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gierung eingreisen, desto berechtigter ist die Erwartung, daß ein bestimmter Ausspruch des Ministeriums Jaup der Herrschen- den Ungewißheit ein Ziel setze. Wir glauben, daß der Groß- Herzog selbst die Nöthigung dazu in sich fühlt, ohne daß es einer von anderer Seite her eintretenden Anmahnung bedürfen wird. Der wahrhaft unbegreifliche Widerspruch, welchen die großherzogl. hessische Regierung übereinstimmend mit den Re­gierungen von Kurhessen und der Stadt Frankfurt gegen den Durchmarsch der badischen Truppen eingelegt haben soll, wird ohnehin als neues Moment für die Aufgabe einer Politik der Sklbsterhallung angeführt; wir hoffen jedoch, daß die Absen­dung des badischen Majors Böckh an die betreffenden Regie­rungen dahin ausreicht, zugleich mit der Weigerung die da­von schwer trennbare Auslegung zu entkräften. (D. R.)

Oesterreich.

Wien, 17. Juni. Es gewährt mir ein besonderes Ver­gnügen, Ihnen heute von einem Atte melden zu können, der jeden Falls in Ungarn mehr Eroberungen macht, als alle un­sere Regimenter, mehr zur Befriedigung beiträgt, als alle Ci- vilkommissare, es ist ein Guadenakt: Sämmtliche Officiere, welche vor der Revolution Dienst genommen, später aber ver- urtheilt wurden, werden nun gänzlich in Freiheit gesetzt. Die auf 18 Jahre verurteilten Obersten Liptay, Szekulics, Ra- Honczp, Waldberg und Messelenyi, Kossuths Schwager, sind bereits frei und erhalten ihre Güter zurück. Auch hier knü­pfen die trauernden Familien, deren Väter oder Söhne im Kerker schmachten, an jenes Ereigniß neue Hoffnung, um so mehr, als bei uns Menschen auf Jahre vcrurtheiit wurden, deren Vergehen in Ungarn und Italien kaum mit einigen Wochen gerügt wurden. In der Lombardei sind die susven- dirten Advokaten und Notare wieder ihrem Amte zurück- gegeben.

* Kassel, 21. Juni. Wir machen die Freunde der Kunst und die Verehrer unserer Kasselschen Naturschönheiten auf eine großartige Schöpfung der Landschaftsmalern aufmerk­sam, eine Ansicht des Habichtswaldes, im Vordergründe den großen Durchschnitt bei Oberzwehren darstellend. Wir werden auf das, so eben aus dem Atelier von Friedrich Müller her- vorgehende Werk später zurückkommen. Der Besitzer des­selben, Herr Ehlert, gedenkt es in wenigen Tagen nach Berlin zu entführen. Doch wird es zuvor noch etliche Tage (vom nächsten Montag an) dem Publikum zur Beschauung in der Wohnung des Herrn Kramer am Steinweg ausge­stellt sein.

Kekanntmachungen.

[494] Bekanntmachung.

Resultat des Betriebes während des Monats April 1850 auf der Friedrich Wilhelms-Nordbahn

a) für die Beförderung von

21,198 Personen incl. Gepäck 8729 Thlr. 10 Sgr. 1 Hlr. b) für den Transport von

81,860,1 Ctr. verschiedener

Frachtgüter 5639 - 22 - 6 -

Gesainmteinnahme 14,369 Thlr. 2 Sgr. 7 Hlr.

Kassel, am 18. Juni 1850.

Wie Direktion der Friedrich - Wilhelms - Nordbahn.

Arnold.

Vdt. Dr. Eisenberg.

[486] Auf Requisition der Kinder und Erben des weil, hiesigen Holzhändlers G. A. Mallinkrodt sollen folgende, denselben zugehörige Grundstücke, als:

1) Ein Wohnhaus an hiesiger Langenstraße, neben Sche- pelcr's und Heinrich's Erben belegen;

2) ein Wohn - und Brauhaus an hiesiger Tanzwerderstraße, neben Sundheim's Erben und Justus Franke belegen;

3) ein circa 83/4 Morgen haltender Berggarten zu Alt­münden, einschließlich des daran stoßenden Grasberges vor dem Knich an der Fulda belegen;

4) circa 33/4 Morgen Wiesen über der obern Fähre, zwi­schen den Gärten und Schepeler's Wiese belegen;

5) eine Wiese in der Schlunk im Herrmannshagen am Hohenfelde, an Ballauff und Oetzel belegen, öffentlich an den Meistbietenden verkauft werden, und habe ich dazu einzigen Termin, worin der Höchstbietende den Zu­schlag gewärtigen kann, auf Dinstag den 25. d. M. ange- setzt, an welchem Tage, Nachmittags 2 Uhr, sich in meiner Wohnung Kauflustige einfinden wollen.

Der unter Nr. 3 erwähnte Garten ist unweit des Zusam­menflusses der Fulda mit der Werra, kaum 5 Minuten von Münden reizend belegen, mit einem Wohn- und Gartenhause versehen, und eignet sich vorzugsweise zum Sommeraufenthalt. Münden, den 18. Juni 1850.

H. C. Retzman n, Dr. , Notar.

[496] Kunst-Anzeige.

Sonnabend den 22. Juni c. im Saale des Gasthofes zumHolländischen Hof" bei Hrn. Oestreich elfte mimisch- plastische Kunst-Vorstellung. Anfang 7 Uhr. Das Nähere besagen die Zettel; wozu ergebens! einladet

L. Wlach, plastischer Künstler.

[493] In der untern Königsstraße Nr. 996 ist die Bel- Etage auf Michaeli zu vermiethen.

Eati de Cologne

das Kistchen von 6 Flaschen für 2 Rthlr., die Flasche für

12 Sgr., empfehlen George Francke 8» Ponnaz, [489] untere Königsstraße Nr. 996.

Einladung jum Abonnement.

(495) Mit dem 1. Juli beginnt ein neues Abonnement auf die

Zeitung für Rorddentfehland

(Redakteur J. Frese), wozu wir das zeitunglesende Publikum hiermit einlaven. Wir bitten, die Bestellungen bei den resp. Postämtern recht zeitig zu machen, damit keine Verzögerung resp. Unterbrechung in der Zusendung Statt finde.

Die Zeitung für Norddeutschland, welche seit ihrer Vereinigung mit der Hannoverschen Morgenzeitung das gelesenste politische Blatt im ganzen Königreich Hannover ist, wird fortfahren, die Interessen der Gegenwart nach allen Richtungen hin und im Sinne des entschiedenen Fortschritts zu vertreten.

Alle wichtigen Nachrichten werden auf telegraphischem Wege bezogen und somit den Lesern in kürzester Zeit zugeben.

Preis bei allen Postämtern excl. Postaufschlag 1 Thlr. 11 Ggr. Jnsertionsgcbübr für die Pelitzeile oder deren Raum 1 Ggr.

Hannover, im Juni 1850. Expedition der Zeitung für Norddeutschland.

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Verantwortlich?: Herausgeber: Fr. Oetker. Redaktion: Fr. Oetker und Dr. A. Pkaff. Druck von Friedr. Scheel in Kassel.