theil von Galizien muß Deutsch-Oesterreich zum Gebiete sei­ner Feinde rechnen, woher diese immer kommen mögen. Wir glauben in der That, daß ein Krieg nicht lange dauern würde. Wer wollte ihn aber wünschen? Gewiß Niemand, der viele österreichische Banknoten in Der Hand hält. Beim ersten Ka­nonenschuß würde man eilen, Diese Papiere aus.utauschen, und die beste Spekulation wäre wahrscheinlich, Kossuthnoten dafür zu nehmen. Wir hören daher mit geringer Freude von Den Rüstungen, Die man hier trifft, von Der neuen Uniformirung, von den Pferdeantäufen, von Der neuen Organisation Der 5 Feldartillerie - Regimenter, von welchen jedes 60 Batterieen mit je 8 Kanonen erhalten soll. — Im Osten steigt eine neue Gefahr für den Weltfrieden herauf; am 16. kam in Belgrad ein Tatar aus Bulgarien mit Der Nachricht an, daß Die Busi garen, namentlich Die drei, mit Ausnahme einiger Türken, von Bulgaren bewohnten Kreise: Widdin, Gurgyssova und Belgradcicza, seit Dem 13. D. in völligem Aufstande sind, um sich von der Botmäßigkeit der Türken zu befreien. Ihre nächste Absicht war, den Türken Die Festung Belgradcicza abzuneh- men, was ihnen leicht gelungen sein dürfte, da diese Festung eine geringe Besatzung hat, aber mit einer großen Menge Munition versehen ist. Belgradcicza soll auch wirklich schon im Besitze Der Insurgenten sein.

Prag , 19. Juni. Briefe aus Istrien entwerfen ein düsteres Bild von Der dort überhand nehmenden Armuth und dem Elend des Volkes. Ganze Distrikte, wie Der von Pissino und selbst Die Umgegend von Rovigno sollen geradebin vom Hungertode bedroht sein! Man geht daher in Triest damit um, für Die Unglücklichen eine Geldsammlung zu veranstalten.

Hermannsiadt Den sächsischen Städten hat man, ihren verbürgten Rechten zuwider, auf Grund des Belagerungs­und Ausnahmezustandes, die Wahl ihrer Bürgermeister und Senatoren entzogen und solche von Amts wegen oktroyirt. Die Gemeinde von Hermannstadt, ihrem Magistrat sich an­schließend, hat eine energische Protestation eingelegt und unter Anderm erklärt, daß sie Gehalte derselben, wenn man sie auf die Stadtkasse anwiese, nicht zahlen würde.

Dänemark.

Kopenhagen, 20. Juni. (H. C.) Die Jnbetracht- nahme einer gestern von Balthazar Christensen angekündigten Interpellation wurde heute in namentlicher Abstimmung mit 77 gegen 2 Stimmen beschlossen; 4 stimmten nicht, 16 wa­ren abwesend. Die Interpellation lautet folgendermaßen: „Hat Die Regierung einen bestimmten Plan oder Beschluß in Betreff der gegenwärtigen Verwickelungen in Schleswig ge­faßt, und ist das Ministerium gesonnen, dem Reichstage voll­ständige Mittheilungen über Die gegenwärtige Stellung des dänischen Staates dem Auslande, und namentlich Deutschland gegenüber, zu machen?" Für den abwesenden Konseilspräsi- Denten antwortete Der Justizminister : Die Regierung hege schon lange den Wunsch, Dem Reichstage Eröffnungen über den Stand Der Unterhandlungen und über Die gegenwärtige politische Lage Dänemarks zu machen; Die Regierung habe indeß das Eintreten der Unterhandlungen in ein gewisses Stadium abwarten wollen. Ein solcher Zeitpunkt sei jetzt cingctretcn, und die Regierung werde daher am künftigen Montage Dem Reichstage in geheimer Sitzung Die erwünschten Mittheilungen machen.

Italien

Nom, 13. Juni. Die officielle Zeitung bringt Die Re­organisation des päpstlichen Heeres. Die Armee besteht aus Dem Generalstab, Der Intendanz, Dem Auditoriat, einem Ge- niekorps, 3 Jnfanterieregimenlern (darunter ein Garderegi- ment) zu je 3 Bataillons, 1 Jägerbataillon, 1 Kavallerie­regiment, 1 Artillerieregiment zu 8 Batterien, 4 Veteranen­kompagnien, 1 Jnvalivenkompagnie und einem Gendarmen- korps, zusammen höchstens 8000 Mann.

Jekanntmachungen.

[512] Bekanntmachung.

Der Handschuhmacher Karl Peter in Arolsen hat Die Erklärung vor uns abgegeben, daß er sich außer Stande be­finde, Die gegen ihn klagbar gewordenen Gläubiger zu befrie­digen, daß er aber hoffe, sich mit denselben zu arrangiern.

Wir fordern deßhalb alle Diejenigen, welche auS irgend einem Grunde Ansprüche an dem Vermögen des Handschuh­machers Karl Peter dahier machen wollen, auf, diese im Termine

Den 30. Juli D. J. früh 8 Uhr vor uns anzumelden, etwaige schriftliche Beweismittel vorzu­legen und sich auf Die Arrangementsvorschläge zu erklären.. Für den Fall des Fehischlagens des Arrangements haben wir schon jetzt Den Konkurs Der Gläubiger erkannt und wird Deren weitere Vorladung nicht erfolgen, dieselben haben also even­tuell zugleich einen Güterpfleger und Gläubigerausschuß unter sich in demselben Termine zu wählen. Gegen die nicht er­schienenen Gläubiger wird Der Ausschluß von Der Konkurs­masse, resp, der Beitritt zur Stimmenmehrheit erkannt werden.

Zugleich haben wir dem Karl Peter jegliche Disposi­tion über sein Vermögen bei Meidung Der Nichtigkeit und Der Strafe des Betrugs untersagt und können an denselben gültig Zahlungen nicht mehr geleistet werden.

Die weiteren Bekanntmachungen werden nur durch die Beilage zum hierlänvischcn Regierungsblatt und durch Anschlag an Die Gerichtslade erfolgen.

Arolsen, den 17. Junius 1850.

Fürstlich Waldeckisches Oberjustizamt Der Twiste.

G. Kleinschmit. ____

[511] Ein Portmonnaie mit etwas Geld ist in meinem Garten gefunden worden und kann dasselbe gegen die Ein­rückungsgebühren bei Cimiotti in Empfang genommen werden.

Mi è helmshöbe •

[449] Mittwoch den 26. Juni Table d'höte um 12’/, Uhr, sowie Kestauration â la carte, wozu ernebenst einladet

G. P. Schombardt.

Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Redaktion: Fr. Oetker und Dr. A. Pfaff. — Truck von Friedr. Scheel in Kafiel.