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wart: (folgen dir Namen der anwesenden Bevollmächtigten, darunter befindet sich auch der darmstädtische, nassauische und schwerinsche Bevollmächtigte; ein kurhessischer ist gar nicht vorhanden). Das Protokoll führt der königl. preußische Geh. Justizrath Blömer. Der Vorsitzende zeigt an, daß er im Na­men der königl. preußischen Regierung den Antrag zn stellen hat: 1) daß die verbündeten Regierungen unverweilt dazu vorschreiten mögen, ihre Vertreter in dem provisorischen Für- stenkoUegium zu bestimmen, dieselben mit Vollmacht zu ver­sehen und hierher abzusenden, auch, im Falle zufälliger per­sönlicher Verhinderung der ernannten Bevollmächtigten, für die erforderlichen Substitutionen Sorge zu tragen, kurz, alles Nöthige vorzukehren, damit das in der Konferenz der ver­bündeten Regierungen beschlossene provisorische Fürstenkollcgium Ende des laufenden Monates Mai ins Leben treten könne; und 2) daß der Verwaltungsrath diesen Antrag der königl. preußischen Regierung sofort zur geeigneten Kenntnißnahme der verbündeten Regierungen bringen möge. Der Verwal- tungSrath beschließt, den vorstehenden Antrag der königl. preu­ßischen Regierung zugleich mit dem bcigcfügten Ersuchen um baldgefällige Entschließung und Rückäußerung den verbündeten Regierungen mittelst Zusendung eines beglaubigten Auszuges aus dem Protokolle der heutigen Sitzung unverzüglich zugehen zu lassen, v. Sydow. v. Mcpsenbug. v. Lepel. Seebeck, v. Schack. Mosle. Vollpracht, zugleich für die anhaltischen Herzogtümer. Dr. Liebe. Dr. Elder. Smidt. Dr. Banks. Blömer.

— Bülletins über das Befinden Sr. Maj. des Königs: Se. Mas. der König haben im Laufe des heutigen Tages einen lebhaften Schmerzanfall gehabt, ohne daß eine merkliche Steigerung des Fiebers eingetreten ist. Bei verstärkter Ab­sonderung der Wunde, deren Umgebung eine größere Span­nung und Härte zeigt, haben die Schmerzen gegen Abend nachgelassen. Schloß Charlottenburg, den 26. Mai, Abends 974 Uhr. (gez.) Schönlein. Grimm. Langenbeck. — ^e. Maj. haben eine ruhige Nacht gehabt. Das Fieber ist unbe­deutend. In der Wunde und ihrer Umge. ung zeigt sich keine wesentliche Veränderung. Schloß Charlottenburg, am 27. Mai, 93/4 Uhr Morgens, (gez.) Schönlein. Grimm. Langenbeck.

— Se. königl. Hoheit der Prinz von Preußen ist nach Warschau, Ihre königl. Hoheit die Prinzessin von Preußen nach Koblenz und Se. königl. Hoheit der Prinz Friedrich Karl nach Warschau abgereift. — Ihre königl. Hoheiten der Erbgroßherzog und die Erbgroßherzogin von Sachsen-Weimar sind abgcreist.

Flensburg, 17. Mai. Ueber die Entweihung des hie­sigen Friedhofs' durch die Dänen berichtet die Norddculiche freie Presse: Verruchte Hände haben auf dem Friedhöfe in diesen Tagen alle schleswig-holsteinischen Fahnen und Fähn­lein herabgerissen und zum Theil zerrissen. Keine Stätte ist verschont; nicht der Platz, welchen das allen bei uns gefalle­nen deutschen Kriegern gesetzte Denkmal ziert, keine Grab­stätte, von der des Obersten Saint-Paul an bis zu der Grab­stätte des Oberjägers Wohlers aus Neumünster. Ehe diese Schandthat verübt war, hatte eine verruchte Hand eine her­vorragende deutsche Trikolore geraubt, oder sage ich lieber: gestohlen; denn die Feigheit geht Schleichwege.

Von der Niederelbe, 26. Mai. Gestern hat das Departement des Innern ein Rundschreiben an die Land- und Seekriegskommissäre, Oberbeamten, Prälaten, Distriktsdeputirte, Magistrate und lageführendcn Beamten erlassen, welches weitere Vorbereitungen einer beschleunigten vemnächftigen Einberufung der beurlaubten und Reservemannschaften betrifft. Die Mann­schaft wird sich zu seiner Zeit in Rendsburg einzufinden ha­ben. Die Einberufung dürfte demnach in den nächsten Tagen erfolgen, was auch den vollendeten Rüstungen der Dänen gegenüber schon als Vorsichtsmaßregel sich hinlänglich empfiehlt.

