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gen ihrer Mißtrauen säenden Aeußerung und mißbilligt auch deren Forderung, daß der Staat ihnen 20 Millionen Gulden Vorschüsse schenken und weitere Summen gewähren solle.
Wien, 30. Mai. Warschau — ist in diesem Augcu- blicke der Punkt auf der Landkarte, welcher alle Aufmerksamkeit fesselt; Alles, was in den letzten Tagen zur Sprache kam, die preußische Note, die preußischen Kriegsrüstungen, die ungarische Frage, Alles behält man sich vor, zu erörtern, wenn erst die Nachrichten von Warschau cingetroffcn sind. Man will freilich allerlei von den Ereignissen vorhersagen, man erzählt sich namentlich von einem Schreiben des Königs von Preußen an den Kaiser von Rußland, in welchem Schwar- zcnbergs Politik heftig getadelt werde und knüpft daran die Hoffnung, bas Kabinet in die Bäder geschickt zu sehen, man ist dem Könige von Preußen für diese Hoffnung schon dankbar. Leben wir doch seit 2 Jahren nur von der Hoffnung I Diese ist es auch, die einigermaßen mit dem Gedanken versöhnt, von dem Kaiser von Rußland unsere Angelegenheiten entschieden zu sehen, womit ich jedoch nicht verbergen will, daß man von vielen Seiten beklagt, noch so wenig selbstständig zu sein, daß sogar innere Angelegenheiten von der Meinung des nordischen Potentaten abhängen. Man hofft aber durch diese Meinung endlich doch zu einem Abschluß zu gelangen , und dieser ist uns vor allem nöthig, wäre er auch weniger günstig, als wir wünschen; haben wir erst einen festen Boden, so werden wir auch die Verbesserungen allmählich darauf bauen können.
In Berichtigung der neulichen Angabe über die böhmische Armee wird nun mitgetheilt, daß die 30,000 Mann nur die Zahl eines Korps — des dritten — ist, während sich auch der größte Theil des ersten und zweiten Armeekorps dort befindet. Der österreichische Korrespondent erklärt vor Allem die Rekonstruktion des deutschen Bundes im Zusammenwirken aller europäischen Regierungen gegen die aus Frankreich drohende Gefahr des Socialismus und Kommunismus für nothwendig. Die Wiener unterhalten sich mit dem Gerüchte, daß auch Die Hauptstabt eine reichsunmittelbare Stabt werben soll, wie Triest. Die Abreise der Kinder Kossulhs hat in Pesth zu einer großartigen Demonstration geführt.. Sie wurden bis zum Schiffe von Tausenden von Menschen mit endlosem Eljenrufe begleitet. Von den Honvcds und ihren Ossicieren soll jetzt ein großer Theil bei der türkischen Armee in Bosnien eingereiht sein, ohne daß erst ein Ucbertritt zum Islam Statt gefunden hätte. Zwischen Ungarn und Kleinasien soll eine Art telegraphischer Korrespondenz von der RcvolutionS- partei in Ungarn organisirt worden sein, — eine Sage, Die allerdings nicht viel Glauben verdienen Dürfte, da Die Regierung wohl Die Verbindung unterbrechen würde, wenn eine solche zu entdecken wäre.
Großbritannien
London, 30. Mai. Gestern hat sich der betonte Ear- listenchef Cabrera mit Der reichen Erbin Miß Richards vermählt. Die Einkünfte Der jungen Frau sollen sich auf jährlich 25,000 Pfo. Sterl, belaufen.
Ernennungen rc.
Der Hülfsbaukassirer Andreas Schenk zu Marburg wurde zum Rentmeister in Trendelburg ,
Der Landmesser Theodor Wiederhold zu Fulda, zum Landmesser für den Verwaltungsbezirk Schlüchtern mit Dem Wohnsitze zu Steinau, ernannt ;
Der Revierförster Ludwig Grebe zu Sielen auf das Forstrevier Heisebcck und
Der Revierförster Wilhelm von Bartheld zu Ehlen, Forstreviers Oelshausen, auf das Forstrevier Sielen versetzt, sowie
der Forstgehülfe Eduard Junger m a n n zu Großenritte, zum Revierförster des Forstreviers Oelshausen ernannt, auch Der Rentmeister Gustav Sollmann zu Hofgeismar, auf sein Nachsuchen in Den Ruhestand versetzt.
