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gleiche des alten und neuen Budgets machen kann, die anderen zwei Drittel dem ersteren zugesetzt werden müssen;

4) daß viele Posten jetzt durch daS Budget laufen, die früher eben- wohl zu bestreiten waren, aber nicht im Budget in Ausgabe erschienen, sondern nebenher berichtigt wurden, wohin z. B. gehören die Denuncian­tenantheile der öffentlichen Diener, die Kosten bergmännischer Versuche, die Reisekosten der Verwaltungsbeamten u. dgl. m.

5) daß dem Etat des Finanzministeriums die Gehalte der Beamten und die anderen lästigen Posten zugehen mußten, die seit Uebernahme der Rotenburger Quart vom Staate zu leisten ffnd, und früher auS an­derer Kasse geleistet wurden;

6) daß dem Ministerium des Innern, obgleich die neue Verwaltungs- Organisation weniger kostet als die frühere, für 1849 nur auf Berech­nung der früher für Verwaltungsbehörden verwilligte Verlag zur Dis­position gestellt worden ist, weil ein fester Etat bei Berathung deS Vud- geis von 1849 noch nicht aufgestellt werden konnte;

7) daß verschiedene Posten im Budget erhöht worden sind, nicht weil die Ausgaben seit 1848 sich vermehrt haben, sondern weil eine richtigere Durchschnittsbcrechnung der wirklichen Ausgaben in den Vorjahren ge­zeigt hat, daß die früheren Ansätze zu gering waren; man denke nur an die bedeutende Erhöhung des Holzhauerlohnes, die sich hiermit erläutern wird.

Sollten alle diese Umstände demGebildeteren" verschwiegen bleiben, oder demschlichten Landmanne« ? Hält der Volksfreunv die oberfläch­lichste aller Vergleichungen fürgeschäftsmäßig", oder glaubt er sich der Feststellung des Wahren enthoben, wenn erunmittelbar zum Volke" redet?

Deutschland.

Berlin, 9. Mai. (H. N.) Seit den Tagen des wie­ner Kongresses, welcher Oesterreich zum Präsidenten in der fürstlichen Republik des Deutschen Bundes erhob , hat eine solche Versammlung der Fürsten Deutschlands nicht stattgefun­den, wie dieser Tage zu Berlin. Die Mitanwesenheit des Bürgermeisters von Bremen, der schon zu Wien mittagte, führt sinnbildlich die Gleichartigkeit beider Ereignisse vor das Auge. Denn ein Ereigniß ist auch dieser Kongreß. Die Be­deutung desselben konnte man nicht besser würdigen lernen, als wenn man, wie Ihr Korrespondent jetzt von Kassel her längs der Heerstraße nach Berlin reiste und sich überzeugte, mit welcher Bewegung allenthalben die Nanien der jedesmal durchreisenden Fürsten vernommen wurden, mit welchem Triumph insbesondere man die Nachricht aufnahm, der Kurfürst von Hessen reiste zum Kongreß. Nolentes volentes werden wir gewahr, wie das monarchische Princip selbst in Anwendung auf die Einzelstaatcn, wo es dem deutschen Volke doch eigent­lich ein aristokratisches ist, tief wurzelt. Die Vertreter der sämmtlichen und noch anderer Länder, deren Regenten den Kongreß bilden, waren auf dem Reichstage vereinigt. Und doch schien, als vereinigten sich jetzt erst jene Staaten wirklich repräsentativ zu Berlin. Jedenfalls ist dieser Fürsten­kongreß, wie auch sein Erfolg ausfalle, so wichtig und ent­scheidend für das monarchische Princip in den deutschen Ein- zelstaaten. Gehen die 20 30 Monarchen unverrichteter Sache nach Hause oder geben sie den Ausschlag für die Sache der Restauration, wie sie Oesterreich in Frankfurt erstrebt, im Gegensatze zu der unserer Reform, wie sie zu Eifurt abge­schlossen ist, dann kann unsere Theilnahme für die deutsche Aristokratie noch geringer werden, als sie schon wurde; kann wird diese Art von monarchischem Princip den letzten Kredit cingebüßt haben.---Man fragt, wie sich Preußen zudem durch Oesterreich einberufencn, gleichsam konstituircnden Bun­destage verhalten werde? Man fürchtet und hofft zugleich. Aber Furcht sowohl als Hoffnung sind hier vom Nebel. Daß zu Berlin jetzt an das Frankfurt des Bundestages auch nur gedacht wird, bringt unheilvolle Verwirrung. Die Frankfurter Frage, mag sie von den versammelten Fürsten noch so würdig behandelt werden, stört den Kongreß. Seine Aufgabe war die Einsetzung der Reichsregierung der Union und die feierliche Eröffnung des Fürstenkollegs in eigener Person der darin vertretenen Reichsstände der Union, den Reichsvorstand ander Spitze. Die Erfüllung dieser Aufgabe war und ist die ein­zige Antwort an Oesterreich, welche der Sache gemäß und unserer Nation würdig. Die Mehrzahl der deutschen Fürsten tagt heute im Schlosse des Königs von Preußen. Hier könnte

Großes gewirkt werden. Denn, was man auch über die Mo­narchie denke, wenn diese Fürsten das Jahrhundert verstehen, ihr Vaterland lieben und ihre Sendung begreifen, so koncen- trirt sich in ihrem gemeinsamen Beschluß eine Nationalkraft, die ihres Gleichen sucht. Doch sehen wir ab von Slaatsweis- hcit, Vaterlandsliebe, Berufstreue, fragen wir nur das Eine, ob unter allen diesen Fürsten kein wahrer Fürst, kein echter König, kein geistig Gewaltiger, der die Andern mit fortreißt, zu finden sein wird?

