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dcs Präsidiums als unchristlich darstellten. Bci brr vorge­strigen Zusammenkunft sprach der Professor Huber unter gro­ßem Mißfallen der geistlichen Zuhörer, und man war unter andern indignirt über seine Sprache gegen den anwesenden Gützlaff.

Berlin, 1. Juni. Wir vernehmen soeben, daß heute Vormittag im Garten des Lokals des Maschinenbauervereins vor dem Oranienburger Thore polizeiliche Nachgrabungen Statt gefunden haben, und daß bis jetzt 10 Stück Pechkränze aufgefunden worden sind. Die Nachgrabungen werden fort­gesetzt. Das Lokal ist polizeilich bewacht. Mit dem Bahn­zuge gestern Abend um 10 Uhr gingen mehrere Kommandos der hiesigen Gardercgimcntcr nach dem Rheine re. ab, um die Reservemannschaften einzuholen.

Berlin, 1. Juni. Die C. C. schreibt: sie glaube mit vollster Ueberzeugung, die Furcht, daß die Staatsregierung, falls der Mordversuch, als ein mit Vorbedacht unternommener, vielleicht gar als das Werk politischer Parteiwuth erschiene, sich veranlaßt fühlen könnte, die verliehenen Freiheiten und Rechte des Volkes zu schmälern, für eine grundlose bezeichnen zu können.Wir sind gewiß" schreibt sie weiter,daß die Regierung an nichts weniger denkt, als die Ahndung des Ver­brechens über die Sphäre hinauszudehnen, innerhalb deren dasselbe fällt."

Das Korresp. B. schreibt: Der preußische Bevollmäch­tigte beim frankfurter Kongresse, Geh. Rath Mathis, ist nun­mehr nach Frankfurt abgereist. Mit ihm gemeinsam wird GeneraUicutenant von Peucker, wie wir bestimmt trotz aller Berichtigungen versichern können, Preußen in Frankfurt ver­treten. Die Bevollmächtigten werden sich jedoch nicht eher an den Verhandlungen betheiligen, bis Oesterreich seine Usuipa- tion des Präsidentenstuhls aufgibt.

(C. C.) Die hohcnzoUcriischen Fürstenthümer werden wahrscheinlich die Bildung zweier neuen Landralbsämter nö­thig machen, da deren Zusammenziehung in einen einzigen Kreis den Verhältnissen nach nicht angemessen scheint. Die zu­sammen 24 Mann starke Gensvarmerie beider Fürstenthümer dürfte jedoch unter ein gemeinschaftliches Kommando gestellt werden, zu dessen Stationsort die ziemlich im Mittelpunkte beider Länder gelegene Stadt Hämmerlingen bestimmt sein soll. Das Korr. B. will bereits von einem glücklichen Er­folge der Mission des Prinzen von Preußen in Warschau wis­sen. Der Prinz wird wohl erst in 14 Tagen zurückkehren. Dem Prinzen Friedrich Karl (Sohn des Prinzen Karl), der seinen hohen Oheim nach Warschau begleitet hat, hat der Kaiser von Rußland ein Husarenregiment geschenkt. Graf Nesselrode tritt von Warschau aus seine Rückreise nach Peters­burg nicht an, er begibt sich vielmehr nach Deutschland, wo er verschiedene Hauptstädte besuchen wird. und sich geraume Zeit aufzuhalten gedenkt. Zunächst wird er die Saison in Karlsbad zubringen.

(N. Pr. Ztg.) Der berühmte Reisende und Missionar Dr. Gützlaff halte gestern Mittag eine Besprechung über die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland, speciell Preußen, und China im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten. Es wohnten derselben bei: die Herren Minister Graf von Brandenburg, v. Schleinitz, v. Rabe und v. d. Heydt. Um 6'/2 Uhr hielt der Dr. Gützlaff einen dreistündigen Vortrag vor einem zahlreich versammelten Publikum über seine Thä­tigkeit in China. Weitere Vorträge hält der berühmte Rei­sende heute Mittag im Bibliotheksaale der königl. Museen und am Abende 6 Uhr in der böhmischen Kirche.

Koblenz, 29. Mai. (K. Z.) Diesen Vormittag jft hier wie man sagt, auf telegraphischem Wege der Be­fehl kingetroffen, die dritte Abtheilung des hiesigen Artillerie- regiments, bestehend aus drei Fuß- und einer reitenden Kom­pagnie, nebst zwei Munitions-Kolonnen sofort mobil zu machen. Bereits heute sind die nöthigen Mannschaften abgegangen, um die Pferde zu holen. Man vermuthet, daß die Truppe vor­läufig auf dem Huunsrücken Kantonnirungs - Quartiere bezie­hen wird.

