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etat, um den mindest kostspieligen Weg der Negocirung des Anlehens und um Rücksichtnahme der gewerblichen Interessen Baierns bei derselben, werden angenommen. Bei der na­mentlichen Abstimmung wird das Gesetz mit 73 gegen 62 Stimmen angenommen. (D. Z.)

Oesterreich.

Wien, 10. Mai. Eine telegraphische Depesche benach­richtigt uns heute von den Feierlichkeiten, welchen Se. Maj. der Kaiser in Gratz beigewohnt haben. Erzherzog Johann fuhr mit ihm durch die erleuchtete Stadt. — Der Herr Fi- nanzminister hat die Bestimmungen über die Taxerhebung auf den Verkauf von liegenden Gütern durch ein neues Gesetz vermehrt. Herr Thinnfeld ist nach Prag gereist und von den Ministern nur Krauß und Thun hier. — Von der bosnischen Grenze wird gemeldet, daß zahlreiche bosnische Flüchtlinge herüberkommen, welche der türkischen Gewalt entgehen wollen. — Das Giornale del Trentino, von dem ehemaligen Reichs- tagsabgcordnctcn Prato redigirt, ist schon vor Erscheinen sus- pendirt worden. — Nach dem Berichte der Bankkommission betragt unsere gegenwärtige Staatsschuld 1333 Mill. Gulden. — Von Hawljeck's neuem Journale „Slovan" ist die erste Nummer erschienen. Die Provinzialblätter sind mit Mord- und Staubfäden gefüllt.

Frankreich.

Paris, 11. Mai. An der gestrigen Abstimmung zur Ernennung des Ausschusses von 15 Repräsentanten, zur Be­gutachtung des von der Regierung eingebrachten Gesetzes zur Modifikation des allgemeinen Stimmrechts, nahmen im Gan­zen 450 Mitglieder der Mehrheit Antheil; etwa 325 dersel­ben waren für das Gesetz, 125 dagegen. Zu dieser Opposi­tion treten bei der definitiven Abstimmung die nahe an 200 Mitglieder hinzu, die am 8. Mai für die Vorfrage oder so­fortige Beseitigung votirt haben, so wie diejenigen Mitglieder in unbestimmter Zahl, die darauf an demselben Tage mit der Opposition gegen die Jnbctrachtnahme der Dringlichkeit ge­stimmt haben. Uebrigens sind, wie versichert wird, die Sieb- zehnerkommission und die Regierung entschlossen, bei der Dis­kussion des Wahlreformprojektes keinen Zoll breit nachzugeben und dasselbe in seiner gegenwärtigen Fassung zu einer wahren Existenzfrage nicht nur für sich, sondern für die Mehrheit überhaupt zu machen. Sie werden vor der Versammlung erklären, daß sie nur um diesen Preis ihrer festen Ueberzeu­gung nach die Erhaltung der bestehenden socialen Ordnung versprechen können. Hr. Thiers u. A. sollen den festen Vor­satz ausgesprochen haben, sich ganz von der politischen Schau­bühne zurückzuziehen, wenn das vorgeschlagene Gesetz nicht durchgehen sollte. — In seiner heutigen Sitzung hat der Ausschuß für das Wahlreformprojekt Hrn. de Broglie zum Präsidenten, Hrn. Leon Faucher zum Berichterstatter gewählt. Ueber seine Verhandlungen hat derselbe Schweigen zu beob­achten beschlossen. — Es heißt, daß das Ministerium beab­sichtigt, Napoleon Bonaparte, Sohn Jerom's, wegen seiner Protestation gegen das Wahlreformprojekt und seines dieselbe begleitenden Schreibens an seine Wähler gerichtlich verfolgen Âu lassen. — Der Ausgang der Verhandlungen in Athen hat große Unzufriedenheit in den konservativen Kreisen erregt. Man tadelt allgemein das Verfahren der englischen Regierung. Ein Kurier ist mit sehr wichtigen Depeschen nach London ab- gesandt worden. Es befindet sich unter diesen Depeschen eine Note, die der französische Gesandte in London an Palmerston abgeben soll und in welcher gegen das Verfahren des engli­schen Gesandten in Athen dem französischen Unterhändler gegenüber protestirt wird. Ueber diese Angelegenheit und in Betreff der nach London abgesandten Depeschen ertheilte der Minister der auswärtigen Angelegenheiten in der heutigen Sitzung der Nationalversammlung auf eine Frage Hrn. Pis- catory's folgende Antwort: „Es ist leider nur zu wahr, daß wir aus Athen ebenso unangenehme als unerwartete Nachrich­ten erhalten haben. Wir haben das londoner Kabinct um Aufklärungen gebeten, die wahrscheinlich Montag oder Dins­

tag ankommen werden. Wir werden alsdann alle Aktenstücke zur Beurtheilung unserer Handlungen und unserer Absichten der Versammlung verlegen^ und wir hoffen, daß keine dersel­ben ihren Tadel verdient." - Baron Groö ist von Athen abberufen worden.

