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tokolle über die vertraulichen Besprechungen der Kommissäre der Kammer und der Regierung als eine indiskrete und un­befugte bezeichnete. Die Kammer antwortete darauf, indem sie der Kommission ihren Dank für die Vollständigkeit und Durchsichtigkeit ihres Berichtes volirte. (D. Z.)

München, 20. Mai. Herr von Hermann wird end­lich den Lohn seiner Beharrlichkeit erndten, das Mimsterporte- feuille, nach welchem er seit Jahren getrachtet. Da aber zur Zeit ein solches nicht vakant ist, so wird ein eigenes Ministe­rium des Handels und der öffentlichen Arbeiten für ihn kreirt und mit 12,000 fl. dotirt werden. Hr. v. d. Pfordten hegt die lebhafteste Besorgniß, daß eine Einigung zwischen Oester­reich und Preußen erzielt und Baiern schließlich abermals von der Centralgewalt über Deutschland ausgeschlossen werde. Es gibt Leute, welche das letztere für sehr wahrscheinlich halten und welche sogar der Meinung sind, daß Baiern diese Aus­schließung nicht zum casus belii machen werde. Inzwischen hat der „Verein für konstitutionelle Monarchie und religiöse Freiheit" dem Kaiser von Oesterreich seinen Dank votirt für die der katholischen Kirche eingeräumten Freiheiten. (D. Z.)

Dänemark.

Kopenhagen, 20. Mai. (H. B.-H.) Die „Nyeste Postefterretninger" melden, daß, nachdem die gestern und heute angenommenen Nummern des „Flensburger Korrespondenten" von den hier vorgenommenen Rüstungen reden, so könnten diese Rüstungen, wie sehr man vermuthlich es auch gewünscht hatte, nicht länger verheimlicht bleiben. Die ersten Soldaten seien heute morgen abgegangen. „Wir werden diesmal — sagen sie — nur eine Lusttour machen und so die deutschen Blätter, welche darauf bestehen, daß unsere Rüstungen nur den Herzogthümern imponiren sollen, bestätigen." — Der Stabsarzt der Armee, Müller, fordert Kandidaten und Stu­denten der Medicin, die in ihrem Fache ins Heer treten wol­len, auf, „da — heißt es in seiner Anzeige — die Armee in kurzer Zeit auf den Kriegsfuß gefegt werden wird." Eben so rief der Kommandeur-Kapitän Holsten alle unter Marine­werbung stehende Mannschaft auf, sich auf Gammelholm am 21. Mai einzufinden. Das Kriegsministerium schreibt täglich Licitationen aus.

Frankreich.

Paris, 19. Mai. Nach dem Bulletin von Paris hat die Regierung aus London sehr befriedigende Depeschen erhal­ten, wodurch der Bruch mit England als beendigt angesehen werden könne. Gewiß ist, daß Lord Normanby noch immer in Versailles, von wo er alle Tage nach Paris fommt , sich befindet, und durchaus nicht geneigt scheint, Frankreich zu verlassen. Der Napoleon, der gewöhnlich seine Inspirationen vom Elysëe erhält, bringt einen Artikel, der in prahlerischem Tone das würdevolle Auftreten Frankreichs in dieser Angele­genheit herausstreicht. — Die jüngste Tochter Guizot's hat sich mit Herrn v. Witt, einem Abkömmling des berühmten Groß-Pensionärs von Holland, vermählt. Im vorigen Monat hatte sich die älteste Tochter Guizots mit einem älteren Bru­der des Herrn v. Witt verheiralhet. — Die Marquise von Beauharnais, die Stiefmutter der Großherzogin von Baden, ist gestern in Paris gestorben.

Italien.

Nom. 14. Mai. Heute ist der französische Kommandant Gemeau hier eingetroffen.

Türkei.

Konstantinopel, 9. Mai. In Bagdad war eine auf­ständische Bewegung ausgebrochen. Die Aufrührer haben sich jedoch ohne Schwertstreich ergeben. — Graf Stürmer hat dem Sultan ein k. k. Kabinctsschreiben übergeben. — Lord Ward ist angekommen.

Samos, 8. $?ai. Eine Deputation der Jnsclbevölke- rung ist nach Konstantinopel abgegangen.

Griechenland.

Athen, 14. Mai. Der Handel belebt sich wieder. In Tripolizza sind von Regierungsbeamten Unterschlcife gemacht

worden; dieselben sind entdeckt und Gegenmaßregeln getroffen worden.^ Der König hat dem österreichischen Ministerpräsi­denten Fürsten von Schwarzenberg das Großkreuz des grie­chischen Erlöserordens verliehen.

Asien.

