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wiederholt ihr Mißtrauen zu erkennen gegeben habe. Es sei nur die Schuld des Ministeriums, daß es nicht damals der guten Sitte gefolgt sei. Doch werde gewiß Jeder gern die * Hand dazu bieten , daß das Verholtniß zwischen dem Ministerium und der Versammlung sein Ende erreiche. Abg. Henkel: Die Sache sei aber auch nicht ganz unbedenklich; man dürfe sich deßhalb nicht überstürzen. Der Präsident: Das Recht des Landesherrn, die Versammlung aufzulösen, bleibe jedenfalls unberührt; die Regierung habe aber bis jetzt Zeit genug gehabt, die für das Budget erforderlichen Vorlagen zu machen. Abg. Eberhard: Der Ausschuß werde wohl bis morgen im Stande sein, den Bericht zu erstatten. Daß dieß geschehe, sei aber durchaus angemessen, da es ein unzweifelhaftes Recht des Regenten sei, die Versammlung zu jeder Zeit aufzulösen. Abg. Theobald: Die Stellung der Versammlung sei nicht angenehm, man möge sich deßhalb beeilen, sie zu beenden. Nach der Auflösung werde das Volk seinen Ausspruch thun, und er werde auöfallen wie bisher, wenn nicht inzwischen von Bundestags wegen andere Maßregeln zur Hand genommen würden. Abg. Gräfe: Man müsse sich dem Ministerium auch nicht einige Tage aufdrängen, und so dem Beispiele Hassenpflugs folgen, sondern ihm sobald wie möglich Gelegenheit geben, ans Land zu appelliren. Der vom Abg. Knobel gestellte Antrag, den Beschluß, heute eine Abendsitzung zu halten, wieder aufzuheben, weil das Grund- stcuergesetz doch nicht beendigt werden könne, wird hierauf angenommen, und die nächste Sitzung auf morgen, Mittwoch 10 Uhr, festgesetzt.
^/ Fulda, 5. Juni. Graf von Stolberg, der Stifter des B o n i f a c i u s - V e r'e i n e s *), so wie der aus der ersten badischen Kammer bekannteHerr von Andlaw sind gegenwärtig hier anwesend. Dem Vernehmen nach wird Herr Graf von Stolberg bei Konstituirung des hier gebildeten Boni- facius-Vereines den Vorsitz führen. Wenn uns Gelegenheit gegeben ist, Näheres über diesen Verein, sein Wirken hier und seine Bethätigung nach Außen zu erfahren, so werden wir darüber Mittheilung zu machen nicht verfehlen.
") Man darf diesen Bonifacius-Verein nicht mit jenem im Jahre 1828 zusammengetretenen Vereine dreier Männer, des "dermaligen Oberbürgermeisters Mackenrodt, des Geheimen Medicinalratheè Dr. Schneider und des schon längst verstorbenen damaligen Stadtvorstandes Rath Kepler, verwechseln. Genannte drei Herren hatten sich zum Zwecke gesetzt, durch freiwillige Beiträge im In- und Auslande Fonds zu beschaffen, um unsere Stadt durch ein Kunstwerk zu zieren, das sich kühn mit allen in Erz bisher auègefübrten Monumenten messen kann. Ihrer rastlosen Thätigkeit und Unverdrossenheit ist das schwierige Unternehmen gelungen und die Nachwelt wird noch mit Dank den Männern die Anerkennung nicht versagen, daß sie es waren, die dem großen Künstlertaleutc des Herrn Werner Henschel Gelegenheit gegeben haben, auch durch Aufstellung der Bonifacius-Statue sich unsterblichen Ruhm zu bereiten.
Zur Beruhigung.
Dem Vernehmen nach ist die Bezahlung mehrerer auf den Staatsciscnbahnbau bezüglichen Forderungen an die Staatskasse wegen angeblichen Mangels dazu vorräthigen Fonds verweigert worden, was dann sofort, um dadurch Unzufriedenheit und eine besorgliche Aufregung unter allen denen, welche noch unbezahlte Forderungen an diese Kasse haben, zu verbreiten, auSgcbcutet wird. Jene Nachricht kann jedoch nur auf einem Irrthume beruhen, da, wenn sie begründet wäre, der betreffende Minister sich dadurch einer offenbaren Verletzung des Finanzgesetzes, und folgerungsweise der V e r fa ssu n g s u r k u n d e, schuldig gemacht. haben würde, indem die Deckungsmittel für die Kosten des Staatseisenbahn- baues bereits vollständig in baarem Gelde mittelst der dazu
bestimmten Anleihen rc. dem Ministerium zur Verfügung gestellt worden sind, hierbei also die dem jetzigen Finanz- minister so geläufige Behauptung eines Ausfalles in den Einnahmen — selbst abgesehen davon, daß zu deren Deckung das Betriebskapital von 900,000 Thlr. ganz eigentlich bestimmt ist — gar keine Anwendung leiden kann, demnach das nur zu jenem Zwecke verwilligte Geld zu anderen Ausgaben verwendet sein müßte, was gleichwohl das Finanz- gesetz, auf den Grund der deßfallsigen Verfassungsbcstimmun- gen, ganz ausdrücklich verbietet.
