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ersuchen, die Landesversammlung unverweilt darüber aufzu« klären, ob dasselbe die Aeußerungen des Departementschefs Der auswärtigen Angelegenheiten über die Fortdauer des deutschen Bundes und der Bundesakte und aller Daraus hervorgehenden Rechte und Verbindlichkeiten der Bundesglieder in ihrem gan­zen Umfange theile und deren Folgen auf seine Gcsammlver- antwortung übernehme, andernfalls aber der Landesversamm- lung darüber Beruhigung zu geben, daß Der in seinem Innern herrschende Zwiespalt und die Gefahr, welche aus Der Füh­rung der auswärtigen Geschäfte in einem den VolkSrechten ge­fährlichen, wo nicht feindlichen Sinn drohe sofort beseitigt sei. 2) Gegen das Gcsammtministerium die Erwartung auszusprechen, daß einer Rückkehr zum deutschen Bunde oder einer andern Verletzung Der Rechte des deutschen Volkes und des württcm- bergischen insbesondere, von seiner Seite kein Vorschub gelei­stet, vielmehr Alles angewendet werde, um in Verbindung mit den andern deutschen Regierungen das deutsche Verfassungs- werk durch Wiederberufung einer Nationalversammlung zu Ende zu bringen. 3) Ueber Den Protest einiger vormaligen Standesherren zur Tagesordnung überzugehen. (Schw.M.)

München, 28. Mai. Im weiteren Verlaufe Der heu­tigen Morgensitzung wurde die Gerichtsverfassung zu Ende berathen und das Gesetz bei namentlicher Abstimmung mit allen gegen 23 Stimmen angenommen. Der Minister des Innern brachte hierauf noch'vier Gesetze ein, deren Erledigung eine Verlängerung des Landtags um mindestens vier Wochen erfordern dürfte. Dieselben betreffen eine Revision des Ge­meindeedikts in 183 Artikeln, einen Entwurf über den zu schaffenden Distriktsrath, ein Kreisrathgesetz und endlich eines über Armen- und Krankenpflege, welches mit Den vorgenann­ten in innigster Verbindung stehen soll. Heute Abend trat die Kammer der Abgeordneten wieder zusammen, um über die an die Gerichtsverfassung anzuknüpsenden Anträge zu berathen. Alle vom Ausschusse eingebrachten wurden verworfen, dagegen folgende zwei Wünsche des Hrn. v. Lerchenfeld angenommen: Die Regierung möge baldmöglichst eine Civilproceßordnung vorlegen; sollte dieselbe nicht mehr in gegenwärtiger Session verabschiedet werden können, so solle zu Deren Berathung ein ständischer Ausschuß erwählt werden. Der zweite Wunsch be­zieht sich aus die erledigten Stellen im Ober - Appellations­gerichte, die bis zur Einführung Der neuen Gerichtsverfassung nicht wieder besetzt werden sollen. (D. Z.)

Dänemark.

Kopenhagen, 29. Mai. General Krogh ist, wie Flyve- posten meldet, zur Armee abgercist, deren Oberbefehl er er­halten hat. Er hat sich wiederum zum Staabschef den Oberst v. Flensburg gewählt. Die von Pastor Schöler angckünvigte Interpellation, welche von den Ministern Auskunft verlangen sollte über den Stand Der Kriegsfrage, und wie die direkten Unterbandlungsversuche der Herzogthümer ausgenommen seien, ist auf die nächste Woche ausgesetzt, wie es heißt, auf Vor­stellungen. Die dem Interpellanten von Seiten Der Minister über das Unpassende dieser Interpellation im gegenwärtigen Augenblicke gemacht worden sind.

Frankreich.

Paris, 29. Mai. Der Stand der Differenz mit Eng­land ist, wie man aus guter Quelle wissen will, ein solcher, baß demnächst eine neue Annahme Der Londoner Ueberein« kunft von Seiten Lord Palmerstons zu erwarten ist. Das britische Kabinet wird erklären, daß es das Wyse'sche Arran­gement als ungültig betrachte, auf die in London angenom­menen Vergleichspunkte wieder zurückkomme und Griechenland Die Wahl überlasse, welche der beiden Lösungen es verziehe.

Polen.

Warschau, 29. Mai. Vorgestern sind von Berlin der Prinz von Preußen und Prinz Friedrich Karl, von Wien Der österreichische Ministerpräsident Fürst Felix Schwarzenberg, von Krakau Der Prälat Schindler und von anderen Orten der Generaladjutant des Kaisers Nikolaus, Baron Lieven,

so wie Die kaiserlichen Flügeladjutanten Fürst Theodor Paste- ; witsch und Achmatoff hier eingetroffen. Der Kaiser und der Großfürst Thronfolger hielten vorgestern früh eine Muste­rung Der im Lager von Powonsk versammelten Truppen ab, und gestern wurden ebendaselbst im Beisein der hohen Gäste Sr. Maj. verschiedene Manöver von den Truppen aller Waf­fengattungen ausgeführt. Abends war Theatervorstellung in Der Orangerie von Lazienki, nach welcher der Kaiser mit Dem Prinzen von Preußen und dem Prinzen Friedrich Karl eine Spazierfahrt durch Den glänzend erleuchteten Park machte.

