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merfraktionen diesem Beispiele. Frhr. v. Anklaw, der ultra? montane badische Hochtory, arbeitet soeben an einer Schrift: Ueber Entstehung und Verlauf der badischen Revolution." Und eben so läßt die Deutsche Partei durch ihren journalisti­schen Wortführer, Prof. Häusser, eine Geschichte der badischen Revolution schreiben, die in den nächsten Wochen erscheinen wird.

Großbritannien.

London, 20. Juni. Im Oberhause theilte gestern Marquis Lansdowne mit, daß er einen Ausschuß bean­tragen werde, zur Untersuchung der geeigneten Mittel, den auswärtigen Gesandten für ihre Anwesenheit im Hause den nöthigen Raum und Bequemlichkeit zu sichern, in Folge eines unangenehmen Vorfalls zwischen Lord Henry Brougham und dem Ritter Bunsen, bei welchem der erstere nach dem ein­stimmigen Urtheile der Presse sich ein Betragen zu Schulden kommen ließ, wie man es von einem gebildeten Manne nicht erwarten durfte, und das seine Freunde auf einen der bei ihm bekanntlich nicht seltenen Anfälle von Besinnungslosigkeit schie­ben.Ich nehme mir die Freiheit, zu erklären, sagte Mar­quis Lansdowne, daß durch ein Mißverständniß ein Gesandter von höchster persönlicher Würde und in Bezug auf die Stel­lung, die er einnimmt, die größten Rücksichten erheischend, ge­nöthigt war, den Platz zu verlassen, den er sehr natürlich für den ihm ordnungsmäßig zustehenden halten mußte, obgleich der Raum neuerdings nur für Damen bestimmt wurde. My­lords, in der That ist es nicht sehr zur Ehre unseres Landes, daß wir keinen Platz in diesem Hause haben, wo ein fremder Gesandter sitzen kann, unzweifelhaft haben wir doch einen, wo er stehen kann; zu sagen brauche ich übrigens nicht, daß Stehen, zumal bei langen Debatten, nicht immer konvcniren kann. Ich werde deßhalb am 21. Juni den Antrag stellen, daß ein Komitë ernannt werke, diese Sache zu arrangiren." In einer gestern abgehaltenen Geheimrathssitzung gab Lord Cottenham das große Siegel ab, welches darauf Lord Lang­dale, dem Vicekanzler, und Baron Rolf als Kommissaren zur Bewahrung des großen Siegels überreicht wurde.

Das Gerücht von dem Sturze des Whig-Ministeriums, das sowohl in London wie in Paris cirkulirt hat, muß noch immer zum Mindesten als voreilig betrachtet werden. Die Wahrheit ist, daß die Königin in einer Unterredung mit Lord John Ruffel sich ziemlich hart über das Benehmen Lord Pal­merstons geäußert hat, und daß das Ministerium, das Anfangs entschlossen schien, sich um das Votum des Oberhauses nicht zu kümmern, nach abgehaltenem KabinetSrathe eingesehen hat, daß cs unmöglich wäre, ein so eklatantes Ereigniß mit Still­schweigen zu übergeben, und daß der Versuch gemacht werden müsse, durch eine Debatte im Unterhaus, das Lord Palmer­ston günstiger ist, die im Oberhause empfangene Scharte wie­der auszuwctzen. Es scheint, daß die von Herrn Roebuck, einem Radikalen, angekündigte Interpellation zu diesem Zwecke hcrvorzerufen worden ist.

Italien.

Toskana. Die Kammer des Gerichtshofes erster Instanz hat am 11. d. M. in Florenz das Ueberweisungsurtheil über 42*im Ausruhrsprocesse Guerazzi Betbeiligte gesprochen. Von 42 werden bloß 24 vor den kgl. großh. Gerichtshof zur öffent­lichen Verhandlung gewiesen, für die 18 anderen fei kein ge­nügender Grund vorhanden, weiter zu processirrn. Unter die­sen letzteren befindet sich der Ex-Finanzminister Adami und der gewesene Präfekt von Florenz, Guidi-Rontani; von den ersten 24 befinden sich bloß 7 in Haft, die übrigen werden in con­tumaciam beurtheilt werden. DerMonitore" erklärt nun "der vollen Wahrheit gemäß", daß die Nachricht, als habe die sardinische Regierung gegen den Militärvertrag zwischen Oesterreich und Toskana protestirt, nicht den mindesten Grund habe.