Breslau, 1. Juni, Mittags 12 Uhr. Das heute in Maiprocesse publicirtc Urtheil lautet für Schlehan auf 5 Jah 9 Monat Einstellung in Strafabtheilung, und eben so lang Polizeiaufsicht; für Semrau 3 Jabr Festung, Verlust der Na tionalkokarve und Polizeiaufsicht; für Elsner auf 2 Jahr Fe Rung und Amtsentsetzung; für Cassirer zu 3 Jahr gesinnt und Verlust der Nationalkokarde. Für die übrigen Angellag- ten variirt das Urtheil von 8 Jahren Zuchthaus bis 6 Woche: Gefängniß. Für Elsner ist sofort die Nichtigkeitsbeschwerde eingelegt worden.

Hannover, 31. Mai. Dem Vernehmen nach hat un längst eine Berathung der Minister mit den Präsidenten uni Vicepräsidenten Statt gefunden, in der eine Vertagung bei Stände Ende Juni für zweckmäßig erachtet und bestimmt ist welche von den Gesetzentwürfen noch zuvor erledigt werde: sollen. Unter den Gesetzentwürfen, welche aber einstweilcr zurückgelegt werden sollen, ist auch der über das Volksschuh wesen. Gegen die Vertagung, welche namentlich von bei ländlichen Abgeordneten gewünscht wird, sollen sich Stüve uni Ellissen erklärt haben.

Oldenburg, 30. Mai. Se. f. Hoheit der Prinz vor Preußen, Se. k.' H. der Prinz Karl von Preußen, Se. Hohei der Herzog von Sachsen - Koburg-Gotha und Se. Hoheit bei Herzog von Sachsen-Altenburg sind unter die Ehrengroßkreuz; des Haus- und Verdienstordens mit der goldenen Krone aus­genommen. Unser Bevollmächtigter bei dem Verwaltungs­rath , Oberst Mosle, wird Oldenburg und Braunschweig be der Union, und das bisherige Mitglied des Verwaltnngsrotbc Dr. Liebe beide Staaten in Frankfurt vertreten. (W.-Z.)

Deffau, 30. Mai. Die Sonderlandtage sind für beid« Herzogtümer zum 3. Juni einberufen, ter Beralbungsgegen- stand wird vor Allem das Budget geben.

Dresden, 1. Juni. Die Kammern sind diesen Morger aufgelöst worden ! Die Erklärung des Staatsministers v Beust in den: deutschen Ausschüsse und die darauf folgend: Beanstandung der Anleihe hatten die Lage der Dinge aut einen Punkt gebracht, wo der Bruch unvermeidlich erfolgen mußte. Gestern Vormittag ist Ministcrrath abgehalten wor­den , bei welchem der König selbst zugegen gewesen sein soll. Auch waren schon gestern Abend Gerüchte von der beschlosse­nen Auflösung verbreitet. Die 1. Kammer hatte für die heu­tige Sitzung die Berathung des Aufruhrgesetzes auf die Ta­gesordnung gebracht, für die 2. Kammer war gestern Dit nächste Sitzung erst auf den 3. Juni anberaumt worden Ein zahlreiches Publikum hatte sich in beiden Kammern au den Galerien eingefunden. Die 2. Kammer begann ihr« Sitzung etwas früher als die 1.; am Ministertische wa> Staatsminister Dr. ZschinSky anwesend. Nach der Vollzie­hung des Protokolls der gestrigen Sitzung ergriff StaatSmini- ster Dr. Zschinsky das Wort, bemerkte, daß er von bei Slaatsregierung beauftragt sei, der Kammer eine Mittheilunc zu machen, und verlas hierauf das kurze königl. Auflösungs- befret. Auf Grund dieses Dekrets erklärte er alsdann di« Sitzung für geschlossen und verließ sofort den Saal. Präsi­dent Cuno bemerkte, daß unter solchen Umständen an eine Fortsetzung der Berathung nicht zu denken sei, und ersucht: nur die Abgeordneten, noch einige Minuten zusammeuzublei- ben, um ein kurzes Protokoll zu genehmigen. In der 1. Kammer erfolgte ter Auflösungsakt ebenfalls von bem Staats- minister Dr. Zschinsky unter denselben Formalitäten nach dem Vortrage der Registrande. Das übliche Lebehoch auf der König unterblieb in beiden Kammern, sowie jede andere De­monstration sowohl von Seiten der Kammern wie des Pu- blikums. Man entfernte sich ruhig aus dem Landtagshause, wo mehrere Polizeidiener in Civilkleivern bemerkt worden sein sollen.

Mainz, 31. Mai. Das heute fortgesetzte Zeugenverhö, in dem rheinhessischen Freischaarenproceß hatte die Einfälle der Freischaaren in Worms zum Gegenstand. Wie bereits angedeutet, geschahen in Worms drei Freischaareneinfälle; bei erste in ter Nacht vom 16. zum 17. Mai 1849, der zweit: am 25. Mai und der dritte am 10 Jun: 1849. Nach der