— General Chargarnier hat einen Garnisonsbefehl er­lagen, welcher die Soldaten mit den schärfsten Strafen be­droht, die nicht auf die Insurgenten schießen würden. Den Offerieren sind Vorsichtsmaßregeln vorgezeichnct, wie sic die Soldaten möglichst vor Barrikadenseuer schützen können. Die­ser Befehl ist während drei Tagen in allen Kasernen der Mannschaft vorzulesen. Die Regierung stützt ihre Vorberei­tungen zu einem Riesenkampfe auf den Bericht des Polizei- präfekten. — 5pCt. 89. 25. 3pCt. 55. 35.

Ernennungen rc.

Der Assessor Eduard v. GoeddäuS zu Kassel wurde zum landesherrlichen Kommissar bei der auf den 15. d. Ms. wieder einberufenen Ständeversammlung ernannt.

Börsennachricbten.

Frankfurt, 13. Mai. 5pCt. Metall.: Papier 77'/,, Geld 77. 4 72p@t.: Pap. 67'/4, G. 67. Bankaktien: Papier 1055, G. 1050. 500 fl. Seuse: Pap. 143, ßj. 142'/2. 250 fl. Vouft: Pap. 89y4, G. 89’/4. Bad. 35 fl. Voefe: Pap. 31 y„, ßj. 31'/Z Hess. 40 Thlr. Loose: Pap. 33'/8, Ä« 327s- Großherz. Hess. 50 fl. Loose: Pap. 72’/2, ßj. 72. Poln 500 fl. Loose: Pap. 807«, ßj. 8O'/2. Frdr.-Wilh.-Nvrdb. : Pap. 407., ßj. 40'/2. Bexbach: Pap. 80y4, ßj. 80y4. -toln-Minden: Pap. 94, G. 93y2. 3pCt. inländ. Span.: Pap. 30'/,, ßj. 30y4. 4y2pßt. Wärt.: Pap. 95%, ßj. 95’/8. 5pEt. Bad.: Pap. 10Ö'/4, ßj. 99y4. 5pCt. Nass.: Pap. 102'/., G. 10iy4. 4'/,pCt. Belg.: Pap. 90-/2, ßj. 90.

Berlin, 14. Mai. Preuß. Frciw. Aul. : Brief--Geld 105’/,, St. Schuld - Sch.: Brief 86, Geld 85’/2. Sech. - Pr. Sch.: Brief 102-/,, Geld--. Kurh. Pr. O. 40 Thlr.: Brief 32'/,, Geld —. Fr.- Wilb.-Nvrdb. 39y8 bez. u. G. Prior. Akt. 99'/. G.

Wien, 11. Mai. Met. 5proc. 92'/., 3/16, yi6. 4proc. 72, 72'/,. 4'/, proc. 80'/., 3/16, y16. 2'/, proc. 49, 48-/.. Ani. 34: 171%-172, 39: 1067.—107.

Kekanntmachungcn

Friedrich-Wilhelms

Nordbahn.

[399] Bekanntmachung.

Dinstag, den 21. d. M. (3. Pfingsttag) werden Personen- Billets zur Hin- und Rückfahrt, wie an Sonn- und Festtagen für den einfachen Preis ausgegeben.

Um den Besuch von Wilhelmshöhe zu erleichtern, werden an diesem Tage, sowie an den beiden Pfingstfeiertagen, bis auf Weiteres auch an allen ferneren Sonntagen und außerdem jeden Mittwoch die Morgens 9 Uhr und Mittags 1 Uhr 15 Minuten in Kassel eintreffenden, so wie die Nachmittags 3 Uhr und Abends 6 Uhr 30 Minuten von Kassel abgehenden Züge bei Wahlershausen (an der Allee nach Wilhelmshöhe) an­halten, um Passagiere abzusetzcn, beziehungsweise aufzunehmen.

Passagiere, die in der Richtung von Guntersbausen aus bei Wahlershausen aussteigen wollen, haben Billers nach Kaj- scl, und die von Kassel nach Wahlershausen fahren wollen, Billets nach Guntershausen zu lösen.

Diese Billets mit dem rothen Stempel Wahlershausen be­zeichnet, gelten für Hin- und Rückfahrt an demselben Tage.

Reisende, welche von Wahlershausen aus den Zug benutzen wollen, haben Billets von Guntershausen nach Kassel, bezie­hungsweise von Kassel nach Guntershaulen , auf der Anhalte- stelle selbst zu lösen.

Kassel, den 14. Mai 1850.

Die Direktion

der Friedrich - Wilhelms - Nordbahn.

Arnold.

Vdt. Dr. Eisenberg.

Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. - Redaktion: Fr. Oetker und Dr. A. Pfaff. — Druck von Friedr. Scheel in Kassel.