Anfragen, Rügen und Wünsche.
Mit Vergnügen lasen alle gebildeten Theaterfreunde auf dem Rcpcrtoir Dieser Woche: Sonnabend Nathan der Weise von Lessing; Sonntag Faust von Spohsi. Da erscheinen einige hohe und höchste Gäste und — sofort verschwinden Lessing und Spohr, und an deren Stelle treten ein gebirchpseifferter französischer Roman, und Robert der Teufel! Ist hierbei ein Zufall im Spiel? ober ist es wahr, daß hinsichtlich des Kunstgeschmackes die verschiedenartigsten Regionen oft wundersam harmoniern?
Es ist Gebrauch bei den Untergerichten — bei dem Ju- stizamt Wanfried bestehet wenigstens dieser Gebrauch schon seit vielen Jahren — daß bei Forderungen unter 5 Thlr. die gerichtliche Vorladung nur einmal ausgefertigt wird, und zwar für Den Kläger, Der die darauf notirten Jnsinuat. Gebühren zu bezahlen hat. Dem Verklagten wird Die Sache mündlich mitgetheilt, und gebet demselben der ganze wesentliche Inhalt Der gebrückten Vorlabung , nicht selten zu seinem fühlbaren Nachtheil, dabei verloren. — Sollte es Denn nicht einzuführen stehen, daß auch in Sachen unter 5 Thlr. Dem Verklagten eine gedruckte Vorladung behändigt werde, damit auch er im Stande ist, sich überall nach dem Inhalte derselben richten zu können? —t.
Dekanntmachungen.
[442] Unter Verweisung auf meine Bekanntmachung vom 20. März D. J. mache ich die Abgabenpflichtigen Der Stadt Kassel Darauf aufmerksam, daß am 15. Juni D. J. ras zweite Simplum Der Gemeinde - Umlage fällig werden wird und mit dessen Einzahlung schon am 1. des genannten Monats begonnen werden kann.
Ich bringe hierbei zugleich zur öffentlichen Kenntniß, daß der Stavtkämmercr angewiesen ist, Die für das Jahr 1850 mittelst Der gedachten Bekanntmachung ausgeschriebene, auf verschiedene Zahlungstermine repartirte Gemeinde-Umlage auf einmal anzunehmen und darüber zu quittiren, falls Abgabenpflichtige es für wünschenswerth erklären sollten, daß dieß geschehe.
Kassel, am 29. Mai 1850.
Der Oberbürgermeister Der Residenz: Hartwig.
[436] Portrait - Anzeige
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Fritz Kluth, Photograph.
[451] Mineralwasser
Diesjähriger Füllung.
Der Unterzeichnete empfiehlt zu Gegenwärtiger Saison unten verzeichnete, frisch angekommcue Mineralwasser zur geneigten Abnahme bestens, als: Kissinger Ragozi, Homburger Elisabeth, Marienbader Kreuz- und Eger FranzenSbrunncn, Emser Kränchen uud Kcfselwasser, AdclheitS Quelle, Selterser, (Geilnauer, Fachinger, Scbwalheimcr^ Driburgcr, Pyrmonter Stahl- und Dorfgcismaer Wasser, Wildunger Salz- und Sauerbrunnen, Weilbacher und Nenndorfer Schwefel-, FriedrichShallcr und Püllnacr Bitterwasser.
C. H. Kümmel, obere Königsstraße Nr. 161.
Verantwortlicher Herausgeber: Rr. Oetker. — Redaktion: Fr. Oetker und Dr. A. Pfaff. — Druck von Friedr. Scheel in Kassel.