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das Murren der Wenigen wird bald gänzlich unhörbar wer­den. So groß ist die Armuth und die Nolh im Volke gc- worden, vaß man erfreut sein müßte, daß es an Ideen seines Elends sich getröstet, und für seine reellen Opfer in ideeller Münze die Bezahlung nimmt; nicht einmal der Klugheit will die verblendete Partei einräumen, was sie zuvor der Gerech­tigkeit versagt. Oesterreich mag sich, doch aber auch nicht ungestraft, wenn es nicht Maß zu halten weiß, dem Geist verschließen, sein Wesen ruht mehr auf dem Glauben, und es hat in schwergedicgener runder Masse einen Mcebanism aus­gebildet, der auf lange Hinhalten kann; bei Preußen aber ge­bietet es schon gemeine Politik, daß eS für seine Selbsterhal- tung des Geistes Meister werde, nicht durch Hoffarth, wie wohl schon eher geschehen, sondern durch die freie Unterwer­fung unter das ewige Weltgesetz, das von ihm auSgcgangcn. Ein festes standhaftes Vertrauen muß es sich erwerben, damit seine fiktiven Wechsel auf einen bloß idealen Besitz im ge­meinen Verkehr wie baare Münze gelten: dazu bedarf es von innen einer freien, festen Verfassung, auf Gerechtigkeit und ja nicht auf lügenden Schein gebaut, die eine Gewähr gebe, daß nicht Leichtsinn oder Gewalt in einem Tage niederreißt, was Vernunft in langer Frist gebaut; dann nach außen, daß es immerwährend strebe, in allen Verhältnissen sich zu einer deutschen Macht hinaufzuheben, und nicht, wie früher alles Bestreben hingegangen, Deutschland zu einer preußischen Macht hinabzuziehen. Nur wenn dort die Gewalt sich selber bindet, und hier alle Gewaltthätigkeit unterlassen wird, kann Preu­ßen in der Liebe deS gesummten Volkes groß, stark und mäch­tig werden, anders wirv cS früher, als das Jahrhundert ab- gclaufen, in seinem Hasse uutcrgchcn. Die nur rathen gut, die zum Ersten stimmen, vas aber sind die gefährlichsten Feinde der Regierung, die sie zum andern Unheil in blinder Bechörung und Raserei zu treiben sich bemühen.

Anfragen, Nügen und Wünsche.

Unter der Hofbäckerei am s. g. weißen Hof liegt ein Kanag der Jahr aus, Jahr ein, ein stark fließendes Wasser der Straße der« gestalt zerführt, daß solches in einer anfangs tiefen , s ch r ä g über die sehr frequente Straße führenden Goffe fließt, über welche dicht au der Holbäckcrei her eine schmale Wölbung oder Plattenbrücke führt, auf der sich Begegnende nicht ohne Berührung auswcichcn können. Von da fließt das Wasser mit einem starken Gefälle bis an die Ecke der ArtiUeriestraße, wo es sich mit dem abfließenden Wasser der daselbst befindlichen Freizaite vereinigt und dann in einer kurzen Biegung nach dem s. g. Töpsenmartt wendet. Hier bildet cs, namentlich bei Re genwctter, in der durch den Frost ungleich gehobenen und teilweise zer­störten gepflasterten Gosse, ein durch angeschlämmten Koth sich hindurch windendes kleines B a ch b e t t, versperrt nicht allein oft den Zugang zu mehreren am Töpfenmarkt liegenden Häusern, in denen Geschäfte ge trieben werden — Speccrei- und Backwaarenverkauf ic. — die einen freien Zugang besonders wünschenswerth erscheinen lassen, sondern auch sehr oft für Fußgänger den Aus- und Eingang der Felirstraße, so daß der letztere bei Regenwetter nur durch einen kühnen Sprung der Passanten erreicht werden kann. Weben dem Hildebrand'scheu Hause mündet sodann die fragliche Gosse in einen unterirdischen Kanal ein. Allein sowohl diese, u n t e r c i n e r D e ck b o h l e befindliche Einmün dung, als auch die von mehreren Hauseigenthümern n o t h g e d r u n gen er Weise angelegten Streichkanale vor den Hausthüren, hindern den raschen Wasserabzug um so mehr, als das Wasser |htö eine Menge Schlamm uno sonstigen Unrath mit sich führt, waS zur Verstopfung der «treichkanäle rc. die nächste Ursache ist^ so kommt cs denn, "daß ins­besondere bei Gewitterregen :c. der Straßentheil vom Arms'schen bis zum Hildebrand'scheu Hanse von der überfüllten Gosse überströmt und dergestalt verunreinigt wird, daß er zeitweise von Unrath f ö r m l i d> überzogen ist.