B. W. Pfeiffc r.
Ernennnllgen rc.
Die erledigte Pfarrei Louisendorf, in der Klasse Frankenberg , wurde dem Pfarramts-Kandidaten Wilhelm Zimmermann aus Hanau, und
die AmtSwundarztstelle für das Amt Wächtersbach provisorisch dem Wundarzt erster Klasse George Heinrich Bürger zu Waldkappel übertragen, auch
der Stiftungsverwalter Johann Franz Krisch zu Fulda zum Rentmeister des LandkrankenhauseS daselbst bestellt.
Börsennachrichten.
Frankfurt, 10. Juni. 5pCt. Metall.: Papier 79y„ Geld 797,. 4'/,pCt.: Pap. 697,, G. 68’/,. Bankaktien: Papier 1114, M. 1109. 500 fl. Loose: Pap. 148’/,, @5. 148’/,. 250 fl. Loose: Pap. 94%, G. 94-/.. Lad. 35 fl. Loose: Pap. 31’/,, @5.317,. Heg. 40 Thlr. Loose: Pap. 32%, @5.327,. Großbcrz. Hess. 50 fl. Loose: Pap. 75'/,, K. 74%. Polu 500 fl. Loose: Pap. 80’/,, G. 807,. Frdr.-Wilh.-Nordb.: Pap. 41^, G. 417,. Bexbach: Pap. 8074, @5. 80%. Köln-Minden : Pap. 95%, @5. 94’/,. 3pCt. inländ.Span.: Pap. 31'%,, @5.31%,. 4'/,pCt. Wiirt.: Pap. 97-/„ @5. 97. 5pCt. Bad.: Pap.lOI^, @5. 100%. 5pCt. Nass.: Pap. 103-/°, @5.102%. 472p@t. Belg.: Pap. 91%, G. 90%.
Berlin, 10. Juni. Preuß. Frciw. Anl.: Brief 1057,, Geld 105%/ St. Schuld - Sch.: Brief 857,, Geld 8574. Sech. - Pr. Sch.: Brin --, Weit' 1037,. Kurl). Pr. O. 40 Thlr.: Brief 32%, Geld--. Fr.- Wilh.-Nordb. 397, â 7, bez. Prior. Akt. 987, bc;.
Wien, 8. Juni. Mctalliq. 5proc. 947„' ’%„ 7,. 472prcc. 82 71' Vie- 716«
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Sokanntmachungen
[470] Auf Antrag des zum Kurator über den Nachlaß des zu Ringelhcim verstorbenen Hauslehrers Friedrich Giese bestellten Advokaten und Notars Haarmann zu Ringelhcim, wird zur Ermittelung der Friedrich Giese'schen Erben, so wie der bis jetzt sich nicht gemeldet habenden Gläubiger desselben, Termin auf den
3. September d. I., Morgens 10 Uhr, auf der Gerichtsstube zu Ringelheim angesetzt, wozu alle Diejenigen, welche an dem Giese'schcn Nachlasse ein Erbrecht geltend machen zu können vermeinen, unter der Verwarnung, daß bei Ueberweijung des Vermögens auf Diejenigen, welche sich nicht gemeldet haben, keine Rücksicht genommen werden soll, und die unbekannten Gläubiger des Giese'schen Nachlasses bei Strafe des Ausschlusses mit ihren Forderungen hierdurch edit- taliter vorgeladen werden.
Die sich meldenden Erben haben die über ihr Erbrecht sprechenden Dokumente in dem Termine vorzulegen, und wird bemerkt, daß der Friedrich Giese in Themar geboren und sein Vater als Kantor au der Hauptkirche und Lehrer am Gymnasium zu Schmalkalden angestellt gewesen ist.
Der demnächstige Präklusivbescheid soll nur an Gerichts- stcUe veröffentlicht werden.
Gericht Ringelhcim, am 28. Mai 1850.
C. R o scher ex reg.
[467] Junge Leute, welche Unterricht in der älteren und neueren Geschichte wünschen, finden gegen billiges Honorar einen Lehrer. Näheres bei G. E. Vollmann am Karlsplatz.
(472) Das wegen schlechten Wetters verschobene» Koncert des Quartett-Vereins auf dem D i e l i n g ’ schen Felsenkeller (sonst Lipsius) wird bei gutem Wetter Donnerstag den 13. d. M., Nachmittags 5 Uhr, Statt finden.
Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Redaktion: Fr. Oetker mib Dr. A. Pkan. — Truck von Friedr. Scheel in Kassel.