Vermischtes.

Wie DemGlobe" aus Paris geschrieben wird, hat Lola Montez ihren Mann zu bewegen gewußt, in ihre Arme zurückzu- kehren; Beide leben jetzt zu Paris in einem schönen Hause an den Champs Elysëes, welches Herr Heald für 16,000 Francs gemiethet und für 75,000 Fres, möblirt hat. Lola's eigenes Einkommen ist nicht so glänzend, als man geglaubt hat; ihr väterlicher Freund von Baiern hat nämlich ihr Monatsgeld von 1680 auf 840 Gulden herabgesetzt, seit sie sich ohne seine Einwilligung verheirathet hat. Lola hat bereits in Pa­ris eine heftige Prügelei mit Der Nichte des Haus-Vermie- thers gehabt. Die Französin wurde bei diesem Gefechte von ihrer Tante, einer robusten Irländerin, sckundirt, und Lola soll, obwohl von ihrer Zofe unterstützt, ziemlich hart mitge­nommen worden sein.

Börsennackrichten.

Frankfurt, 31. Mai. 5pCt. Metall.: Papier 77%, Geld 77%. 4'/2pSt.: Pap. 67/4, G. 67. Bankaktien: Papier 1069, G. 1064. 500 fl. Losse: Pap. 147, G. 146'/,. 250 fl. Loose: Pap. 92, ^91%. Bad. 35 fl. Loose: Pap. 317«, G. 317,. Hess. 40 Thlr. Loose: Pap. 33, G. 3274. Großherz. Hess. 50 fl. Loose: Pap. 74, ®. 73'/2. Poln 500 ft. Loose: Pap. 8074, G. 80'/2. Frdr.-Wilk.-Nvrdb. : Pap. 40'/«, G. 407. Bexbach: Pap. 807e, G. 797,. Köln-Minden : Pap. 9474, G. 93^. 3pCt. inländ. Span.: Pap. SP/,, G. 31V«. 4'/,pCt. Würt.: Pap. 96'/,, G. 96. 5pCt. Bad.: Pap. 1007v G. 100'/4. 5pCt. Nass. : Pap. 103'/,, ®. 1027,. 472p@t. Belg.: Pap. 9074, G. 90'/4. Berlin, 31. Mai. Preuß. Freiw. Anl.: Brief 106, Geld 105'/,. St. Schuld-Sch.: Brief 86'/,, Geld 857<. Sceh. - Pr. Sch.: Brief 103'/,, Geld 103. Kurh.Pr.O. 40 Thlr.: Brief 32'/,, Geld32»/,. Fr.- ' Wilh. -Nordb. 39'/, n 387< bez. Prior. Akt. 98y4 bez. u. B. Wien, 29. Mai. Metalliq. 5proe. 9392'716. 4proc. 71 */2-- 7,. 4'/, proc. 8t'/,'/. 2'/,proc. 49'/,49. Ant. 34: 176-175. 39: 109'/, - ______________

Dekanntmachungen.

C o 1 o n i a, Feuerversicherungs-Gesellschaft zu Köln.

[429] Nachdem am 3. D. M. Den Aktionären über das Geschäftsjahr 1849 Rechnung gelegt worden ist, befindet sich bei Der unterzeichneten Agentur ein Auszug aus dem Protokolle Der Generalversammlung zur Behändigung an Jeden, Der sich über Den Geschäftsstand ter Gesellschaft zu unterrichten wünscht.

Die Den Versicherten dargebotene Garantie ist abermals stärker geworden.

Es sind bei mir jederzeit Prospektus und Formulare zu Versicherungsanträgen zu erhalten. Auf sorgfältige und rasche Besorgung Der angetragenen Versicherungen kann man bei mir rechnen. Grebenstein , am 30. April 1850.

Der Agent:

Heinrich Berendt.

Allgemeiner Anzeiger.

[441] Um etwaigen Nachfragen zu begegnen, sehe ich mich zu Der ergebensten Anzeige veranlaßt, daß ich vom 26. Juni bis 1. August D. J. von hier abwesend bin.

Kassel, Den 2. Juni 1850.

______________L. ^tirn, Hoszâhnarzt.

Kurfürstliches Höfcbeater.

Sonntag den 2. Juni. Faust. Große Oper in 2 Aufz. Musik von Spohr.

Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. Redaktion: Fr, Oetker nnd Dr. A. Pfaff. Druck von Friedr. Scheel tu Kassel.