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sident des Ausschusses, der darauf gewählt wurde, diese Funktion annehmkn wollte, worauf erst in Dritter Linie Hr. Flan- Din (früher als ein sehr eifriger Anhänger des Generals Ca- vaignac bekannt) zum Berichterstatter ernannt wurde. Dieser nahm das schwierige Amt an, jeooch auch nur mit Dem ausdrücklichen Vorbehalte, sich zur Abfassung seines Berichtes Zeit lassen zu dürfen, Der hiernach im Widersprüche mit Den meisten Angaben erst in etwa acht Tagen zu erwarten wäre. Der erwähnte Beschluß hat gestern Abenrs im Passage De l'Opera sofort ein Fallen der 5pct. Rente um 1 Fr. zur Folge gehabt. Unterdessen cirkuliren bereits, wie immer bei solchen Gelegenheiten, Die ernstesten Gerüchte über bevorstehende Aenderungen in Der politischen Lage, uno namentlich über eine bebrütende Ministerkrisis. Es heißt, daß Die Linke entschlossen ist, selbst gegen den von Dem Ausschüsse gemachten Vorschlag zu votiren. Da derselbe alsdann offenbar verworfen werden würbe, weil die Anhänger brs Ministeriums denselben ebenfalls nicht annehmen werben, so glaubt man, daß Hernach bei Der Abstimmung über bas vom Ministerium vorgelrgte Dotationsgesetz Die bissibirrnven Mitglieder Der Majorität doch noch so zu sagen gezwungener Weise für Vieses stimmen werben.
Das „Journal des Debats" und der „Konstitutionnel" behaupten heute mit gleicher Entschiedenheit, baß Die Reise Des Hrn. Thiers zu LouiS Philipp keinen politischen Zweck gehabt habe; ersteres Blatt thut dieß jedoch in Der Weise , Die Der Vermuthung Raum gibt, als ob dieß dagegen mit Der Reise Der übrigen orleanistischen Staatsmänner doch Der Fall wäre. Die Gerüchte von besonberen Einladungsschreiben an diese, so wie von einem durch Louis Philipp niedergeschriebe- nen politischen Testament erklärt bas „Journal bes Debats" für unbegründet. — Heute Morgen sinb außer Hrn. Guizot und Hrn. De Broglic auch Die Hrn. Duchatel und Dumon nach St. Leonarbs abgereist. — Das „Journal Les Debats" will aus guter Quelle wissen, daß Der russische Gesandte in London, Hr. v. Brunnow, gegen die gezwungene Lösung der griechischen Frage in Ath n protestirt, sobald dieselbe in London bekannt geworben war. Seine Protestation sei von Dem Kaiser Nikolaus förmlich gebilligt und ratificirt worden. — Der „Moniteur" veröffentlicht bas Deportationsgefetz. — Mehrere neue Regimenter sind in Paris angekommen. — Gestern Abends fand eine Konferenz zahlreicher Personen bei Dem General Changarnier Statt. — Nach einer in den Bü- reaux der Nationalversammlung angeschlagenen Liste beträgt das Deficit von 1849 292,901,383 Fr. — Die 5pCt. Rente wurde heute in Der Passage De l'Opera zu 92 Fr. 65 E. notirt.
Spanien.
Aus Madrid meldet man vom 11. Juni: Die Schnelligkeit, mit welcher alle Vorbereitungen im königlichen Palaste getroffen werden, beweist, daß man die Niederkunft der Königin jeden Augenblick erwartet. Alle fremden Gesandten, so wie Die Mitglieber Der Kommission von Asturien sind im Namen der Königin aufgeforvert worden , sich bereit zu halten , um sich bei der ersten Benachrichtigung nach Dem Palast zu begeben. Der Herzog und die Herzogin von Montpensier, Die sich gegenwärtig in Aranjuez befinden, werden heute Nacht in Madrid erwartet. Nach der Entbindung Der Königin sollen die Kammern aufgelöst werden, die Neuwahlen jedoch erst gegen November Statt finden. — 3pCt. 33’/2.
Italien.
Nach einem Privatschreiben aus Turin vom 11. Juni soll die sardinische Regierung die Absicht haben, gegen die österreichische Regentschaft, welche bei Der bevorstehennen Abdankung des Großherzogs von Toscana in Florenz errichtet werden soll, zu protestiren. Da der zukünftige Thronerbe erst 12 Jahre alt ist, so soll der Oberbefehlshaber der österr. Truppen in Toscana, Fürst von Liechtenstein, zum Regenten ernannt werden.
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Vermischtes.
China und Indien. In der Präsidentschaft Bombay ist, nachdem man die barbarische Unsitte bereits für erloschen angesehen, wieder eine Sattie, d. h. die Verbrennung einer Wittwe vorgekommen; es war ein junges Weib von 22 Jahren, die ihrem 60jährigen Gatten , einem Manne niedriger Kaste, auf den Scheiterhaufen folgen mußte. Die englischen Behörden haben alle Theilnchmer, deren sie habhaft werden konnten, zu zwei- bis zehnjährigem Gefängniß verurtheitt. — Kontre Admiral Austin, der neue Oberbefehlshaber der englischen Flotte in den indischen und chinesischen Gewässern, war Ende Aprils in Singapur angekommen. Man war dort eifrig bemüht die Einführung der Dampfschiffverbindung mit Australien zu fördern. — Dem chinesischen Blatt zufolge hat sich der gefürchtete Piratenadniiral Schapng - tsai der chinesischen Regierung ergeben, und wurde zu einem Mandarin fünften Rangs ernannt! (A. Z.)
Dekanntmachungen.
[470] Auf Antrag Des zum Kurator über Den Nachlaß des zu Ringclbcim verstorbenen Hauslehrers Friedrich Giese bestellten Advokaten und Notars Haarmann zu Ringelhcim, wird zur Ermittelung Der Friedrich Giesse' sehen Erben, so wie Der bis jetzt sich nicht gemeldet habenden Gläubiger desselben, Termin auf Den
3. September D. I., Morgens 10 Uhr, auf Der Gerichtsslube zu Ringelheim angesctzt, wozu alle Diejenigen , welche an dem Giese'schen Nachlasse ein Erbrecht geltend machen zu können vermeinen, unter Der Verwarnung, daß bei Ueberweisung des Vermögens auf Diejenigen, welche sich nicht gemeldet haben, keine Rücksicht genommen werden soll, und die unbekannten Gläubiger des Giese'schen Nachlasses bei Strafe des Ausschlusses mit ihren Forderungen hierdurch cDif* taliter vorgeladen werden.
Die sich meldenden Erben haben die über ihr Erbrecht sprechenden Dokumente in dem Termine vorzulcgcn, und wird bemerkt, daß der Friedrich Giese in Themar geboren und sein Vater als Kantor an Der Hauptkirche und Lehrer am Gymnasium zu Schmalkalden angestelll gewesen ist.
Der demnächstige Präklusivbescheid soll nur an Gerichts- stelle veröffentlicht werden.
Gericht Ringelhcim, am 28. Mai 1850.
C. Roscher ex req.
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Verautwochicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Redaktion: Fr. C cts er und Dr. A. Pfaff. — L ruck von Frittr. ^dicel in Kassel.