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mächtigten liierter zu senden, falls sie nicht bereits hier sich befinden, damit mit der Bildung der Kurien vorgegangen werden könne. Ferner ward der Verwaltungsrath aufgefordert, eine Geschäftsordnung für das Kollegium vorzubereiten. Der Verwaltungsrath erklärte sich damit einverstanden. (N.Pr.Z.)

Berlin, 24. Mai. Bei Seiner Majestät dem Könige haben sich die Erscheinungen des Wundfiebers gegen Abend etwas gesteigert, mit gleichzeitiger Zunahme der Geschwulst in der Umgebung der Wunde, aus welcher fortdauernd eine reichliche Absonderung Statt findet. — 25. Mai. Bei dem bestehenden Wundfieber haben Se. Maj. der König in dieser Nacht nur mit Unterbrechungen und unruhig geschlafen. Die Geschwulst in der Umgebung der Wunde hat zwar nicht ab- genommcn, doch ist dieselbe weniger gespannt und empfindlich. Das Wundsekret nimmt eine mehr eiterige Beschaffenheit an. Schönlein. Grimm. Langenbcck.

— 25. Mai. Ihre Hoheiten die Herzogin von Sachsen- Meiningen und die Prinzessin Karoline von Hessen sind ab­gereist.

Berlin, 25. Mai. Ueber den persönlichen Zustand des Königs erfährt man in wohlunterrichteten Kreisen das Gün­stigste. Auch die Stimmung des leidenden Monarchen scheint trotz der Schmerzhaftigkeit der Wunde eine heitere zu sein. Man trägt sich wenigstens mit einer Reihe scherzhafter Aeuße­rungen, welche der König in Bezug auf verschiedene Angele­genheiten gemacht haben soll. Auch die Deputation der Stadt­verordneten , die heute eine Adresse überbrachte, hat manche solcher Aeußerungen in der Umgebung des Hoses vernommen und in bürgerliche Kreise gebracht. Gleichwohl berichtet das neueste Biilletin von einem Wundfieber, das indeß, wie man vernimmt, nicht Besorgniß erregend ist. — Bei den mit dem verhafteten Sefelogc bisher Statt gehabten Verhören soll sich immer mehr Herausstellen, daß derselbe in Betreff der Person Sr. Maj. des Königs an einer fixen Idee leidet, und die That in einem unzurechnungsfähigen Zustande begangen hat. Hierdurch werden die Gerüchte, daß derselben politische Motive zum Grunde liegen, die namentlich von den reaktionären Par­teien geflissentlich verbreitet werden, am besten widerlegt. Hierzu gehört namentlich das Gerücht von dem Bestehen einer Propaganda, deren Zweck der Mord verschiedener regierender Häupter in Europa sein soll, und das in der angeblich der hiesigen Regierung aus London zugegangenen diplomatischen Mittheilung reiche Nahrung findet. Es ist bereits aktenmäßig festgesteUt, daß Sefeloge vor Jahr und Tag schon in einer Heilanstalt für Geisteskranke längere Zeit gewesen ist. Die Untersuchung, mit deren Führung jetzt ausschließlich derStadt- gerichtsrath Schlötke beauftragt ist, wird ungemein beschleunigt, um das Saehverhältniß so schnell als möglich aufzuklären. — Wir erfahren soeben, daß der Geh. Medicinalrath Dr. Caspar bereits gestern Abend die völlige Unzurechnungsfähig­keit des Sefeloge bescheinigt hat. (Nat.-Ztg.)

Rendsburg, 24. Mai. Der kommanvirende General Willlseu ist seit gestern Abend hier und es herrscht große mi­litärische Bewegung in und außerhalb der Festung. Vom morgenden Tage an wird Stadt und Festung in Belagerungs­stand versetzt und eine deßfallsige Proklamation erlassen wer­den. Alles deutet auf ernste Ereignisse. — Gegen den be­kanntlich wegen reaktionärer und hochverräterischer Wühlereien in Untersuchung befindlichen Grafen Blome von Salzau ist der fiskalische Proceß verhängt und von Seiten des Ober- Kriminalgerichts in Glückstadt der Fiskal gegen den Herrn Grafen excitirt worden. (H. N.)

Frankfurt, 24. Mai. Heute Morgen war die gesammte preußische Garnison, aus Anlaß der Rettung des Königs in großer Parade zu einem feierlichen Dankgottesdienst nach dem Excrrierplatze am Grindbrunnen ausgerückt. Die beiden preußischen Mitglieder der Bundeskommission, der österreichi­sche FeldmarschaU - Lieutenant Freih. v. Schönhals, die Offi- ciere aller hier liegenden Truppenkörper wohnten der Feier bei, die mit einem vom General Peucker ausgebrachten drei­

fachen Hoch auf den König und mit einem Parademarsch in Zügen sich abschloß.

