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den Antrag des Abg. Eberhard auf. Abg. Oetker: Auch er wolle durchaus nicht allen Geschäftsverkehr mit dem Ministerium abgebrochen sehen, aber er möge auf Nichts eingehen, worin eine Ver- trauensäußerung liege. Weil er eine solche in den verschiedenen beantragten Beschlüssen finde, werde er dagegen stimmen. Abg. Rauh: Der Antrag des Abg. Oetker sei sehr gewichtig und präjudiciell und keineswegs leicht zu nehmen. Es solle hier der erste Schritt geschehen, um mit einem Ministerium , Lem man ein so eklatantes Mißtrauensvotum ertheilt habe, zu verhandeln; zuvor müsse man sich über seine Stellung klar machen, wie weit man gehen dürfe. Er beantrage deßhalb, den Oetkerschen Antrag durch einen Ausschuß prüfen zu lassen. Abg. Bayrhoffer: Er habe vor der Vertagung einen Antrag gestellt, zu erklären, Laß Lieses Ministerium unzulässig sei ; Derselbe sei aber abgeworfen; die Linke, wenn er so sagen solle, habe Lamals erklärt, Laß sie sich nunmehr auf den Boden des Princips stellen, d. h. Die Vorlagen nach ihrem Inhalt prüfen werde. Darum, ob das Ministerium Vertrauen verdiene, handle es sich nicht. Er werde deßhalb für Die Anträge stimmen. Abg. Wolff begreift nicht, wie man hier von Vertrauen und Mißtrauen reden könne, wo es sich nicht um eine Proposition, sondern um einen selbständigen Antrag handele, von dem es noch zweifelhaft sei, ob Die Regierung ihm entsprechen, und ob Die in Folge desselben etwa gemachte Proposition demnächst Anklang finden werde. Der Antrag des Abg. Oetker wird hierauf gegen 7 Stimmen abgelehnt; Der Abg. Pfeiffer läßt den von ihm aufgenommenen Antrag wieder fallen und beschränkt sich Darauf, nur eine Reorganisation und größere Ausdehnung Der Taubstummenlehranstalt zu beantragen, womit sich Der Abg. Hahndorf einverstanden erklärt; Der Abg. Wolff bemerkt, daß eine darauf abzweckende Proposition beantragt werden müsse. Der Abg. Theobald beantragt daher, Die Staatsregierung um Vorlage eines Planes zur Reorganisation und Erweiterung Der Anstalt zu ersuchen. Dieser Antrag, gegen den auch Der Abg. Oetker nichts einzuwenden hat, wird von Der Versammlung angenommen.—Der Abg. Gräfe stellt Die Frage an Den Präsidenten, ob ihm bekannt sei, ob für das Mitglied, welches sein Mandat niedergelegt habe (Abg. Pfeiffer von Ermschwerd) bereits eine Neuwahl ungeordnet oder, wo nicht, wodurch diese Verzögerung eingetreten sei. Der Präsident erwidert, Dem Vernehmen nach sei Die Wahl im Gange; vielleicht werde der Landtagskommissar eine Auskunft darüber ertheilen 'nnen. Der Landtagskommis- s a r hofft, in nächster Sitzung dazu im Stande zu sein. Der Abg. Oetker beantragt, Die nächste Sitzung recht bald zu halten, oder doch wenigstens in beschlußfähiger Anzahl auch während Der Festtage hier anwesend zu bleiben. Die Zeitläufte sei jetzt so wichtig, daß Die Versammlung jeden Augen« blick zusammenzutreten bereit sein müsse. Er erinnere nur Daran, was jetzt in Frankfurt vorbereitet werde, wo man mit Der Wiederherstellung des Bundestags beschäftigt sei. Er glaube nicht, daß die Ständeversammlung dazu schweigen dürfe. Er habe schon heute in Beziehung hierauf einen Antrag stellen wollen, doch Anstand genommen, weil er eine vorgängige Besprechung darüber für angemessen erachte. Der V i c e p r ä si d e n t: Es könne wohl keinem Zweifel unterworfen sein, daß morgen Sitzung sein werde. Wie man auch sonst von Der Staatsregierung denken möge, so könne man doch nicht glauben, daß sie Die Ständeversammlung zum Zeitvertreib wieder einberufen habe. Es habe heute morgen eine solche Stille im Saale geherrscht; das sei wohl nur die Verwunderung gewesen, daß die Regierung nicht -alsbald mit bedeutenden Vorlagen hervorgetreten sei, zu Denen doch Die äußern und innern Verhältnisse genügenden Anlaß böten. Die große Finanznoth, in Der man sich befinde, sei bekannt; sodann aber sei Die Versammlung berechtigt, eine Auskunft darüber zu erwarten, wie es komme, daß der Landcsfürst mit einem Minister am Kongresse zu Berlin anwesend sei, während der Minister des Aeußern in Frankfurt an einer Ver
sammlung Theil nehme, gegen welche der König von Preußen und seine Verbündeten feierlichen Protest eingelegt hätten. Er zweifle daher nicht, daß wenigstens morgen wichtige Vorlagen erfolgen würden. Sonst würde Die Wiederberufung der Versammlung so kurz vor Dem Feste eine reine Verschwendung sein. — Es wird beschlossen, Die nächste Sitzung morgen, Freitag 10 Uhr, zu halten.
