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lichkeil hat bei Vielen einen ergreifenden Eindruck hinterlassen. Nicht nur haben sich manche schon ergrauete Waffenbrüder noch einmal ihrer gemeinsamen Thaten einer großen Vergan­genheit erinnert, sondern auch die übrigen Theilnehmer und Zuschauer der Feier gedachten an die gesegneten Folgen der Einigkeit Deutschlands gegen den äußern Feind, mit dem Wunsche, ja dem Glauben, daß diese auch unter den gegen­wärtigen Wirren bei drohender äußerer Gefahr nicht fehlen möge!

Leipzig, 20. Juni. Der in der letzten Stadtverordne­tensitzung gestellte Antrag des Stadtverordneten Heinrich Brockhaus bezüglich der Erlasse unseres Gesammtministeriums vom 3. Juni kam in der heutigen Versammlung der Stadt­verordneten zur Berathung. Die Deputation zum Lokalstatut, der der Antrag zur Begutachtung überwiesen worden war, hatte sich mit 10 gegen 1 Stimme zu dem Beschlusse ver­einigt:daß nach reiflicher Erwägung der Sache und der dabei in Betracht kommenden Verhältnisse dem Kollegium nicht anzurathen sei, dem Brockhauö'schen Anträge weitere Folge zu geben." Der Antragsteller Brockhaus beharrte bei seinem Anträge. Nach Brockhaus sprach der Adv. Anschütz. Er beantragte, zu Protokoll zu erklären:Man hege die Ueberzeugung, daß Leipzig durch seinen nach der Verfassungs­urkunde vom 4. September 1831 vermöge seines Amtes in die erste Kammer einzuberufenden Vertreter keinen Schritt thue, welcher den gegen die Landesverfassung übernommenen Verpflichtungen zuwidcrlâufe." Als Resultat der langen De­batte stellte sich heraus, daß zwar mit 28 gegen 27 Stimmen der Beschluß der Deputation abgelehnt, nichtsdestoweniger aber der nun zur Abstimmung kommende Brockhaus'sche Antrag selbst mit 31 gegen 24 Stimmen gleichfalls abgelehnt wurde. Der Anschütz'sche Antrag erhielt gleichfalls nicht die Majori­tät, so daß überhaupt gar kein Beschluß der Stadtverordneten vorliegt. Das Ministerium würde indeß sehr mit Unrecht aus diesem Resultat etwas für sich Günstiges entnehmen wol­len, denn der größte Theil der Sprecher erklärte sich entschie­den 1m Sinne des Brockhauö'schen Antrags gegen das Mini­sterium und hielt nur das Kollegium der Stadtverordneten als solches nicht für kompetent. Dem Vernehmen nach hat die Universität gestern in einer Sitzung des Senars beschlos­sen, einer an dieselbe gelangenden Aufforderung zur Wahl eines Mitgliedes in die erste Kammer nicht Folge zu leisten.

Frankfurt, 18. Juni. Das Ministerium Jaup wird, wie wir aus guter Quelle erfahren, im Amte bleiben. Die Zurücknahme des Entlassungsgesuchs hat darin ihren Grund, daß sich während der Krisis ergab, wie sehr der Großherzog den Einflüsterungen derer sein Ohr geliehen, die, unbekümmert um das Gebot der Ebre und Selbsterbaltung, aus blindem Hasse gegen Preußen den Rücktritt von der Union wünschen. Hr. Jaup wollte die unvermeidlichen Gefahren für den Thron, dem er mit besonderer Pietät zugethan ist, abwenden und da- ber noch einmal den Versuch mit seinerzuwartenden Stel­lung" machen. (K. Z.)

Frankfurt, 18. Juni. Einiges Aufsehen erregt hier das Gerücht, daß von Seiten der darmstädter Regierung der Durchmarsch der badischen Truppen nach Preußen beanstandet worden sei. Gegen den Durchzug mittels Eisenbahn hätte man nichts cinzuwenvcn gehabt; gegen den etappenweisen Durchmarsch und die Einquartirung der Mannschaft sollen da­gegen einerseits die schwierige Stellung des Ministeriums den Ständen gegenüber, andererseits die von einer Berührung der durchziehenden Truppen mit gewissen Schichten der Bevölke­rung zu besorgenden Nachtheile geltend gemacht worden sein. In unserer zweifelsüchtigen Zeit wird man indessen nicht er­mangeln, neben diesen offen angegebenen Giünden noch ge­heime aufspüren zu wollen, zumal bekannilich Oesterreich gegen diese Truppenvcrltgung förmlich protestirt hat, und andererseits die Haltung Hessen-Darmstadts der Union gegenüber fortwäh­rend eine schwankende zu sein scheint. Die badischen Truppen werden nunmehr, wie man hört, rheinabwärts nach Köln per Dampfboot befördert werden. (D. A. Z.)