Da sieht man die umliegenden Hausbcwvbner mit allerlei Apparaten dein in die Häuser cinzudringcn drohenden Wasser rc. wehren oder den Unrath auf Haufen bringen, iittb das wiederholt sich bei jedem starken Regen

Abgesehen von der durch ihre öftere Wiederkehr so großen Belästigung für die nächsten Anwohner, ist dieser Ucbelstand auch oft ein Hinderniß der ungestörten direkten Passage zwischen der Weserstraße und der Straße hinter dem s. g. Judenbrnnneu durch die Felirstraße, bezw. zwischen der Artillcricstraße und dem Markt, und haben nament­

lich die Bewohner der Artillcricstraße cs sehr zu beklagen, daß ihnen,, um in den oberen Theil der Stadt zu gelangen, außer dem Ilm «er über den f. g. Wall, nur die in Folge der öfteren Ucberströmung :e fast immer schmutzige Passage über den Zeughausplatz, oder die bei of spärlicher Straßenbeleuchtung, insbesondere im Winter gefährliche Pas sage durch den weißen Hof über die obenerwähnte Plattenbrücke an de Hofbäckerei, zu Gebote steht.

Man muß gesehen haben, wie hier in der tiefen, schräg über di Straße führenden Gosse, sowie in der breiten Goffe von der Felirstraße namentlich im Winter das Fuhrwerk sich abmühen muß, um hindurchzu kommen, wie leicht cs möglich ist, daß hier wie dort bei angeschwolle nein Wasser Kinder auf der Straße ertrinken können, wie oft im weißel Hof in der tiefen Oncrgosse und von der schmalen Plattenbrücke, Aus gängcr zu Falle kommen rc., um einen richtigen Begriff von der wirkli eben Nothwendigkeit einer baldigen Abhülfe dieser Uebelstände ;l erhalten.

Dem Vernehmen nach sind über die durch Anlegung eines untcrirdi scheu Kanals von der Hofbäckerei bis zum Hildcbrandschcn Hause so lcich zu beseitigenden Uebelstände, schon vielfache Eingaben der zunächst Be- cheiligten an den QrtSvorstand ger cbtct worden, ohne den geringsten Er folg zu haben.

Sollten diese Uebelstände nicht so selbstredend sein, das die städtischen Behörden deren baldigste Abhttlfe zu beseelte- ßen und namentlich, daß unsere für wahrhaft Nützliches und Nothwendiges sich so sehr intcrcssircnde städtische Polizei. Verwaltung, auf deren Realisirung unablässig zu dringen, sich veranlaßt finden sollte? ' R.

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Dekmmtmachungen.

[457 ] Die Mitglieder des Oberncustädtcr-Kirchspicl-Ver- eins der Gnstav-Adolpl^Stiftung werden zu einer Zusammen^ fünft auf Donnerstag, den 6. d. Nachmittags 5 Uhr in dao Obcrncustädtcr Rathhaus eingeladen.

Dr. Philippi. Dr. Bern b a r v i.

[456 ] In der Schneidemühle auf Vcm Eisenhammer bei Bettenhausen wird wieder Holz zum Schneiden angenommen Näheres beim Faktor vaselbst.

Zur gefälligen Beachtung!

Wir finden uns veranlaßt, zur Verhütung von Mißver­ständnissen, Folgendes wiederholt zu veröffentlichen:

1) Die Berechnung der Einrückungsgcbühr geschieht, wie allgemein üblich, nach Zeile n Naum in Petit-t Schrift. Dabei kostet der Raum der gespaltenen Zeile 1 Sgr.

2) Wird bei ver Einsendung nichts Besonderes bemerkt, so erfolgt der Satz in der gewöhnlichen Zci- tungöschrift; soll größere oder kleinere (Petit-) Schrift genommen oder die Bekanntmachung iu Vurch-t laufenden Zeilen gesetzt oder sonst von der Regel abgc- wichen werden, so ist das bei der Bestellung k. besonn Vers anzuveuten.

3) Die Einziehung der Gebühren geschieht gegen gedruckte, von der Expedition unterzeichnete Quittungen, und zwar bei Auswärtigen, wenn bei ter Bestellung nichts Anderes bestimmt worden, durch Postvorschußnahme.

4) Buchhandlungen und Geschäftsleute, welche größere und häufigere Bekanntmachungen haben, erhalten nach beson­derer Uebereinkunst einen angemessenen Rabatt.

Kassel, im März 1850.

Die Expedition

der Neuen Hessischen Zeitung.

Der Unterzeichnete hat ferner für ben Hnlfsverein zum Anbau von. Kartoffeln dankend in Empfang genommen: von K. v. B. 2 Thlr.; von O. V. H. 2 Thlr. D. Rinald.

Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Detter. — Redaktion : Fr. Detter und Dr. A. Pfaff. — Druck von Friedr Scheel in Uaffel.