Börsennachrichten.
Frankfurt, 15. Mai. 5pCt. Metall.: Papier 77'/,, Geld 767.. 47Mt.: Pap. 67 76, G. 667/8. Bankaktien: Papier 1050, G. 1045. 500fl.Loosc: Pap. 143 74, G. 142'/,. 250 fl.Vooft: Pap. 90'/,, ßj. 897,. Bad. 35 fl. Voofe: Pap. 3P/8, G. 3P/8. Hess. 40 Thlr. Voofe: Pap. 33, ®. 3274. Großherz. Hess. 50 fl. Loose: Pap. 72'/,, G. 72. Poln 500 fl. Loose: Pap. 80y8, G. 80'/,. Frdr.-Wilh.-Nordb.: Pap. 40'/,, ®. 407,. Bexbach: Pap. 80'/,, G. 79V;. Köln-Minden: Pap. 947,, G. 93 78. 3pCt. inländ. Span.: Pap. 3O'/„ G. 30. ^pCt. Würt.: Pap. 957„ G. 957s- 5p6t Bad.: Pap. 100'/,, G. 99'/,. 5pCt. Nass.: Pap. 102 74, G. 101'/,. 472v6t. Belg.: Pap. 90'^, G. 90.
Berlin, 15. Mai. Preuß. Frciw. Anl.: Brief 1057», Geld---. St. Schuld - Sch.: Brief 85V«, Geld —. Sech. - Pr. Sch.: Brief 102 72, Geld -. Kurh. Pr. O. 40 Thlr.: Brief 327,, Geld 32'/,. Fr.- Wilh. -Nordb. 397, a 7, bez. u. G. Prior. Akt. 99'/, B.
Wien, 13. Mak. Met. 5proc. 92'/,, '/„ 7„. 4proc. 727,-72. 47, proc. 807„ '/„ >/,. 27, proc. 49, 487„ '/,. Anl. 34: 173-172, 39: 107'/,-107.
Dekanntmachungen.
[406] Bekanntmachung.
Die Lieferung einer nicht unbeträchtlichen Quantität gebleichten Leinens zu Kasernen-Bett-Tüchern soll in Akkord gegeben werden und sind deßfallsige Anerbietungen mit Angabe Der geringsten Preise bis Mitte Juni d. I. schriftlich und versiegelt anher einzureichen.
Proben des zu liefernden Leinens und Die näheren Lieferungs-Bedingungen können bei der hiesigen Kaserneninspektion eingesehen werden.
Kassel, am 16. Mai 1850.
Kurfürstliches Kriegs-Ministerium, Militair * Oekonomie - Departement.
[401] Auf dem Heine'schen Felsenkeller (Dieling) findet heute Nachmittag, am 2. Pfingstfeiertag Morgens, sowie alle Sonntag, Dinstag und Freitag Nachmittags bei günstiger Witterung große Harmonicmusik, abwechselnd mit Streichinstrumenten, statt, wozu ergebens] cinladet H. Dieling.
[404] Am zweiten Pfingsttag, sowie jeden darauf folgenden Mittwoch und Sonntag, spielen die Wasser zu
Wilhelmshöhe.
Bei Unterzeichnetem ist um 1272 Uhr
Table d’hote, zu jeder andern Tageszeit kann nach Der Karte gespeist werden , wozu ergebens] einlavet C. Schombardt.
[402] Die Listen Der Vereins-Zehn-Gulden-Obligationen sind einzusehen, ch'^procentige Staatskassen-, Z'/zprocentige Landeskreditkassen-, kurhessische 40 Thaler- und badische 35 Gulden-Loose zu kaufen und zu verkaufen bei H. M Dellevie, Hedwigsstraße 995, der Realschule gegenüber.
Sommertheater auf der Kaffeemühle.
]403] Die Bühne wird definitiv Sonntag den 19. Mai 1850 eröffnet. Bis zu dieser Zeit werden noch fortwährend Abonnementsbillets von Hrn. Eduard Christi anv (bei Hrn. Ahlborn) unter Den bekannten Bedingungen verkauft. An Der Kasse tritt der erhöhte Preis, auf den ersten Platz für ein Billet â 7 Sgr. 6 Hlr. und auf den zweiten Platz für ein Billet â 4 Sgr., ein. Nach der ersten Vorstellung werden keine Abonnementsbillets mehr ausgegcbcn.
A. Obstfelder, koncessionirter Theaterdirektor.
Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Redaktion: Fr. Oetker und Dr. A. Pfaff. — Truck von Friedr. «Lchccl in Kassel.