Berlin, 10. Mai. (K. Z.) Die vorgestrige Tafel in Charlottenburg brachte Bedeutsames. Es ist uns nicht ver­gönnt, von den Gesprächen Manches, was wir davon gehört, im Detail zu erzählen. Aber Sie können Sich versichert halten, daß die Mehrzahl der Fürsten von dem besten Geiste beseelt ist. Koburg tritt sehr entschieden für die Union in die Schranken. Es betrachtet sie als unzertrennlich von der Aufrechthaltung des monarchischen Princips in Deutschland. Oldenburg hat mit seinem eigenen Lande den Kampf nicht gefürchtet, und es hat ein Recht, zu fordern, daß man dieser aufopfernden Stellung Rechnung trage. Der Prinz von Preu­ßen, dessen Aufgabe es bald in Warschau sein wird, für den Bundesstaat das Wort zu führen (dieß scheint gewiß), macht allzu zarte und ängstliche Reserve wieder gut. Er erklärt und beruhigt. Gestern früh verständigten sich die fremden Mi­nister in einer vertraulichen Konferenz, ter die preußischen nicht beiwohnten. Um ein Viertel auf vier Nachmittags er­öffnete der König im weißen Saale den Kongreß durch eine Rede, in der die Verwahrung gegen die Usurpation minder hervortrat, als befürchtet war. Baden antwortete im Nanien der Fürsten, mahnend und entgegenkommend. Man thut übrigens sehr geheimnißvoll mit dieser ersten Sitzung, und auswärtige deutsche Minister wußten gestern Abend noch nichts Genaues. Um vier Uhr vereinigte ein Diner von 240 Per­sonen Fürsten und Minister. Also mit den Fürsten steht es gut, wenn auch Neuß komisch genug sich etwas österreichisch auszusprechen scheine. Von Hassenpflug verlautet es heute beruhigender. Er gehe mit dem Kurfürsten, werde aber im letzten Moment die Union nicht aufgeben. (NB. Wir bitten das Datum zu beachten. D. Rev.) Uebrigens ist Hr. v. Radowitz gestern früh zurückgekehrt und er hat es schon einmal mit Hassenpflug ausgenommen. Freilich scheint er von seinem Gram sehr niedergebeugt. Seine Frau, die wochenlang beim kranken Kinde gewacht, ist selbst schwer erkrankt. Es beginnt sich nun in Berlin diplomatisch zu regen. Das diplomatische Korps war etwas erstaunt darüber, für morgen früh zum Empfange beim Kurfürsten von Hessen kingeladen zu werden. Morgen Abend ist großes Rout bei Mcyenvorff, der alle Welt eingeladen, ob er Karten empfangen oder nicht. Montag gibt Westmoreland einen großen Ball. Prokesch verhält sich bis jetzt still. Er kann sich ans Rußland verlassen. So erinnern Glanz und Festlichkeit an einen andern Kongreß, vor dessen Ende uns Deutschlands gutcs Geschick bewahren möge. Heute Abend versammeln sich Minister und Mitglieder des Vcrwaltungsralhcs im Hotel Brandenburg in der Wilhelmsstraße.

Schleswig - Holstein. Der dänische Vorschlag einer gemischten dänisch - schleswigschen Kommission ist bekanntlich preußischerscils abgelehnt. Die Dänen gestanden dabei zu, daß zur Gültigkeit der Beschlüsse dieser Kommission die Ueber­einstimmung von zwei Dritthcilen ihrer Mitglieder erforderlich sein solle, verlangten aber, daß die Beschlüsse der Kommission der Genehmigung des König-Herzogs unterliegen und daß diejenigen Differenzpunkte, über welche sich die Kommission nicht einigen könne, dem Schiedssprüche einer neutralen Macht, als welche sie Großbrittannien verschlugen, unterworfen wer­den sollten. Dieser Vorschlag erfolgte am 28. April, daher Hr. v. Reedtz am 29. April schon nach Kopenhagen 'reiste. Die preußische ablehnende Antwort erfolgte dann auch. Am 3. Mai machte, nach dem Moruing - Chronicle, Preußen den erneuerten Vorschlag eines Separatfriedens, indem cs den neulich gemachten Vorbehalt wegen des Bundesbeschlusscs von 1846 (also sein Ultimatum) aufgibt. An eine Annahme die-