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erblich kN Folgen auf teil vorwärzlichen Standpunkt zurück- ührcn ^u lassen." So eben wird das Gesetz über die instweilige Fortcrhebung der Steuern bis Ende Juni D. J. 'erkundet. (D. Z)

München, 27. Mai. Die Reduktion der Armee be­tätigt sich. Das 1. Armeekorps wird auf 50 Mann per Compagnie reducirt; vom 2. Armeekorps bleiben die in der Pfalz, in Unterfranken und Frankfurt garnisonirenden Ablhci- ungen in ihrer gegenwärtigen Stärke, das 6. und 9. Infan­terieregiment behalten 75 Mann , alle anderen Regimenter bensalls nur 50 Mann per Kompagnie.

München, 27. Mai. Der Prediger der hiesigen deutsch-katholischen Gemeinde, Herr Scholl, der soeben von xn Koncilen zu Leipzig und Köthen zurückkehrte, wurde heute norgen plötzlich verhaftet.

Dänemark.

Kopenhagen, 25. Mai. In der heutigen Sitzung des Lolksthing zeigte der Präsident au, daß ihm Schöler schrift- ich die Absicht zu erkennen gegeben, eine Interpellation an den Minister der auswärtigen Angelegenheiten zu stellen, des Inhalts:Ob das Ministerium einen Vorschlag zur Ord­nung der Verhältnisse zwischen den verschiedenen Theilen der Monarchie vorzubringen gedächte, ob das Ministerium den Annäherungsschritten, die von Seiten der Herzogthümer ge­schehen. rulgegengekommen sei, und ob gegründete Hoffnung sei, daß der dänische Streit durch direkte Unterhandlungen mit Den Herzogthümern beigelegt werde?"

27. Mai. DieNeuesten Postnachrichtcn" haben von ihremmilitärischen Korrespondenten" Berichte aus Veile bis zum 24., nach welchen zwei Brigaden, deren Stärke und Zu­sammensetzung nicht mitzutheilen man für gut hält, unter dem Obersten Schepeler (die frühere Rye'sche), Hauptquartier Hor­tens, und unter Oberst Thestrup, Hauptquartier Aarhuus, in Jütland stehen. Es ist bis jetzt kein Oberbefehlshaber er­nannt. General Moltke befindet sich in Kolding, wo auch Leerbeck ist und Oberst Flensburg sich hinbegeben hat. Die Festungswerke von Frietericia sind im Winter beträchtlich ver­stärkt. Gestern ist auch die Garde abmarschirt, welches die Vermuthung bestätigt, daß der König der Armee nach Schles­wig folgen wird. An einen Separatfrieden mit Preußen glaubt man hier jetzt weniger.

Frankreich.

^arid , 26. Mai. Gestern wurde zu Vincennes eine für den Barrikadenkrieg von einem Artilleri^unkèrofficier er­fundene Art von Handgranaten Probirt. In einem entlegenen Theile Deo Waldes von Vincennes war eine von Faschinen nachgemachte Barrikade ausgestellt worden, hinter der sich 20 Strohmänner befanden, ähnlich denen, Die in Den Kavallcrie- 'chulen zu Den Säbclexercitien gebraucht werden. Die erste Granate, die hinter die Barrikade geschleudert wurde, traf 7 dieser Strohmänner, 3 am Kopfe, 2 an Den Beinen, 2 im Rücken. Die Strohmänner wurden hierauf gewechselt, und Die zweite und dritte Granate trafen zusammen 17 derselben an verschiedenen Stellen. Dieser erste Versuch hat gezeigt, daß ein Dutzend Granaten hinreichen würden, um die furcht­barste Barrikade von Vertheidigern zu säubern. Zugleich hat derselbe Unteroffieier eine bewegliche Barrikade mit 4 Rädern erkunden, die von 7 Personen geleitet wird, um die Angreifer mit ihren Granaten vor dem Feuer des Feindes zu schützen.

Paris, 27. Mai. In Der heutigen Sitzung der Na­tionalversammlung handelt es sich um den zweiten und Haupt­artikel des Wahlreformentwurfs, wonach zur Aufnahme in die Wahllisten einer Gemeinde für jeden dort wobnhaften Fran­zosen, der 21 Jahre alt und im Genuß seiner bürgerlichen und politischen Rechte ist, die Bedingung eines dreijährigen festen Wohnortes in der Gemeinde oder Dem Kanton geboren soll. Pierre Leroux redet dagegen. Einen heftigen Sturm auf der Rechten ruft er durch die Aeußerung hervor:Man hat sogar auf dieser Tribüne zwei glorreiche Namen, Saint Just und Robespierre, beschimpft." Als Pierre Leroux end­lich Den Socialismus in seinem Sinne Definiten und gegen