Darmstadt, 20. Juni. DieDarmst. Ztg." Widern spricht dem Gerücht, als hätten die beiden Hessen und Frank­furt den badischen Truppen den Durchmarsch nach ihren neuen Garnisonsorten verweigert, in Folgendem:Wir können in Beziehung auf unser Großherzoglhum ganz einfach und auf das Bestimmteste versichern, daß das großh. badische Ministe­rium vor etwa 10 Tagen den bevorstehenden Durchmarsch hierher gemeldet hat und diesseits sogleich die deßhalb noth­wendigen, zur Förderung jenes nachbarlichen Wunsches Nöthi­gen und in solchen Fällen gewöhnlichen Weisungen ergangen sind. Wie wir von anderer Seite vernehmen, wird der angezeigte Durchmarsch (ein Theil der Truppen, Kavallerie und Artillerie, soll zu Rhein, der übrige zu Land gehen) nachstbald erfolgen."

Oesterreich.

Wien, 19. Juni. Ein Artikel in der gestern Abends ausgegebknen Nummer der ministeriellenOesterreichischen Korrespondenz" stellt die Behauptung auf, Preußen sei auf dem Wege, aus Deutschland auszuscheiven. Die neuesten österreichischen Noten gehen ganz von diesem Gesichtspunkte aus und wird in denselben der frankfurter Kongreß als ein­zig legales und oberstes Organ Deutschlands ausgestellt. Im heutigen Reichsgesetzblatte sind die Patente enthalten, wo­durch die neue Strafproceßordnung für 1. Juli 1850, sowie die neue Gerichtsverfassung zur Einführung bestimmt worden sind. Das Princip der Geschworenen ist beibchalten, obwohl vielfach die Rede geht, daß dieselben bei der Preßrechtspflege beseitigt werden sollen. (C. Z.)

Großbritannien.

London, 17. Juni. Sir Ch. Napier wird aus Ge­sundheitsrücksichten seinen Posten in Ostindien verlassen und nach England zurückkehren. Seine Stelle wird dem Verneh­men nach Generallieutenant Sir W. Gomm einnehmen. Lord Langdale ist zum Nachfolger des abgetretenen Lord Cok- tenham's als Sprecher im Oberhause bestimmt. Im Ober- Hause kam der lange vorher angekündigte Antrag Lord Stan- ley's, der für das jetzige Whigministerium eine Art Miß­trauensvotum enthält, zur Berathung. Der Antrag verlangt folgende Erklärung: Während das Haus das Recht und die Pflicht der Regierung, Ihrer Majestät Unterthanen, welche in fremden Ländern wohnen, den ganzen Schutz der Gesetze jener Staaten zu sichern, in vollem Maße anerkannt, bedauert es, aus der neulich auf den Tisch des Hauses niedergelegten Kor­respondenz zu ersehen, daß verschiedene an die griechische Re­gierung gestellte Ansprüche, zweifelhaft in rechtlicher Beziehung oder in ihrem Belange übertrieben, durch gegen den Handel des griechischen Volks gerichtete Maßregeln durchgesetzt worden sind, Maßregeln, welche die Fortdauer unserer freundschaftlichen Beziehungen zu anderen Mächten gefährden mußten. Der Antrag ward mit einer Majorität von 37 Stimmen gegen die Regierung angenommen. Im Unterhause ward die Bill auf Abschaffung des Amtes eines Lordlieutenants in Irland zum zweiten Male verlesen.

Frankreich.

Paris, 18. Juni. In der heutigen Sitzung der Na­tionalversammlung ward die Wahl Emil v. Girardin's im Departement des Niederrheins für gültig erklärt. Sodann fand die dritte Berathung über den Gesetzentwurf, die Pen­sionskassen betreffend, Statt. Nach dem Journal des De­büts soll in Rom eine Kommission von 6 Kardinälen zur Vorbereitung der in den päpstlichen Staaten einzuführenden Reformen zusammentreten. Lamartine, von seinem Unwohl- scin wieder genesen, hat bereits seine Reise nach Marseille angetreten, um sich nach dem Oriente einzuschiffen. Heute Morgen fand bei den Invaliden eine kirchliche Feier zum An­denken an die bei Waterloo gebliebenen französischen Sol­daten Statt.

Paris, 19. Juni. Die Majorität des Ausschusses für das Dotationsgesetz bleibt bei ihrem Beschluß, dem vom Mi­nisterium verlangten Kredit eine außerordentliche Bewilligung von 1,600,000 Fr. zu substituiren. Die Minorität, sowie