Einzelbild herunterladen
 

991 -

zusammen eine erhalten. Diese Einteilung ist vorläufig für Die Bildung der provisorischen Centralgewalt vorgeschlagen, inbeß auch auf die definitive Konstituirung der Exekutive be­rechnet. Ueber die österreichischen Vorschläge soll inzwischen schon eine Kommission nicbergesctzt sein, die aus den Ge­sandten von Oesterreich, Hannover, Württemberg und Sachsen bestünde. C&- ^- 3 )

Nürnberg, 25. Mai. Gleich dem Kollegium der Ge- mcindebcvoUmächtigten, hat sich nun auch der Magistrat — dieser mir 9 gegen 8 Stimmen — für die Aufnahme des Kaufmanns Cohn als Staatsbürger ausgesprochen: seit Ver­treibung der Juden zu Ende des 15. Jahrhunderts der erste Israelit, dem die Niederlassung hier gestaltet wird. (N. C.)

Augsburg, 23. Mai. Der Advokat Dr. Titus von Bamberg, der auch in Stuttgart mit tagte, ist dieser Tage aus der Schweiz hier eingetroffen und hat sich am 28. Mai Abend freiwillig Dem Untersuchungsrichter gestellt. (A. Anz.Bl.)

Dänemark.

Kopenhagen, 24. Mai. Das hier angefommene rus­sische Kriegsschiff, das man hier schon als den Vorläufer einer russischen SchutzflottiUc ansah, ist der Kriegsdampfer Kamt­schatka, der, von Kronstadt kommend, nach Madeira bestimmt sein soll, um den Herzog von Leuchtenberg von dort ab­zuholen.

Großbritannien.

London, 24. Mai. Das Unterhaus versammelte sich gestern zum ersten Male nach Pfingsten. Den Anfang der Sitzung machte eine lange Rede Palmerstons, in welcher er sich weitläufig und in einer sehr klaren und gemäßigt gehalte­nen Auseinandersetzung über Die mit der Rückberufung des französischen Gesandten zusammenhängenden Umstände aus­sprach. Der edle Lord macht darauf aufmerksam, daß zu der Zeit, als Milner Gibson ihn im Parlamente hinsichtlich dieser Angelegenheit interpellier, er nicht habe wissen noch vermuthen können, daß der Brief des Generals Lahilte Der französischen Nationalversammlung vorgelesen worden sei, ehe jene Versamm­lung die Dokumente vor Augen gehabt habe, auf welche der besagte Brief Bezug nehme; Denn er sei zu Der Annahme be­rechtigt gewesen, daß die Erklärungen, welche erHrn.Drouyn de L'huys gegeben habe, Die gereizte Stimmung Der franz. Regierung entfernen oder doch wenigstens mildern würden. Nun werde aber doch sicherlich ein jeder, welcher dem gutem Einvernehmen zwischen beiden Regierungen irgend einen Werth beilege, ihn der größten Indiskretion schuldig finden, wenn er in jenem Augenblicke Die in Dem erwähnten Briefe ausgedrückten Gc- füble, — Gefühle, welche seiner Ansicht nach wahrscheinlich schon anderen Naum gemacht gemacht hatten — in die Öf­fentlichkeit gebracht und so ein vielleicht vorübergehendes Miß­vergnügen der französischen Regierung zu einem dauernden gemacht hätte. Hierauf vertheidigt sich der Redner ausführ­lich gegen den Vorwurf, als habe er seine Versprechungen nicht erfüllt. Er weist nach, daß das Abbrechen der Ver­handlungen von Hrn. Gros, nicht von Hrn. Wyse ausge- gangen sei, daß Wyse auch dann nicht sogleich zur Wieder- aufnahme Der Zwangsmaßregeln geschritten sei, und daß er nicht verpflichtet gewesen sei, vor Erneuerung Der Blokade neue Instruktionen aus London einzuholen. Schließlich spricht der Redner die Hoffnung aus, daß der gegenwärtige Zwist sich bald in befriedigender Weise ausgleichen werde, da es durchaus nicht die Absicht der britischen Regierung gewesen sei, Die französische irgendwie zu beleidigen. Die Angriffe, welche hierauf d'Israeli in seiner gewohnten flachen und so­phistischen Weise gegen den Staatssekretär des Auswärtigen richtet, finden durch Lord John Russell ihre gebührende Ab­fertigung. (K. Z.)

Frankreich.