Die Angriffe des Hrn. Thiers vertheidigen will, entscheidet die Mehrheit auf Befragen des Präsidenten, daß ihm das Wort entzogen werden solle. Dupont (de Bussac), von der gemä­ßigten Linken, erkennt den von der Regierung und dem Aus­schuß geltend gemachten Uebelstand des bisherigen Wahl- gesttzes, wonach ein Wähler im Laufe einer legislativen Wahlperiode in verschiedenen Departements Drei Mal Hinter­einander stimmen darf, vollkommen an, ist aber der Ansicht, daß diesem Uebklstanve ganz einfach durch Die Bestimmung abge- holsen werden könnte, daß die Wahllisten (Die bisher alljähr­lich erneuert wurden), in Zukunft bloß von 3 zu 3 Jahren angefertigt werden. Nachdem Leon Faucher, Ausschußbericht- erstatter, die einzelnen Einwürfe Dupont's widerlegt hat, wird das Dupont'sche Amendement verworfen und hierauf das des Generals Cavaignac und Genossen (welches zur Wahlberech­tigung einen 6monatlichen Aufenthalt in der Gemeinde ver­langt, wenn diese 6 Monate, zu der Dauer des vorherge­henden Domicils gelegt, einen Zeitraum von Drei Jahren ausmachen), in Berathung genommen und abgelehnt. Der Art. 2 wird mit einer starken Majorität angenommen. Wahrscheinlich steht ein gleiches Schicksal allen übrigen Verbesserungsanträgen be­vor, so daß der Wahlrcformentwurf aus dieser wichtigen Dis­kussion siegreich hervorgehen wird. Man fängt jetzt, da der Erfolg der Wahlreformen gesichert erscheint, bereits wieder an, sich mit den Gesetzen zu beschäftigen, deren Diskussion auf Die Annahme der Wahlreformen folgen wird. Das Mairesgesetz gewinnt an Terrain, und Die Regierung hat außerdem mehrere andere Gesetze vorbereitet, welche die Unter­drückung der anarchischen Bestrebungen zum Ziele haben. In Paris herrscht Ruhe, aber die Besorgnisse wegen einer Insurrektion der Rothen in einigen Departements haben sich noch nicht gelegt, weshalb Die dortigen Behörden noch sehr auf ihrer Hut sind. Der Kommandeur der bei Den Inva­liden stationirtcn Brigade, General Forcy, erhielt seit mehreren Ta­gen eine Menge Drohbriefe, welche ihm anzeigten, daß, wenn ein Aufstand zum Ausbruch kommen sollte, Die erste Kugel für den General Cbangarnier, Die zweite für ihn und Die nächsten für die Officiere seiner Brigade bestimmt seien. Dem General Forep war insgeheim angezeigt worden, daß Die Ver­fasser dieser Briefe socialistisch gesinnte Soldaten seien. Deß­halb ließ er plötzlich alle Tornister seiner Soldaten durch­suchen. In 25 derselben wurden socialistische Schriften Der schlimmsten Gattung gefunden. Die Eigenthümer derselben wurden sofort nach ben Militärgefängnissen der Abtei geführt. Die Durchsuchungen der Kammern, Betten und Uniforms­stücke der pariser Garnisonstruppen, um socialistische Schrif­ten, welche die Anarchisten Nachts in die Kasernen zu schmug­geln wissen, zu finden, sind in der letzten Zeit besonders häufig geworden. Heute ist Proudhon aus Doullens in Paris eingetroffen. Am 29. d. M. muß der frühere Redak­teur der Voix du Peuple vor Dem Assisenhofe des Seine- Departements wegen Preßvergehen erscheinen.

Gestern Abend fand bei Emile de Girarbin eine Zu­sammenkunft mehrerer Mitglieder der Opposition Statt, um eine neue Partei zu bilden. Der General Cavaignac, Vidal und de Flotte waren zugegen. Letzterer Hal durch seine neu­liche gemäßigte Rede bei denhonetten" Republikanern sehr an Bedeutung gewonnen. Der so eben verstorbene Mar­quis von Salnes hat ein Vermögen von nicht weniger als 4 Millionen hinterlassen, wovon er 2 Millionen dem Grafen von Chambord vermacht hat. Alle Nachrichten aus Toulon melden, daß fortwährend Verstärkungen zu dem Geschwader des Mittelmeers unter dem Admiral Parseval Deschenes ab- gehkn, über Deren nächste Bestimmung jedoch noch nichts ver­lautet.

Schlußkurse: 3pCt. 56, 45. 5pCt. 90, 90.

Paris, 28. Mai. Die Nationalversammlung beschäf­tigte sich heute zunächst mit Dem Artikel 3 des Wahlreform- [cheé , zu welchem auch mehrere Amendements gestellt wur­den/ General Lamoricière sprach lebhaft gegen Den Artikel und bezeichnete ihn als eine WidrrbersteUnng des Census. Die Amendements, auch ein von Lamoricière vertheidigtes,