Verona, 11. Juni. Eine vom Feldmarkchall Radetzky jüngst erlassene Verfügung, mit welcher dem verderbenbringen­den Spitzclwescn ein Ende gemacht wird, bringt diesem grei­sen Helden gewiß viele Ehre, und wird unzweifelhaft dazu beitragen, ihm in den Herzen der meisten Italiener ein Denk­

mal der Dankbarkeit zu errichten. Nachdem sich mehrere Fälle ergeben hatten, daß Leute dem Generalgouvernement in den schwärzesten Farben geschildert wurden, denen man dann spä­ter bei genauer Erhebung der Sachlage durchaus Nichts anha- ben konnte, so erließ der Marschall, das Schlechte eines sol­chen Verfahrens wohl erkennend, eine Amlsverordnung, kraft welcher Niemand mehr auf Grund einer ungünstigen Polizei- reformation an seinen Rechten und Ansprüchen benachtheiligt werden darf, bevor er nicht über die ihm aufgebürdete Schuld vernommen und ihm dadurch Gelegenheit zur Rechtfertigung geboten worden ist. (C. Bl. a. B.)

Nom, 11. Juni. Die päpstliche Regierung Hal die ge- sammle Polizei in den vier Legationen den dort stationieren österreichlschen Truppen übergeben. Das Andere wird den Oksterreichern von selbst zufallen.

Frankreich.

Paris, 21. Juni. Gleich zu Anfang der heutigen Siz- zung der Nationalversammlung las Hr. Flandin den Aus- schuß-Bericht über das Dotationsgesetz vor. Er erklärte, daß in Bezug auf die Zeitgemäßheit der Einbringung desselben der Ausschuß fast einstimmig seine Mißbilligung ausgedrückt habe, in Bezug auf den Inhalt desselben jedoch getheilter An­sicht gewesen sei. Als Ansicht der Majorität gab er an: 1) Eine weitere Erhöhung der Repräsentationskosten über die von der Konstituirenden bewilligten 600,000 Fr. ist von dieser (im Widerspruch mit der Behauptung des FinanzminifterS) nie vorgesehen gewesen. 2) Gleichwohl werden die außerordent­lichen Ausgaben, zu denen der erste Beamte der Republik und der Neffe des Kaisers sich genöthigt sehen konnte, anerkannt, da dieselben unmöglich vorhergesehen werden konnten. Die Bezeichnung des Staatsoberhaupts als einer zweiten Vorse­hung betrachtet der Ausschuß als eine Uebertreibung heut' zu Tage. 3) 3,600,000 Fr. konstituiern eine wahre Civilliste, um so mehr, als die von der Regierung für ihre Forderung angegebenen Gründe sich nicht allein für den Augenblick, son­dern auf alle Zukunft beziehen. 4) Für die außerordentlichen Ausgaben, besonders da dieselben als persönliche Opfer be­zeichnet worden sind, wird die Bewilligung von 1,600,000 Fr. als Nationalersatz vorgeschlagen. 5) Der Ausschuß be­klagt die Verschiedenheit der Ansichten des Ministeriums; das­selbe will keine Aenderung an der Höhe des Kredits und sei­ner Bedeutung zugeben und macht daraus eine Kabinetsfrage. 6) Der Ausschuß hofft, daß hieraus kein Konflikt zwischen zwei Gewalten entstehen könne, die so geneigt seien, ihre ge­genseitigen Prärogativen zu respektiren. Die Majorität der Kommission habe nicht darauf verzichtet, ein Amendement an­zunehmen, das etwa von den Ministern gebilligt werden sollte. Im Namen der Minorität führte Hr. Flandin an, es handle sich nicht um eine monarchische Restauration, der Präsident der französischen Republik befinde sich aber in einer anderen Lage als der der nordamcrikanischen Freistaaten; man solle den Namen:Ergänzungskredit" durch den:Außerordentli­cher Kredit" ersetzen, im Uebrigen aber die nachtheilige Wir­kung einer Verweigerung auf tue Geschäfte berücksichtigen. Nach einer kurzen Kritik dieser entgegenstehenden Hauptansichten trug Hr. Flandin auf Bewilligung eines außerordentlichen Kredits von 1,600,000 Fr. für Jnstallalionskosten im Jahre 1849 und 1850 an, mit Vertheilung auf die Budgets beider Jahre. Auf den Vorschlag des Präsidenten Dupin wurde der nächste Montag zur Diskussion des DolationSgesetzes bestimmt. Der Minister des Auswärtigen kündigte alsdann die Wieder­aufnahme der diplomatischen Beziehungen mit England an, da diese Macht auf das am 14. Mai vor der Abberufung des Herrn Drouyn de l'Huys gestellte Verlangen in Bezug auf die griechische Angelegenheit eingegangen sei und an die Stelle der Konvention von Athen die am 19. April in Lon­don festgestellten Stipulationen angenommen habe. Der Mi­nister erklärte, der französische Gesandte werde nach London zurückkehren, um Daselbst Die vor Dem 14. Mai inne gehabte Stellung wieder einzunehmem. Unter den Rücksichten, welche Die Regierung bei dieser Angelegenheit leite, nannte er auch Die der Erhaltung des Weltfriedens. Bis zum Schluffe