Paris, 24. Mai. Unter den zahllosen Amendements, die zu dem Wahlreformprojekte bereits eingebrnebt sind, ist das wichtigste dasjenige, welches von den unbedingten Anhängern Der ursprünglichen Fassung des Gesetzes am meisten gefürchtet wird, ein von mehreren Gegnern des Gesetzes aus Der Ma­jorität selbst, und zwar aus allen ihren Fraktionen vorgeschla­

genes, wonach das Wahlrecht, genau betrachtet, nur an die Erfüllung der Wahlpflichtigkeit geknüpft wird. Dieses Amen­dement läßt alle in dem Regierungsentwurf enthaltenen Be­dingungen Der Wahlberechtigung zu, erweitert dieselben jedoch durch Die Bestimmung, daß jeder, der in einer Gemeinde Dem Rekrutirungsgesetz genügt, d. h. um die Einstellung in Die Land- oder Seearmee geloost hat, in Dieser selben Gemeinde auch daS Recht haben soll, als Wähler eingeschrieben zu wer­ten, wenn er Die Bescheinigung beibringt, daß er an seinem sonstigen Wohnort nicht eingeschrieben ist. Wenn dieses Amendement in bas Gesetz ausgenommen würde, so könnte die Opposition zwar immer noch daran aussetzen, Vaß es die Ausübung des Wahlrechts für Denjenigen Theil der Bevölke­rung , der aus Beruf oder Gewohnheit seinen Wohnort zum Gestern wechselt, sehr erschwert; allein das abstrakte Recht wäre ganz unbestreitbar gewahrt, — ein UmftanD, der die gemäßigte Opposition für das in Rede stehende Amendement sehr günstig zu stimmen scheint. Gerade deßhalb und um den Abfall einer Anzahl Stimmen Der Majorität zu verhüten, werden die Koryphäen des Siebenzehner-AuSschusses, nament­lich Thiers und Molë, den Kampf auf dieses Amendement koncentriren und für Die Verwerfung desselben Alles aufbieten.

— An der Börse kinsirte gestern eine eigenthümliche Nachricht, welche Abends in verschiedenen Kreisen wiederholt wurde. Nach Dieser soll vorgestern im Elysëe ein Familien- rath gehalten worden sein, wobei sämmtliche Mitglieder der Bonapartistischen Familie zugegen gewesen; es sei dort be­schlossen worden, daß der Präsident das Wahlgesetz votiren lasse, dann aber seine Sanktion verweigere, sein Ministerium entlasse und sich mit Räthen aus der gemäßigten Linken um­gebe. Im Allgemeinen fand dieses Gerücht wenig Glauben, und es ist auch zu unwahrscheinlich, daß der Präsident einer Politik eutsagen sollte, die allein ihm einige Chancen für seine Pläne bietet. Sicher ist es übrigens, daß Der Präsident in einer äußerst gereizten Stimmung ist, und in den letzten Ta­gen seinen Ministern äußerst kalt begegnete; zuvörderst die englische Angelegenheit und die daraus entstandenen unange­nehmen persönlichen Folgen für ihn, und dann der Umstand, daß Männer wie Cavaignac, Viktor Hugo und Lamartine so entschieden zur Opposition übergetreten sind, haben ihn zum Nachdenken gebracht und ihm ein gewisses Mißtrauen gegen seine Umgebung eingeflößt. Wie man versichert, ist Die Si­tuation im Elysëe so, daß es nur noch eines Anstoßes bedarf, um einen neuen 31. Oktober herbeizuführen.

Vermischtes.

In einer Berliner Schulanstalt konnte kürzlich Der Gc- sangunlerricht nicht zu Stande kommen, indem ein Theil „Ich bin ein Preuße!" gesungen haben wollte, Der andere Theil aber nur „Was ist des Deutschen Vaterland?" singen wollte.

Bekanntmachungen.

Bekanntmachung.

[421] Die Wittwe Wilhelm Warburg, Ernestine, geb Raabe zu Wettesingen, als Vormünderin ihrer Kinder

«u°wi- «° | Warburg. Dorothea f D

besitzt in dasiger Feldmark eine Hufe, Die Pfarrhufe ge­nannt, katastrirt, Blatt 1196 -1208 speciell , und bestehend aus 385/8 Acker 374 Rth., auf welcher zu Gunsten der käsi­gen Pfarrei eine jährliche Reallast von

10 Viertel partim Warburger Maaß , thut Kasseler 11 Viertel 4 Metzen,

15 Gebund lang | _ ,

15 Gebund kurz s

sodann ferner auf einem denselben zustehenben Grundstück

Ch. 0. Nr. 37 7, Acker 7 Ruthen Garten, Der Tränkhof genannt,

an Die vorgenannte Berechtigte weiter