Ein anglo-chinesisches Blatt, datirt Viktoria (Hong­kong) vom 27. März, bestätigt den am 25. Februar erfolgten Tod des Kaifers von China, Taukwang, des „Ruhmes der Vernunft". Sein Tod erfolgte zunächst in Folge eines Schrek- kes bei einer Feuersbrunst im Palaste zu Peking, der Sr. Maj. in den Leib geschlagen. Er überlebte die Kaiserin-Mut­ter nur 33 Tage. Sein Nachfolger ist sein vierter Sohn, der älteste unter den Überlebenden, ein Prinz von 19 Jahren, welcher unter dem Titel Szi-hing den Thron bestiegen. Die Engländer hoffen, der ihnen befreundete Keying werde Pre­mierminister werden und ihnen die Legalisirung des Opium­handels erwirken. Die englischen Kriegsschiffe hatten aber­mals eine Anzahl Piratendschunken zerstört. Der Piraicnad- miral Schap-'ng-tsei selbst soll sich ergeben haben.

Amerika.

Die Koinpromißvorschläge, welche H. Clay, als Vorsitzen­der des Sonderausschusses über die kalifornische und Sklaven- frage, dem Senate vorgelegt hat, sind des Näheren folgenden Inhalts: 1) Kalifornien wird mit seinen jetzigen Grenzen als Staat in^die Union ausgenommen; 2) Ncumejiko und Utah erhalten Territorialregierungen, ohne daß in Bezug auf Skla­verei etwas festgesetzt wird; 3) in Bezug auf Tejas wird das Recht anerkannt, daß dieser Staat, sobald eine hinlängliche Bevölkerung vorhanden, sich in vier weitere Staaten, mit oder ohne Sklaverei, je nachdem es die Einwohner wünschen, sich theilen dürfe; 4) die Grenze zwischen Tejas und Neumejiko soll nach einem besonderen, dem Kongresse vorgelegten Plane geregelt werden; 5) das Recht der südlichen Staaten auf Auslieferung ihrer flüchtig gewordenen Sklaven wird aus­drücklich und nachdrücklich anerkannt; 6) der Sklavenhandel in dem Bezirke Columbia wird abgeschafft.

Ernennungen rc.

Dem kurfürstlichen Leibarzt, Geh. Hofrath und Geheimen Ober-Medicinalrath Vr. Stracke wurde die nachgesuchte Ent­lassung aus dem Hofdienste ertheilt ; der Hofmedikus, Hofrath Dr. Bunsen, zum Leibarzte ernannt; der Hülfs - Expedient Friedrich S ch o l i n g dahier provisorisch zum Kanzlisten im Geheimen Kabinet ernannt

Börsennachrichten.

Frankfurt, 22. Mai. 5pCt. Metall.: Papier 77%, Geld 76'/,. 4'/zpCt.: Pap. 67, G. 663/4. Bankaktien: Papier 1050, G. 1045. 500 lU'uefe: Pap. l44'/2 G. 144. 250 fl. Yoo sc: Pap. 90'/,, G. 90- Bad. 35 fl. Loose: Pap. 31%, ®. 31%. Hess. 40 Thlr. Loose: Pap. 33, G. 32%. Großherz. Hess. 50 fl. Loose: Pap. 72%,®. 72%. Po in 500 fl. Loose: Pap. 80^, G. 80'/,. Frdr.-Wilb.-Nordb.: Pap. 41, ®. 40%. Bexbach: Pap. 80%, ®. 79%. Köln-Minden: Pap. 94, G. 93%. 3pCt. inländ. <Lpan.: Pap. 30'/,, G. 30'/,. 4'/,pCt. Würt.: fPap. 95%, G. 95%. 5pCt. Bad.: Pap. 100%, G. 99%. 5pGL Nass.: Pap. 102%, ®. 101%. 4'/,pCt. Belg.: Pap. 90%, G. 89%.

Berti n, 22. Mai. Preuß. Frciw. Ant. : Brief--, Geld 105%. St. Schuld - Sch.: Brief 86'/., Geld 853/4. Seeh. - Pr. Sch.: Brief 102'/4, Geld 101%, Kurh. Pr. O. 40 Thlr.: Brief—, Geld 32%. Fr.- Wilh.-Nordb. 38% % Ä % bez. Prior. Akt. 99 B.

Wien, 20. Mai. Met. Spree. 92%, %, %. 4proc. 71'% 72. 4'/, proc. 8O'/4 — %. 2% proc. 48% — 49. Anl. 34: 173—174. 39: 106%.

[402] Die Listen der VereinS-Zebn-Guldkn-Obligatioukn sind einzusehen, 472pracentige Staatskassen -, Z^procentige Landeskreditkassen-, kurhessische 40 Thales- und badische 35 Gulden-Loose zu kaufen und zu verkaufen bei ^5. 9N. Deüevie, Hedwigsstraße 995, der Realschule gegenüber.

Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Redaktion: Fr. Oetker und Dr. A. Pfaff. — Druck von Friedr. Scheel in Kassel.