— Die Befestigungen an der holsteinischen Küste sind bereits in guten Stand gesetzt; Rendsburgs Fortifikationswerke wer­den verstärkt; ja man will wissen, daß auch bei Plön Ver­schanzungen angelegt werden sollen. Die durch den Austritt einer ziemlich großen Anzahl preuß. Offieiere im vorigen

Monate vakant gewordenen Führerstellen sind theils durch Be­förderung einheimischer Fähndriche, theils durch den definitiven Wiedereintritt einzelner preußischer Offieiere in die schleswig- holsteinische Armee, theils endlich durch Engagirung verab­schiedeter hannoverischer, preußischer, kurhessischer und öster­reichischer Offieiere bereits vollständig wieverbesetzt.

Dresden, 24. Mai. (Drcsd. 3 ) Se. Majestät der König hat den Staatsminister a. D., Generallieulenant von Minkwitz, heute nach Berlin abgesanvt, um Sr. Majestät dem Könige von Preußen zu dessen glücklicher Rettung aus der drohenden Lebensgefahr die Glückwünsche des königl. Hofes zu überbringen.

Karlsruhe, 26. Mai. Der so vielfach besprochene und so oft in Frage gestellte Ausmarsch der badischen Truppen ist jetzt, wie aus ganz zuverlässiger Quelle verlautet, endlich fest­gesetzt worden. Aber nicht das ganze Armeekorps, sondern nur 5000 Mann werden nach Preußen ausrücken, und zwar die beiden Reiterregimenter, die gesummte Artillerie und von der Infanterie soviel als zur Ergänzung der angegebenen An­zahl gehört.

Oesterreich.

Wien, 24. Mai. Mit Bestimmtheit wird angekündigt, daß der Ministerrath heute unter Vorsitz Sr. Majestät selbst, in der deutschen und der ungarischen Frage einen Entschluß fassen werde. Es ist natürlich, daß ein so wichtiger Akt die Aufmerksamkeit fesselt und daß man der Veröffentlichung deS Resultates mit Kombinationen vorauseilt. Dürfen wir auch diesen keinen sonderlichen Werth beilegen, so haben sie doch in so weit Bedeutung, als sie die öffentlichen Wünsche aus­zudrücken pflegen. Nach dem, was wir hören, sind diese einer friedlichen, versöhnlichen Politik günstig, sie billigen weder die Centralisation auf Kosten des ungarischen historischen Rechtes, noch die Verhinderung der Entwickelung und Einigung Deutsch­lands mit der preußischen Spitze. Gerade weil man für die Idee schwärmt, Oesterreich groß, mächtig und blühend zu er- balten, ist man den Entwürfen abhold, welche möglicher Weise die innere Pacificirung verzögern oder den äußeren Frieden stören könnten. Unser Kurszettel, unser Finanzausweis wirkt auf viele kriegerische Gelüste wohlthuend, abkühlend und Herr v. Kraus hat mehr als je an Freunden gewonnen, seitdem bekannt geworden ist, daß er neulich gewisse Truppenmärsche nach Deutschland mit der Versicherung bekämpfte, daß er kein Geld dazu aufzutreiben wüßte. Unsere Armee hat sich noch nicht von den Anstrengungen des Krieges erholt, namentlich ist die Uniformirung und Equipirung der Mannschaft nicht so vollständig, wie ein neuer Feldzug sie voraussetzt, auch fehlt es an Kavalleriepferden, von welchen während der Kriege gegen 60,000 umgekommen oder untauglich geworden sein sollen. (D. R.)

— Die hiesige frei-christliche (deutsch-katholische) Gemeinde hat dem Ministerium des Kultus und Unterrichts eine Eingabe sammt den eigenhändigen Namensunterschriftcn ihrer Mitglieder überreicht. Sie fordert darin ihre sofoitige Anerkennung als Religionsgesellschaft, da man ihr nicht zumuthen könne, daß sie mit der Befriedigung ihrer heiligsten Interessen vielleicht Jahre lang in einer quälenden, ihr Gewissen, die Erziehung ihrer Kinder, die Entwicklung ihres Geistes- und Gemüths- lebens hemmenden Ungewißheit bleiben solle, und spricht die Erwartung aus, daß ihrem gesetzlichen Wunsche dießmal auch gesetzliches Gehör gegeben und die Bewilligung zur öffent­lichen Ausübung ihres Kultus, so wie die in den Grund­rechten der gesetzlich anerkannten Rcligionsgenossenschaften vor andern Vereinen eingeräumte bevorzugte Stellung auch der frei-christlichen Gemeinde in Wien durch provisorische Ver­fügung sofort ertheilt werden wird.

Belgien. '

Brüssel, 23. Mai. Der Senat hat heute die Bera­thung des UnterrichtSgesetzes begonnen, und da nur wenige Redner eingeschrieben sind, so hofft man damit in einigen Tagen zu Ende zu kommen; die Kammer der Abgeordneten ist für den 28. Mai zu den Schlußsitzungen einberufen. — Lord Howden, englischer Gesandter in Madrid, ist letzten