Der hiesige englische Gesandte, Lord Cowley, welcher längere Zeit in London war, ist seit einigen Tagen auf seinen Posten zurückgekehrt. — Von Mecklenburg - Strelitz ist Hr. v. Oertzen hier angckommcn, um seine Regierung bei dem Kon­gresse der StaatenbevoUmächtigtcn zu vertreten.

Darmstadt, 23. Mai. Das Regierungsblatt enthält eine Verordnung, welche, nachdem das dritte Aufgebot der Militärpflichtigen vom Ziehungsjahr 1848 entlassen worden, außer der zu ordentlicher Ergänzung der Feldtruppen im Jahr 1850 aufgerufenen Mannschaft, weitere 1400 Mann aus den Aufrufsfähigen vom Ziehungsjahr 1849 einstellt.

yjtainj, 22. Mai. Heute hat hier vor den außer­ordentlichen Assisen die Verhandlung des großen Freischaaren- processeö begonnen. Die Verlesung des Verweisungsurtheils der Anklagekammer und des Anklageaktes füllte die heutige und wird wahrscheinlich noch einen großen Theil auch der morgenden Sitzung füllen. An der Stelle der Anklagebank ist eine amphitheatralisch aufsteigende Tribüne aufgerichtet, die in vier Reihen von Bänken die numerirten Platze von 40 Angeklagten enthält; die Staatsbehörde ist durch den General- Slaatsprokurator Dr. Parcus vertreten; an dem Tische der Vertheidiger sitzen die Herren Lehne aus Alzei, Aull, Du­mont, Görz, HernSheim, Krämer und Müller aus Mainz; als Geschworene fungiren sechs Kaufleute und Gewerbetrei­bende, ein Advokat-Anwalt, ein Arzt und vier Landwirthe, unter ihnen ein Mennonit, der statt des Eides sich durch ei­nen Handschlag verpflichtet. Der Präsident eröffnet die Ver­handlungen und fragt die Angeklagten nach Name, Alter, Stand, Wohn- und Geburtsort. Die Antworten verrathen mitunter einen weder sehr schicklichen, noch sehr gelungenen Versuch, humoristisch zu sein. Auf die Frage nach ihrem Ge­werbe erwidern die Angeklagten Wittmann, Schmitz, Mayer und Oechsner: „Doctor der Rechte und suspendirter Stage- Advokat"; Matty sagt: „Evangelischer Pfarrer, jetzt suspen- dirl"; Paulsackel: „Ehemals Lehrer, jetzt ohne Gewerbe"; Bertram (aus Worms): „suspendirter Schornsteinfegermeister ohne Gehalt". Auf die Frage nach seinem Wohnort antwor­tet Wergcr (aus WormS): „Seit zehn Monaten im Arrest- haus". Die eigentlichen Verhandlungen werden erst über­morgen beginnen können.

Mainz, 23. Mai. In der heutigen Sitzung des Assisen- Hofes wurde die gestern begonnene Verlesung des Anklageakts fortgesetzt, welcher sodann von Generalprokurator Parcus und StaatSprokuratorsubstitut Valkenberg des Näheren auseinander- gesetzt wurde. Das Zeugenverdör begann mit der am 29. April 1849 zu Bingen gehaltenen Volksversammlung, auf welcher mehrere der Angeklagten zur Bewaffnung in hochverräterischer Absicht aufgefordert und einen Aufruf in gleicher Absicht an die Soldaten abgefaßt haben sollen. Die Belastungszeugen (14), sowie einige Entlastungszeugen über diesen Vorfall wur­den gehört. Die Aussagen der Ersteren stellten nicht die Be­hauptungen des Anklageakts sicher, indem sie fast alle nur ab­gerissene Aeußerungen einzelner Angeklagten, jedoch nicht den Zusammenhang, in welchem diese vorgebracht wurden, be­kundeten.

Stuttgart, 22. Mai. Die Berathungen der Landes- Versammlung, die Reibereien zwischen Ministerium und Abge-- ordneten, Vie gegenseitige Steigerung von Bitterkeit, Unver­söhnlichkeit, von Sättigung und Ueberdruß an der aussichts­losen Arbeit, werden mit jeder Sitzung unerträglicher. Heute brachte die Sitzung wieder eine tocene unparlamentarischen Gebührens um 'die andere. Es handelte sich zunächst um eine abermalige Steuerverlängerung für die Frist bis letzten Juni d. I., von der Ver Mai also beinahe schon — unver- willigt — verstrichen ist. Die Kommission beantragte die Verwilligung. Die Linke erschien aber sehr schlecht discipli- nirt, denn zwei Anträge aus ihrem Schooße verlangten der eine'Verschiebung der Berathung bis nach dem Verfassungs­werk, der andere von Pfeifer Verweigerung dem Ministerium gegenüber, dem man nicht vertrauen könne, daß es die Steuer